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Potsdam Eat! Berlin strahlt nach Potsdam aus
Lokales Potsdam Eat! Berlin strahlt nach Potsdam aus
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15:08 26.02.2018
In Grube hat Clemens Strohmeyer einen „Sauenhain“ auf einer früheren Apfelplantage geschaffen. Den Weideschweinen geht’s saugut. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

Die Sauen kommen von ihren angestammten Apfelwiesen am nördlichen Stadtrand, Zwei-Sterne-Koch Harald Rüssel verlegt seine Küche für einen Abend aus Rheinland-Pfalz nach Potsdam, Günther Jauch bringt seinen eigenen Weine mit. Das nennt sich dann „Eat! Berlin“. Genau genommen „Eat! Potsdam“, denn das Berliner Feinschmeckerfestival gastiert erstmals in Potsdam. Mit dabei sind drei Restaurantinstitutionen, vier bekannte Köche und Gastgeber aus Potsdam sowie Gäste: Sternekoch Alexander Dressel und das Friedrich Wilhelm im Hotel Bayerisches Haus, Carsten Rettschlag und seine Restaurant-Madame Juliette sowie Steffen und Gottfried Specker mit ihrem Speckers Landhaus.

Möglicher Beginn einer kulinarischen Tradition

Ein Genussfestival mit drei Genussabenden. Das klingt nicht nach viel, aber mit den hiesigen Festivalpionieren ein fulminanter Auftakt und möglicherweise der Beginn einer neuen kulinarischen Tradition. Die vor der eigenen Haustür beginnt. Unweit des stillgelegten Bahnhofs Grube, auf alten Apfelplantagen, züchtet Clemens Stro­meyer seit zweieinhalb Jahren Schweine. Die etwa 130 Tiere, eine robuste Kreuzung aus Bentheimer Landschwein und geflecktem Pietrain, leben ganzjährig draußen, haben viel Platz zum Rumlaufen. Geschlachtet, so Stromeyer, werden sie, wenn sie etwa ein Jahr alt sind. „Das langsame Wachstum sorgt für Qualität und Geschmack“, sagt der Landwirt. Beim Abend im Speckers wird es Sauenhain-Schwein geben. Nicht nur, so Stro­meyer, die Edelteile, sondern der „From Nose to Tail“-Philosophie folgend. So werden „Sauereien aus dem Sauenhain“, hausgemachte Blutwurst und Schweinebach, in dem von den Speckers kreierten Menü auftauchen. „Das Besondere an den Festivalabenden ist für mich, dass Produzenten und Köche sich spezifisch auf dieses eine Event vorbereiten, das ist auch für die Gäste etwas ganz Besonderes“, so der Züchter.

Speckers kooperieren mit dem Sauenhain

„Wir haben für dieses Jahr einen umfangreichen kulinarischen Kalender erarbeitet. Das Eat!-Festival passt da wunderbar rein und wir hoffen, dass es sich hier etablieren wird“, sagt Gottfried Specker, der neben dem Sauenhain gern weitere Brandenburger Produkte einsetzten würde. Das aber, so der Gastronom, sei vielfach schwierig. Für die passenden Begleitungen im Glas kommt als Gast-Winzer Kellermeister Jürgen Stiegelmar vom gleichnamigen Burgenländer Traditionsweingut, bekannt für große Chardonnay und Zweigelt.

Im Friedrich Wilhelm stehen drei Sterne am Herd

Wein inklusive Winzer hat sich auch Alexander Dressel für seinen Abend organisiert. Mit Nick Weis vom VDP-Weingut Sankt Urbans-Hof in Leiwen kommt einer aus der jungen wilden Winzergarde. Seine Rebsäfte, feinherbe Rieslinge von der Mittelmosel und der Saar, begleiten drei Michelin-Sterne, einen von Dressel, zwei von Harald Rüssel aus dem Landhaus St. Urban in Naurath (Wald). Das im Wildpark gelegene Friedrich Wilhelm im Hotel Bayerisches Haus vereint die Interessen der beiden Spitzenköche. Beide kennen sich mit Wald und Wild, was auch Thema des Menüs sein wird, gleichermaßen aus, Rüssel ist auch Jäger. Das Gros der Produkte für sein neudeutsch geprägtes Gourmetrestaurant stammt aus der Region. „Ich schätze die Authentizität und Unverwechselbarkeit, die durch diese lokale Perfektion möglich wird“, so Rüssel, der vor vier Jahren mit seinem Kochbuch „Wild“ den Eat!-Berlin-Kochbuchpreis gewonnen hat. „Zum Menü steuern Harald Rüssel und ich jeweils zwei Gänge bei, das Dessert kommt von Patrick von Vacano von der Schokoladenmanufaktur Original Beans“, erläutert Dressel, der in dem Festival für Potsdam eine kulinarische Chance sieht.

100 Prozent Riesling im Juliette

Wein und Prominenz, das bringt Günther Jauch auf den Festivalplan. Der TV-Moderator ist seit 2010 Weinmacher. Das wird der Besitzer des Weinguts von Othegraven an der Saar bei Carsten Rettschlag und seinem Souschef Christian Weber unter Beweis stellen – der Abend im Juliette ist bereits ausverkauft. Für Weber, der das Menü mit gebeiztem Label Rouge-Lachs mit Koriander und Apfel eröffnen wird, zeigt das hohe Interesse an der eat!, dass derartige Events in Potsdam noch Mangelware sind. Günther Jauch wird die Juliette-Gäste noch ein wenig schmoren lassen. Welche Weine er mitbringen werde, sei eine Überraschung. „Auf jeden Fall 100 Prozent Riesling“, verrät Jauch, der die Festivalausweitung nach Potsdam für eine richtig gute Idee hält. Damit, so der TV- und Weinmann, könne die Stadt zeigen, dass es nicht immer Berlin sein müsse. „Gerade in Potsdam kann man inzwischen sehr gut essen und trinken“, sagt er.

Von Manuela Blisse

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