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Potsdam Gericht verurteilt brutales und rassistisches Duo
Lokales Potsdam Gericht verurteilt brutales und rassistisches Duo
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22:00 02.09.2015
In diesem Haus am Schlaatz wohnen Täter, Opfer und fast alle Zeugen des Gerichtsprozesses. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Patric L. (48) und seine Verlobte Kerstin G. (52) sind am Mittwoch vor dem Potsdamer Amtsgericht nach einem Angriff auf ihren aus Nigeria stammenden Nachbarn Paul M. verurteilt worden. Das Gericht sah die Vorwürfe der gefährlichen Körperverletzung und der Beleidigung als erwiesen an. Demnach hatten die beiden Täter ihren Nachbarn Paul M. im September 2014 davon abhalten wollten, den gemeinsamen Wohnblock am Schlaatz zu betreten. Das Opfer hatte ebenso wie mehrere Zeugen von rassistischen Beleidigungen, Schlägen, einem Angriff mit Pfefferspray und Stichverletzungen berichtet. Die Einlassung der Angeklagten Kerstin G., das Opfer habe sich die Stichverletzungen selbst zugeführt, wertete die Richterin dabei ebenso als Schutzbehauptung wie die Aussage Patric L.s, er habe sein Opfer mit Schlägen und Reizgas „ja nicht einmal getroffen“. Auch eine Nachbarin, vor denen Wohnungstür sich Teile der Auseinandersetzungen abgespielt hatten, konnte die beiden Angeklagten nicht entlasten.

Verteidiger plädierte auf verminderte Schuldfähigkeit

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Freiheitsstrafe für den erheblich vorbestraften Angeklagten gefordert. Patric L. stand seit den achtziger Jahren insgesamt zwölf Mal wegen verschiedener Delikte vor Gericht, elf Mal war er verurteilt worden – Bewährungs, Gefängnis- und Geldstrafen kennt der Angeklagte gut. Auch dessen Verteidiger sah keine Zweifel an der Schuld seines Mandanten – aber an dessen Schuldfähigkeit. Patric L. hatte zum Tatzeitpunkt etwa drei Promille Blutalkohol, was, wie Pflichtverteidiger Steffen Sauer sagte, „die ganze Geschichte durchaus erklärt“. Sein Mandant habe „etwas getan, was er nicht hätte tun dürfen und das wusste er auch“, aber die Trunkenheit führe bei Patric L. zu verminderter Schuldfähigkeit, sieben Monate Freiheitsstrafe forderte der Anwalt.

Verurteilter will Schmerzensgeld nicht zahlen

Das Gericht schloss sich dem Verteidiger an. Patric L. wurde zu sieben Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, diese wird zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Patric L. muss seinem Opfer Paul M. zudem 240 Euro zahlen – eine Auflage, die den aufbrausenden Angeklagten gänzlich aus der Fassung brachte. „Mit Bewährung kann ich ja leben“, unterbrach der arbeitslose Patric L. die Richterin, „aber das werde ich auf keinen Fall zahlen.“ Da war auch bei Richterin Reinhild Ahle eine Grenze überschritten, die zuvor viel Geduld mit dem Angeklagten und dessen Mätzchen gehabt hatte: „Sie sind jetzt mal still, jetzt rede ich“, fuhr sie Patric L. an. „Wenn Sie das nicht zahlen, dann gehen Sie ins Gefängnis“, belehrte Ahle den empörten Angeklagten.

Auch Kerstin G. muss tief in die Tasche greifen, für ihre Beleidigungen wurde sie zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Saskia Popp

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