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Potsdam Ehrenhain aus Kundus bald in Geltow
Lokales Potsdam Ehrenhain aus Kundus bald in Geltow
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11:02 22.10.2013
An dieser Mauer im Feldlager waren Plaketten mit Namen der 20 Toten aus dem Feldlager Kundus angebracht. Quelle: dpa
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Geltow

Geltow soll zu einem zentralen Gedenkort der Bundeswehr werden. In einer großen Ehrenhain-Anlage auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos wird dann all jener Soldaten gedacht, die bei Bundeswehreinsätzen im Ausland ums Leben kamen. Das Außergewöhnliche: Die Anlage wird nicht gänzlich neu angelegt, sondern sie wird aus Teilen von Ehrenhainen aus Feldlagern in Afghanistan, dem bosnischen Sarajewo und ‒ nach Abschluss des Einsatzes ‒ auch aus dem Kosovo bestehen. Die Geltower Gedenkstätte wird Mitte November 2014 eröffnet; erster Spatenstich ist bereits Ende dieses Monats, teilte Major Mario Carlsson von der "Arbeitsgruppe Ehrenhain" im Einsatzführungskommando gestern auf Anfrage mit.

In diesen Tagen verlassen nicht nur Menschen, Militärgeräte und sonstiges Equipment das Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Kundus. Gestern wurde auch mit dem Abtransport des emotionalen Herzstücks des Lagers begonnen: Der so genannte Ehrenhain, der von den Soldaten selbst zum Gedenken an ihre 20 im Einsatz gefallenen Kameraden errichtet worden war, befand sich zentral im Feldlager im Eingangsbereich. Hier erwiesen hochrangige Gäste bei Besuchen im Feldlager den Gefallenen immer ihren Respekt. Ende Oktober wird der Ehrenhain mit dem 2,3 Tonnen schweren Gedenkstein und Teilen der 20 Meter langen Mauer, auf der sich die Gedenkplaketten befinden, in Geltow ankommen. Bis zur Eröffnung des zentralen Ehrenhains neben dem Offiziercasino bleiben die Mauer und der Gedenkstein aus Kundus in Containern verstaut. Es ist nicht der erste Transport dieser Art, der im Einsatzführungskommando eintrifft: Die Haine aus den afghanischen Feldlagern im "Observation Post North", aus Kabul und aus Fayzabad sind schon da. Nach Ende der Afghanistan-Mission kommt der Ehrenhain aus Mazar-i-Sharif nach. Bereits in Brandenburg eingetroffen ist der Gedenkort aus dem Feldlager in Sarajewo.

Gestern wurde in Kundus der Gedenkstein abtransportiert. Foto: dpa

Wegen ihrer teilweise beträchtlichen Größe können die Haine allerdings nicht "eins zu eins" aufgebaut werden, so Major Carlsson: "Aber sie sollen alle wiedererkennbar rekonstruiert werden." Zur Anlage gehören neben den originalen Teilen aus den internationalen Feldlagern dann auch Stelen zu beiden Seiten des Hauptwegs, auf denen die Namen aller Gefallenen eingraviert sind. Ein "Wald der Erinnerung" ist als Gedenkort für all jene Angehörigen gedacht, deren Familienmitglieder bei Bundeswehreinsätzen im Inland ums Leben gekommen sind ‒ darunter fallen auch Unfälle oder Suizide. Carlsson: "Die Hinterbliebenen können hier ihrem Sohn oder Ehemann einen Baum widmen."

Im Ehrenhain wird das Gedenken nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Besucher sollen an sieben Tagen der Woche Zutritt haben. Einzige Bedingung: das Vorzeigen des Personalausweises.

Von Ildiko Röd

Hier geht es um den Respekt

 Martin Dutzmann ist evangelischer Militärbischof.
 

MAZ: Wieso wählte man Geltow für die Gedenkanlage?
Martin Dutzmann: Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Gedenkstätten im jeweiligen Land zu lassen, aber das verwarf man. Genauso wie die Überlegung, sie in Deutschland dezentral bei den betroffenen Truppenteilen aufzustellen. Die Überlegung war dann, die Ehrenhaine in Geltow zusammenzuführen, weil von dort aus alle Bundeswehreinsätze geleitet werden. So wurde es mit den Hinterbliebenen abgesprochen.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind ja teilweise umstritten.
Dutzmann: Das ist richtig, aber der Ehrenhain dient nicht der Legitimation der Einsätze. Hier geht es um den Respekt vor den Gefallenen und Respekt vor jenen Soldaten, die die Gedenkstätten im Einsatzland für ihre Kameraden errichteten.

Wird die Garnisonkirchenstiftung, die sich auch der Militärseelsorge verschrieben hat, die Seelsorge im Ehrenhain übernehmen?
Dutzmann: Es ist geplant, dass die Stiftung im Bereich von Friedensbildung und Versöhnungsarbeit mit der Militärseelsorge zusammenarbeitet. Die Antwort auf Ihre Frage lautet also: Nein.

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