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Ein Genuss für Geist und Sinne

Ausstellung „Moinsen“ mit Plastiken und Installationen von Julius Dörner im Kunsthaus im Ulanenweg Ein Genuss für Geist und Sinne

Man geht immer wieder erwartungsvoll ins Kunsthaus im Ulanenweg. Am Sonntag wurde dort eine Ausstellung mit Plastiken und Installationen von Julius Dörner eröffnet, betitelt mit einem fröhlich-hanseatisch klingenden „Moinsen“.

Der Ausstellungsort verspricht anspruchsvolle moderne Kunst, nicht immer leicht im Verständnis. Und so viel gleich vorweg: Diese Ausstellung ist einfach beglückend in ihrer formvollendete Heiterkeit!

Der 1987 in Hamburg geborene Julius Dörner ist noch im Studium an der Universität der Künste zu Berlin. Seit gut vier Jahren sind seine Arbeiten bei namhaften Gruppenausstellungen gefragt. Im vergangenen Jahr verlieh ihm die Kunstakademie Helsinki ein hoch dotiertes Stipendium. Die originelle Kollektion im Kunsthaus ist ganz im Sinne des Ausstellungstitels als ein Gruß von der Küste an Land und Leute zu verstehen.

Der Besucher steht in der Ausstellung erst einmal vor einer Wand. Aber was für eine Wand! Sie öffnet den Blick in eine im Formenrhythmus pulsierende abstrakte Landschaft. Das immer wiederkehrende dreiseitige, pyramidenähnliche Grundelement wird variiert in seiner Farbigkeit zwischen Weiß und Schwarz, diffizil ergänzt durch die zarten Grautöne des darauf fallenden Lichtes. Akzentuierter Rhythmus ist das Grundelement der Formgebung und bringt Musikalität in diese einzigartige Komposition.

Baustoff aller ausgestellten Objekte sind Zivilisationsreste mancherlei Art. Julius Dörner entdeckt ihre Verwendbarkeit für ungewöhnliche Formkonstrukte. Da wird aus Glas, Messing, Pressspan und einer ausrangierten Türklinke ein wundersamer Schrein gebaut. Ein anderes Mal ist es ein Stück Gardinenstange, die zu einer imaginären, vom Jugendstil inspirierten Wandleuchte mutiert. Rahmen von Altbautüren werden zu einem Wandrelief geschichtet.

Befreit aus der Pflicht des Alltags und bewahrt durch Phantasie und Formempfinden des Künstlers, wird Abfall zu höchst origineller moderner Kunst. Es ist eine ästhetische Metamorphose. Das ist seriös gemacht – doch mit welch hintergründiger Heiterkeit! So entpuppt sich eine von den Spuren der Zeit gezeichnete rot-weiße Kachelwand als ein Gebilde aus Lego-Steinen. Profane Pressglasuntersetzer werden zu Medaillons, verbogenes Rohrgestänge zu modernster Tischkonstruktion. Diese verblüffenden Neugeburten sind ein Genuss für Geist und Sinne.

Bevor man sich von dieser so geistreichen Schau verabschiedet, sollte man doch noch die Toilette, ein Kunstkabinett besonderer Art, besuchen. Es lohnt sich.

Ulanenweg 9, bis 17. März, Mi 11–18 Uhr, Do/Fr 15–18 Uhr, Sa/So 12–17 Uhr, 0331/200 80 86 (Von Arno Neumann)

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