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Eigene vier Wände in Potsdam immer teurer

Grundstücksmarktbericht 2015 Eigene vier Wände in Potsdam immer teurer

Potsdam ist bei Zuzüglern beliebt. Das schlägt sich auf die Immobilienpreise nieder: Für Wohneigentum muss man vor allem in begehrter Innenstadtlage tief in die Tasche greifen. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht, sagen Experten.

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Nicht nur das eigene Häuschen im Grünen kostet, auch in Neubaugebieten wie hier an der Havelbucht ziehen die Preise an.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Der Zuzug lässt die Preise anziehen. Wer in Potsdam Wohneigentum erwerben will, muss Einiges auf der hohen Kante haben. Laut Grundstücksmarktbericht 2015verzeichnet der Potsdamer Immobilienmarkt kräftige Umsatz- und Preissteigerungen. Für ein freistehendes Einfamilienhaus ab Baujahr 1991 muss man im Schnitt 340 000 Euro hinlegen. Eine Doppelhaushälfte gibt es durchschnittlich für 299 000 Euro. Je nach Lage sind auf der Preiskala nach oben keine Grenzen gesetzt.

Im Vergleich zu München noch bezahlbar

„Die Nachfrage nach Immobilien in der Landeshauptstadt ist ungebrochen“, sagt Winfried Schmidt, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Das Umsatzvolumen sei gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich um 32 Prozent auf 983 Millionen Euro gestiegen. Auch in den nächsten Jahren sei mit einem weiteren Anstieg der Potsdamer Grundstückspreise zu rechnen, prognostiziert Schmidt. Denn der Zuzug hält an. Jüngst ergab eine Studie, dass nur jeder dritte Potsdamer auch hier geboren ist. Für Neu-Potsdamer sind Immobilien in Preußen – je nach Herkunft – dabei sogar vergleichsweise erschwinglich: Ein Reihenmittelhaus in München kostet im Schnitt 710 000 Euro. In Potsdam muss man fürs Wohnen in Reih und Glied durchschnittlich 378000 Euro ausgeben.

5870 Euro pro Einwohner wurden 2015 auf dem Potsdamer Immobilienmarkt umgesetzt.

Eigentumswohnungen sind sowohl für Kapitalanleger als auch für Eigennutzer begehrte Objekte: Insgesamt wurden 2015 in Potsdam 1098 Eigentumswohnungen erworben – 42 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz in diesem Segment Betrug 274,1 Millionen Euro – ein sattes Plus von 75 Prozent.

Das Preisniveau für Eigentumswohnungen hat sich dabei nur für ältere Immobilien nach oben entwickelt. Für Wohnungen mit Baujahr vor 1960 werden im Erstverkauf 4300 Euro pro Quadratemeter aufgerufen – im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um drei Prozent. Bei den Wohnungen, die erst 1991 und später errichtet wurden, liegt der Kaufpreis stabil bei 3360 Euro pro Quadratmeter.

Die Anzahl verfügbarer Wohnungen wird immer geringer: Die Leerstandsquote liegt bei unter einem Prozent, was zu einer besonderen Nachfragesituation und Mietsteigerungen führt.

519 bebaute Grundstücke wurden 2015 in Potsdam verkauft, darunter 388 Ein- und Zweifamilienhäuser, Villen, Reihenhäuser und Doppelhaushälften. 57 Mehrfamilien – sowie 63 Geschäftshäuser wechselten den Eigentümer. Der Umsatz hat sich im Vergleich zu 2014 um 24 Prozent auf 598,7 Millionen Euro erhöht.

Der Grundstücksmarktbericht kann für 30 Euro in gedruckter Form oder als PDF-Datei bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Friedrich-Ebert-Straße 79/81, erworben werden.

 

Im Sanierungsgebiet wird es besonders teuer

Kaufinteressenten schätzten die hohe Wohn- und Lebensqualität Potsdams, heißt es in dem Bericht. Gefragt sei eine stadtnahe Lage mit guter sozialer und kultureller Infrastruktur. Auch Denkmalobjekte und Immobilien in Sanierungsgebieten seien begehrt, weil dort noch attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten bestehen. Auch Bauland ist entsprechend teuer: In den beliebten innerstädtischen Wohngebieten stiegen die Bodenrichtwerte um bis zu 70 Euro pro Quadratmeter. Im Potsdamer Stadtzentrum (Sanierungsgebiet) wurden im Vorjahr Baulandpreise von bis zu 850 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Im Zentrum Babelsberg – ebenfalls Sanierungsgebiet – werden zwischen 210 und 340 Euro pro Quadratmeter fällig. Wer meint, im Neubaugebiet noch Schnäppchen zu machen, tut sich auch schwerer: Für Geschosswohnungsbau in mittlerer Lage werden bis zu 450 Euro pro Quadratmeter verlangt – ein Steigerung zum Vorjahr um 70 Euro.

Von Marion Kaufmann

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