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Potsdam Ein Abend für Schabulke
Lokales Potsdam Ein Abend für Schabulke
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19:02 26.10.2016
Schabulke, Steini und Marco Mehlis (v.r.n.l.) um 2010 bei einem Konzert der „Männerversteher“ in der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße. Quelle: Promo
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Babelsberg

„Mein Scheißhaus ist ’ne halbe Treppe tiefer/ Mit ’n alten rost’jen Schlüsselloch/ Det teil ick mir mit de Nachbarin Frau Schniefer/ Ick soll ihr sie’zen, doch ick duz ihr doch.“ So beginnt „Babelsberch 14482“, zweifellos das bekannteste Lied von Hubert „Schabulke“ Woite, der im November 2014 im Alter von 59 Jahren gestorben ist.

Im Club Charlotte soll am Freitag unter dem Motto „Nich’ so laut – und nich’ über’n Rasen“ an den Babelsberger Poeten und Musiker erinnert werden, der am Ufer der Nuthe mit dem Blick nach Potsdam sagte: „Da hinten is’ die Stadt, da will ick nich’ hin.“

Präsentiert wird zum Konzert „RealBlues“, die zweite CD der Babelsberger Band „Männerversteher“, die 2009 noch mit Schabulke am Schlagzeug eingespielt worden ist. Die Geschichte der 2006 gegründeten Combo ist eine wilde. Bandgründer Jürgen „Steini“ Steiner (64) erzählt von einem durch Alkohol verursachten personellen Totalausfall am Schlagzeug.

„Wir saßen im ,Weisenhaus’, ich habe von der Malaise berichtet. Hubert saß am Tisch und sagte, er würde die Aushilfe machen.“ Zur Daueraushilfe wurde Schabulke später unter der Bedingung, dass „deutschsprachig gesungen wird“, so Steiner. „Die Leute müssen die Geschichtenverstehen können, hat er gesagt, und dieser Vorgabe bleiben wir natürlich treu.“

Dass „RealBlues“ mit Titeln wie „Die Zigarette danach“, „Zieh’ die Schuhe aus!“ und „Hartz IV“ erst jetzt erscheint, ist mit technischem Missgeschick zu erklären: „Die Festplatte ist abgerauscht“, sagt Jörg-Peter Salge alias Z.A.P, in dessen Studio 13 die Scheibe jetzt neu abgemischt wurde.

„Wir haben damals jahrelang versucht, die Festplatte flott zu kriegen und jetzt hat es geklappt.“ Die Einspielung wurde „restauriert“, wie Salge sagt, einige Tonspuren wie der Bass neu eingespielt, andere wie Schabulkes Schlagzeug im Original erhalten.

Der Spitzname Woites rührt her von einer Spaßband der Vorwendezeit mit dem Namen „Schabulke-Projekt“, einer Verballhornung der Worte Schabernack und Ulk. Die Liebeserklärung „Babelsberch 14482“ wurde mit dem 1999 von Schabulke gegründeten „Trio Ungefair“ eingespielt. „Er war wirklich ein Volkskünstler“, sagt Steiner, „er konnte auch nicht anders“.

Die musikalische Karriere von Steiner begann 1999 als Gitarrist in einer Kleinmachnower Band namens „Stone Country“. Mit einem der Bandkollegen gründete er nach dem Aus dieser Combo die mehr auf Blues und Rock’n’Roll orientierten „Männerversteher“. Der Bandname entstand nach einem Küchendisput. „Der damalige Bassist sagte zu mir: Steini, du bist ja ’n richtiger Frauenversteher. Ich sagte: Die kann keiner verstehen. Ich bin ein Männerversteher.“

Als Vorband spielt am Freitag im Club Charlotte der „Tonverein Babelka“. Als Zugabe, sagt Steiner, soll auch Schabulkes Klassiker erklingen: „Im Nudeltopp, da bin ick uffjewachsen/ War manchmal traurig, manchmal froh/ Uff alle Fälle isset besser als in Sachsen/ In Babelsberch Vierzehn-Vier-Acht-Zwo.“

Info: Konzert am 28. Oktober in Potsdam, Charlottenstraße 31, Beginn: 20.30 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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