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Ehemalige Waldschule: Sanierung abgeschlossen

Asylbewerberheim Groß Glienicke Ehemalige Waldschule: Sanierung abgeschlossen

In der ehemaligen Waldschule in Groß Glienicke steht Potsdams jüngstes Asylbewerberheim. 100 Menschen finden hier Platz; das Gebäude wurde für 600.000 Euro saniert. Oberbürgermeister Jann Jakobs überzeugte sich am Montag selbst vom Fortschritt der Arbeiten. Von der Bevölkerung erhofft sich Jakobs Akzeptanz.

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KIS-Werkleiter Bernd Richter (l.) und Oberbürgermeister Jann Jakobs besichtigen die sanierten Räume.

Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de

Groß Glienicke. Im Rahmen der KIS-Tour stattete Oberbürgermeister Jann Jakobs am Montag auch der neuesten Sammelunterkunft für Flüchtlinge einen Besuch ab, um sich über die Fortschritte bei der 600.000 Euro teuren Instandsetzung des Gebäudes zu informieren. Zur Unterbringung von Flüchtlingen fehlte es im Gebäude an grundlegenden Elementen: „Wir haben Sanitäranlagen und Küchenanschlüsse eingebaut, aber auch Böden verlegt, Räume renoviert und uns um den Brandschutz gekümmert“, so Bernd Richter, Werkleiter des Kommunalen Immobilen Service (KIS) Die ehemalige Kaserne hatte zuletzt als Lager für die Stadt- und Landesbibliothek und das Potsdam Museum gedient.

Die Grundausstattung ist vorhanden

Heimleiter Robert Schumann konnte Jakobs und Richter die frisch fertig gestellte und bislang ungenutzte zweite Etage des Heimes präsentieren. Für die neuen Bewohner ist bereits alles vorbereitet, in den insgesamt 30 Mehrbettzimmern ist eine Erstausstattung vorhanden. Bettwäsche, Handtücher, etwas Besteck und Geschirr – „das ist die vom Träger gestellte absolute Grundausstattung“, erklärt Frederike Hoffmann vom Internationalen Bund. Pro Person stünden 9.000 Euro im Jahr zur Verfügung, „für die Ausstattung, die Versorgung, für alles. Das reicht natürlich hinten und vorne nicht“, so Hoffmann.

Sie freut sich daher über die nachbarschaftliche Initiative in Groß Glienicke. „Der Spendenstand ist sehr gut, wir haben momentan keinen Mangel“, so Frederike Hoffmann. Heimleiter Schumann ergänzt: „Wir müssen die vielen Hilfsangebote jetzt ein wenig koordinieren, eine Kleiderkammer aufbauen und Deutschkurse direkt in der Einrichtung anbieten.“ In den frisch renovierten Räumen will er auch Freizeitangebote für die hier untergebrachten Kinder schaffen.

Jakobs kontert Kritik am Heim

Im Waldviertel mit seinen neu gebauten Einfamilienhäusern hatte es zunächst Kritik an der Eröffnung eines Asylbewerberheims gegeben – die Bewohner hatten sich ursprünglich eine Schule erhofft, zudem sei die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel schlecht. Oberbürgermeister Jann Jakobs lässt solche Argumente nicht zu. „Wir nehmen in diesem Jahr mindestens 960 Menschen mehr auf, als es das Kontingent besagt“, erklärte Jakobs am Montag, „es werden nach aktuellem Stand noch einmal 200 mehr werden. Diese Menschen müssen wir unterbringen. Und ich lege großen Wert darauf, dass eine gleichmäßige Verteilung über das gesamte Stadtgebiet stattfindet.“ Jakobs begründete dies mit „steigender Akzeptanz durch Verteilung“ und fand deutliche Worte für die Heimgegner: „Man kann sich nicht ein Häuschen in der Idylle kaufen und dann erwarten, das Elend der Welt für immer auszusperren.“

Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für 100 Personen, 40 Plätze sind zur Zeit belegt. Darunter sind fünf Familien. Die Räume seien nach der Sanierung „in einem sehr annehmbaren Zustand“, so Schumann. Fehlen nur noch die Bewohner, doch Schumann rechnet damit, dass die 100 Plätze Ende des Monats alle vergeben sein werden. „Wir haben hier momentan noch Platz, aber es kommen jede Woche neue Menschen“, in Groß-Glienicke, „Allein in dieser Woche werden noch mindestens sieben Personen einziehen.“

Von Saskia Popp

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