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Ein Fenster in Vergangenheit und Gegenwart

Potsdam Ein Fenster in Vergangenheit und Gegenwart

Das Potsdam Museum ist vier Jahre nach seinem Umzug und nach vielen Ausstellungen und Tagungen nun auch mit dem Konzept einer eigenen Schriftenreihe fertig: Das „Museumsfenster“ ist soeben in einem ersten Band erschienen und berichtet aus dem Innersten des Hauses: der Forschung an den Sammlungen.

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Chromolithografie einer Vedute nach Bild von Karl Lindemann-Frommel: Das neue Palais mit Communs vom Belvedere aus betrachtet.

Quelle: Potsdam Museum

Innenstadt. Es ist im Wortsinne wie im übertragenen ein Fenster in die Arbeit des Potsdam Museums: Die neue Schriftenreihe des städtischen „Forums für Kunst und Geschichte“ erscheint dieser Tage in einem ersten Band beim Bebra-Wissenschaftsverlag. Regelmäßige Publikationen aus dem Museum, das seit 2012 wieder am Gründungsstandort residiert, haben eine lange Geschichte im Haus. Bereits der 1909 gegründete Museumsverein publizierte, eine Tradition, an die das spätere Bezirksheimatmuseum Potsdam anknüpfen wollte. Gerade in den 1960er und 1970er Jahren erschienen viele wichtige Hefte zur Potsdamer Geschichte, darunter die Doktorarbeit des späteren Schlösser- und Gärtengeneraldirektors Hans-Joachim Giersberg. Mit dem Heft 17 von 1969 – schlicht „Beiträge zur Potsdamer Geschichte“ überschrieben – gelang sogar ein Coup: Mit einem Text, in dem er mit dem von der DDR gestreuten Mythos aufräumt, der schlimme Bombenangriff in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 sei ein anglo-amerikanischer gewesen, sorgte Historiker Hartmut Knitter für eine kleine Sensation: Er wies nach, dass in jener Nacht ausschließlich die britische Royal Airforce Bomben auf die Stadt warf. Entsprechend schnell vergriffen waren diese Hefte, wer noch eines zu Hause habe, solle es gut verwahren, es sei von hohem antiquarischen Wert, so Hannes Wittenberg, Vize-Chef des Potsdam Museums.

Die alten Hefte enthielten oft Monografien, waren also auf ein Thema ausgerichtet. Ganz anders das neue Museumsfenster. Direktorin Jutta Götzmann bezeichnete es als eine der Stärken der neuen Publikationsreihe, dass auf den 110 Seiten mit vielen Abbildungen neun Essays zu finden seien. Auch knüpft das Museumsfenster – wie der Titel erahnen lässt – ausschließlich an die Sammlung, die Neuerwerbe und die Ausstellungen des Museums an, wo die vorherige Heftreihe allgemein historische Themen rund um Potsdam aufgriff. Es ist somit ein Fenster in die Vergangenheit, wo Ausstellungen von ihren Kuratoren beschrieben werden, in die Gegenwart, wo über aktuelle Forschungsprojekte berichtet wird, und schließlich auch ein Fenster in die Zukunft, wenn Mitarbeiter oder externe Wissenschaftler über Neuzugänge oder kommende Ausstellungen berichten.

So begann das Museum Ende letzten Jahres etwa mit dem Online-Themenportal „Brandenburg im Bild“, dass sich um historische Stadtansichten, so genannte Veduten, dreht. Uta Kaiser, promovierte Kunstgeschichtlerin, geht in ihrem Beitrag im „Museumsfenster“ ganz besonders auf die Vedute in der Grafik des 19. Jahrhunderts ein und bleibt dabei eng an Potsdam angelehnt. Veduten kamen um 1820 gerade in Berlin und Umgebung auf, als die Lithographie erfunden war und der Flachdruck eine günstige Herstellung und den Verkauf solcher Ansichten ermöglichte. Viele Verleger konzentrierten sich stark auf Potsdam und brachten ganze Mappen mit Ansichten heraus. Nach dem Verleger Christian Horvath, der damit sehr erfolgreich war, siedelten sich weitere Verlage in der Stadt an, um dem gesteigerten Publikumsinteresse gerecht zu werden. An Ansichten mangelte es in Potsdam nicht.

110 Seiten Einblicke ins Museum

Die quadratische, fadengebundene erste Ausgabe des Museumsfensters ist ab sofort für 14,95 Euro im Shop des Potsdam Museums und im regulären Buchhandel erhältlich.

Sie erscheint im Bebra-Wissenschaftsverlag und hat die ISBN 978 3 95410 075 0.

Auf 110 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen stehen neun Essays zu Ausstellungen, Sammlungen und Forschungen des Potsdam Museums.

Wenke Nitz etwa geht auf mehr als zehn Seiten den Zuständen in Potsdam während des Ersten Weltkriegs auf den Grund – vom Kriegsausbruch über die Einquartierung von Soldaten bei Bürgern und die wirtschaftlichen Auswirkungen bis zur Lebensmittelversorgung und Spendensammlungen.

Mathias Deinert erzählt von der Herkunftsforschung am Potsdam Museum, die seit 2011 läuft und die Sammlungsstücke und Exponate daraufhin prüft, ob es sich möglicherweise um Raubkunst handelt.

Alle Texte sind wissenschaftlich fundiert, aber leicht lesbar aufgeschrieben

Von Jan Bosschaart

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