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Potsdam Ein Leben fürs Kino
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10:45 12.11.2015
Klaus-Jürgen Gehrt feiert am 12. November seinen 70. Geburtstag. Quelle: Foto: Christel Köster
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Potsdam

„Es war eine schöne Zeit und nie langweilig. Ich habe immer wieder neue, hoch interessante Leute kennengelernt, darunter Künstler wie Vicco von Bülow, Götz George, Armin Müller-Stahl, Leni Riefenstahl, Egon Günther, Siegfried Kühn“, sagt Klaus-Jürgen Gehrt, wenn er an seine Zeit als Filmtheaterleiter denkt. Fast 30 Jahre lang, von 1974 bis 2003, hat der Potsdamer in diesem Metier gearbeitet, angefangen von dem seit Jahren geschlossenen Kiez-Kino „Melodie“ in der Friedrich-Ebert-Straße, über das „Thalia-Theater“ in Babelsberg bis hin zur Bühne im Filmmuseum. Heute, am 12. November, feiert der langjährige, frühere Kino-Chef seinen 70. Geburtstag.

Von seiner Zeit im „Melodie“, wo er eine „tolle Truppe“ von zehn Mitarbeitern, darunter acht Frauen, leitete, sind ihm neben den aktuellen Potsdamer Filmgesprächen die Aufführungen der vielen internationalen Kinderfilme, die zuvor beim Filmfestival „Goldener Spatz“ in Gera und Erfurt ausgezeichnet worden waren, und die Opole-Wochen mit polnischen Filmen und Gästen besonders im Gedächtnis geblieben.

Vor dem Mauerfall hatte der studierte Kulturhausleiter exakte Planvorgaben zu erfüllen, denn 65 Prozent der Besucher mussten Filme aus der DDR oder dem sozialistischen Ausland gesehen haben. Als Gehrt dann 1990 das Kino im Filmmuseum übernahm, brauchte er sich um solche Dinge nicht mehr zu kümmern. Und anstatt nur mit Progress, hatte er es jetzt mit unzähligen Verleihern aus der ganzen Welt zu tun. Die seit Jahren praktizierte gute Zusammenarbeit mit den Potsdamer Schulen lief weiter, und zu den Ausstellungen des Hauses, wie 2002 bei der Exposition über Romy Schneider, zeigte er begleitend künstlerisch hochwertige Filme.

Auch heute geht der Potsdamer noch gern ins Kino. Er reist viel und feiert sein 70. Wiegenfest mit Ehefrau Beate in der Lagunenstadt Venedig. „Da holen wir dann auch gleich unsere Hochzeitsreise nach“, meint der Jubilar schmunzelnd.

„Melodie“ – Kino und Filmcafé

Das Kino „Melodie“ in der Friedrich-Ebert-Straße galt bundesweit als das älteste ausschließlich als Lichtspielhaus errichtete Gebäude.

Eröffnet wurde das Kino 1912 unter dem Namen „Residenz-Lichtfestspiele“; so hieß es bis Kriegsende. Im Gründungsjahr der DDR 1949 wurde es in „Melodie“ umbenannt.

Wegen Unrentabilität wurde das Kino nach Eröffnung des UCI in den Bahnhofspassagen 2004 geschlossen. Alle Pläne, das Ensemble als Kulturstandort wiederzubeleben, scheiterten.

Das Filmcafé „Melodie“ im Vorderhaus war nach dem Kino-Aus ein beliebter Treffpunkt. Dennoch musste Inhaber André Hobusch das beliebte Café schließen – der neue Eigentümer will das Gebäude in bester Innenstadtlage anderweitig nutzen.

Am 31. Juli 2015 kam das Café-Inventar unter den Hammer, darunter das beliebte rote Sofa und diverse Kinodevotionalien.

Von Karin Markert

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