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Potsdam Eichenspinner legt Verkehr lahm
Lokales Potsdam Eichenspinner legt Verkehr lahm
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10:14 14.06.2013
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POTSDAM / BAD BELZIG

. Das gaben die zuständigen Behörden bekannt. Die Sperrung betreffe ausschließlich den Bereich zwischen den Anschlussstellen Niemegk und Klein Marzehns, also 11,5 Kilometer, hieß es. Sie sei für zehn bis 15 Minuten vorgesehen. An dem Abschnitt stehen die mit den schädlichen Insekten befallenen Eichen direkt an der Autobahn.

Wie der Leiter der Autobahnmeisterei Niemegk, Hans-Joachim Bastian, auf Anfrage erklärte, sei es nicht geplant, den Verkehr in der Zeit der Hubschraubereinsätze umzuleiten. „Eine Ableitung wäre unangebracht und würde nur das Umland verstopfen“, sagte er.

Wegen der unvorhersehbaren Wind- und Witterungsverhältnisse Mitte Mai sei auch noch keineswegs absehbar, inwieweit es eine Vollsperrung zeitgleich in beide Richtungen geben müsse. Das hänge mit der Winddrift am Einsatztag zusammen, so der Experte. Bastian zeigte sich als „unmittelbar Betroffener“ verwundert, selbst nicht zu der entscheidenden Beratung im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Beelitz-Heilstätten hinzugezogen worden zu sein. Dort hatten kürzlich unter anderem Vertreter des Landkreises Potsdam-Mittelmark, der Forstbehörden, des Landesstraßenbetriebes sowie des Umweltministeriums und der Kommunen die Details zur Schädlingsbekämpfung aus der Luft besprochen (die MAZ berichtete).

Witterungsbedingt werden die Flüge in diesem Jahr erst zwei Wochen später als 2012 stattfinden können. Vagen Voraussagen zufolge könnte das Anfang oder Mitte Mai sein, also in jedem Fall erst nach dem Blattaustrieb. „Was die logistische Planung so immens erschwert, sind die dann herrschenden Windverhältnisse. Abgesehen davon, sollte es keinesfalls regnen, auch nicht unmittelbar nach dem Versprühen der Insektizide“, erklärte der für die gesamte Organisation zuständige Michael Kopka vom brandenburgischen Landesforstbetrieb. Die zu behandelnden Flächen würden sich momentan immer noch täglich ändern, sagte er. Auch das mache Prognosen mehrere Wochen im Voraus unmöglich.

Im vorigen Jahr habe die Erfolgsquote der Vernichtung der Raupen bei etwa 70 bis 80 Prozent gelegen, berichtete der Experte. Das sei schon sehr gut gewesen. „100 Prozent des Raupenbesatzes zu erwischen, ist aber illusorisch“, so Kopka. Immerhin würden gerade einmal 35 bis 50 Liter Wasser auf einem Hektar ausgebracht. Dem Wasser würden drei Liter Insektizid beigemischt.

Versprüht wird im Falle des Eichenprozessionsspinners das per Ausnahmegenehmigung zugelassene „Dipel ES“ sowie das regulär zugelassene „Dimilin“, und zwar auf fast 1000 Hektar. Damit ist nahezu der gesamte Fläming betroffen. 2012 war es nur etwa die Hälfte der Fläche, die sich damals nur auf die Bereiche um die Burg Rabenstein und Niemegk beschränkt hatte.

Nach der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind die Hubschrauber mit „Dimilin“ oder mit „Karate“ betankt. Damit wird auf insgesamt 345 Hektar im Fläming, also weitgehend im Zuständigkeitsbereich der Oberförsterei Dippmannsdorf, die Nonne bekämpft.

Sie hat keine natürlichen Feinde. Insofern ist bei ihr davon auszugehen, dass jede einzelne, die schlüpft, auch die Bäume schädigen wird. Der Eichenprozessionsspinner hatte sich von Norden kommend nach Süden über fast das gesamte Land Brandenburg ausgebreitet. „So gibt es im laufenden Jahr nur drei von 30 Oberförstereien, die von dem Schädling als nicht betroffen gelten“, erklärte die Leiterin der Oberförsterei Dippmannsdorf, Karin Heintz. Rund 20 000 Hektar groß ist mittlerweile das Waldgebiet, in dem zwischen Prignitz und Lausitz der Eichensprozessionsspinner aus der Luft bekämpft werden muss. Laut Ausschreibung wird das über 1,7 Millionen Euro kosten.

Den Zuschlag für den Hubschraubereinsatz hat offenbar ein Bieterkonsortium aus Groß Kreutz erhalten. Einen zweiten Bieter gab es nach Behördenangaben nicht.

Die entsprechenden Wälder werden für jeweils 24 Stunden gesperrt. Dazu werden überall Hinweisschilder angebracht, die vor dem Betreten der Waldwege warnen. Die öffentliche Bekanntgabe erfolgt in den betroffenen Gemeinden aus den genannten Gründen sehr kurzfristig. (Von Rainer Marschel)

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