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Potsdam Ehrung für Potsdamer TV-Kommissar
Lokales Potsdam Ehrung für Potsdamer TV-Kommissar
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09:44 02.06.2017
In seiner Rolle als Oberkommissar Tom Kowalski in Soko Leipzig jagt der in Potsdam lebende Schauspieler Steffen Schroeder Verbrecher. Quelle: Foto: ZDF
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Potsdam

Erst diese Woche war Steffen Schroeder wieder in der JVA Tegel, um Micha zutreffen. Micha, den Mörder und ehemaligen Neonazi, den der in Potsdam lebende Schauspieler als ehrenamtlicher Vollzugshelfer seit vier Jahren betreut. Michas Geschichte bewegt viele. „Ich bekomme sehr persönliche, teilweise ergreifende Rückmeldungen“, sagt Schroeder, der wie berichtet ein Buch über seine Treffen mit dem Häftling geschrieben hat. Am 9. Juni liest er an der Fachhochschule nun erstmals auch in seiner Wahlheimat Potsdam aus seinem im März erschienen Werk „Was alles in einem Menschen sein kann – Begegnungen mit einem Mörder“.

„Viele bedanken sich für diesen Einblick in den deutschen Strafvollzug, eine ja sonst eher verborgene Welt“, sagt Schoreder. „Viele bedanken sich auch für Michas Mut und Offenheit, dass ich diese Geschichte erzählen durfte.“ Gefreut habe er sich auch darüber, dass ihm mehrere Justizbeamte und auch ein Anstaltsleiter sehr positiv geschrieben hätten. „Wichtig war ihnen auch, dass die Öffentlichkeit über den massiven Stellenabbau in diesem Bereich erfährt, mit noch nicht absehbaren Folgen“, sagt der 43-Jährige, der Fernsehzuschauern als Polizeioberkommissar Tom Kowalski aus Soko Leipzig bekannt ist.

Für sein Buch über den Potsdamer Knacki Micha, der einen Mann erstochen hat, und seinen ehrenamtlichen Einsatz im Strafvollzug ist Schroeder nun der Preis „Exit-Botschafter 2017“ verliehen worden. Exit Deutschland ist ein Verein, der seit 17 Jahren Aussteiger aus der rechtsextremen Szene wie Micha begleitet. Seine Interesse und sein Engagement für Menschen, die schwere und nicht entschuldbare Fehler gemacht haben, zeichne Schroeder im besonderen Maße aus, begründet Exit die Auswahl des Preisträgers. „Er versucht zu verstehen ohne zu entschuldigen, versucht zu erfahren, wie der einzelne Mensch seine Chance auf eine Veränderung des Lebens zum Besseren erkennen und umsetzen kann“, heißt es in der Würdigung. „Und er weiß um Vielfalt der Widersprüche.“

Exit Deutschland wurde im Jahr 2000 von dem Kriminalisten Bernd Wagner und dem ehemaligen Neonaziaktivisten Ingo Hasselbach gegründet. Mehr als 650 Aussteiger aus der rechten Szene wurden seitdem begleitet. Vorgänger von Steffen Schroeder als Exit-Botschafter sind unter anderem der Journalist Hans Ulrich Jörges sowie die Zehlendorferin Irmela Mensah-Schramm, die rassistische und antisemitische Aufkleber und Graffiti auch in Brandenburg entfernt. Neben Steffen Schroeder, der Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater und am Berliner Ensemble war, ist in diesem Jahr der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) von Exit für sein Engagement gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet worden. Die Abkehr des zu lebenslanger Haft verurteilten Potsdamers Micha, der im wahren Leben anders heißt, wird in Schroeders Buch gut und vor allem glaubwürdig beschrieben.

Nach der Lesung in der Fachhochschule diskutiert der Autor mit der Rechtsanwältin und Sozialarbeiterin Susan Vogel vom FH-Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften sowie Juraprofessor Gerhard Nothacker von der Berliner Humboldt-Universität über Täter, Opfer, Strafe und Strafvollzug.

Auch beim Deutschen Präventionstag am 19. Juni in Hannover wird der gebürtige Münchner, der mit seiner Frau und seinen drei Söhnen seit zwölf Jahren in Potsdam lebt, dabei sein. Im Programm des Opfervereins Weisser Ring liest er aus seinem Buch, das im renommierten Rowohlt-Verlag erschienen ist. Vorher, am 15. Juni, ist Schroeder bei der Sendung „zibb“ im RBB-Fernsehen zu Gast.

Lesung mit Steffen Schroeder im Rahmen des Asta-Hochschulfestes, Freitag, 9. Juni, 16.30 Uhr, FH -Hauptgebäude, Kiepenheuerallee 5.

Von Marion Kaufmann

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