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Ein Pokémon-Opi gesteht: Darum jage ich Monster

Hype um Spiele-App Ein Pokémon-Opi gesteht: Darum jage ich Monster

Sie gehören längst zum Stadtbild – die Pokémon-Jäger. Mit Smartphones in der Hand begeben sie sich auf Monsterjagd, zum Unverständnis vieler anderer Passanten. MAZ-Bildredakteur Michael Hübner kann das nicht verstehen. Er ist leidenschaftlicher Pokémon-Jäger und nennt sich selbst Pokémon-Opi. Hier erklärt er, warum.

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Michael Hübner jagt leidenschaftlich gerne – Pokémons.

Quelle: André Bauer

Potsdam. Ich bekenne, ich bin ein Pokémonspieler. Mit 58 Jahren gehöre ich zwar nicht zur klassischen Altersgruppe von Pokémonjägern, aber das Spiel macht mir Spaß. Ich lasse mein Handy den ganzen Tag an. Aber nur nebenbei. Am Abend läuft Pokémon natürlich auch, wenn ich ein richtiges Online-Game am PC spiele.

Die jungen Leute staunen über den Pokémon-Opi

Mir gefällt vor allem die Pokémon-Community. Ich treffe häufig Spieler und komme schnell mit ihnen ins Gespräch. Ich frage „Pokémon?“. Die meisten Antworten „Na klar“ und staunen, dass ein Opi wie ich auch Pokémon spielt. Meist treffe ich junge Leute, ob auf der Freundschaftsinsel in Potsdam, am Nauener Tor oder auf dem Nuthewanderweg am MAZ-Gelände. Dort ist ein kleiner Hotspot für die niedlichen Figuren, wie Sterndu, Goldini und Karpador. Ganz nebenbei fliegt dort auch mal ein Eisvogel – im echten Leben auf der Jagd nach echten Fischen.

Ein paar Euros habe ich schon fürs Pokémonjagen ausgegeben

Egal wo man ist, überall trifft man Pokémonjäger. Kürzlich im Urlaub an der Ostsee lege ich mein Handy auf den Hoteltresen, die nette junge Dame von Gegenüber schaut aufs Display und sagt „Ich spiele es auch“. Ich freue mich und frage und „Wie viele haben Sie schon?“, „45“ antwortet sie. Ich habe immerhin schon 64. Aber ich gestehe, ein paar Euros habe ich schon für die Brutmaschinen ausgegeben. Für das Powerpack zum Aufladen unterwegs natürlich auch.

Mich fasziniert der virtuelle Kampf

Ich gehe gern an der Ostsee spazieren, laufe beim Pokémonjagen mehr als sonst. Irgendwie ist es lustig. Kilometerschruppen für Pokémons. Dann zurück auf dem Zimmer: Blick aufs Meer, Schiffe und Wellen und direkt vor mir die virtuelle Arena, in der ich gegen andere Spieler kämpfe. Ich trete ein in den Kampf, Bälle fliegen auf mich ein, bin sofort tot, ich weiß nicht, was ich tun muss. Sie haben keine Ahnung, was ich meine? Egal, mich fasziniert dieser virtuelle Kampf.

Manche Firmen und Länder verbieten das Spiel

Pokémon heißen erfundene Wesen , die auf Tieren oder Gegenständen basieren. Aus dem Japanischen übersetzt bedeutet das Wort „Taschen-Monster“. Spieler müssen sie sammeln und tragen sie mit sich rum.

1996 kam das erste Pokémon-Spiel heraus . Es folgten eine Anime-Serie, ein Sammelkartenspiel und bislang 18 Kino-Filme sowie das Lexikon „pokewiki.de“ im Internet – und im Juli kam das Spiel zum ersten Mal für Handys als App auf den Markt. Heute ist Pokémon Go ist neben Super Mario das bekannteste Spiel der Firma Nintendo.

Inzwischen verbieten Arbeitgeber sogar ihren Angestellten , die Spiele-App auf Firmenhandys zu installieren und ebenso das Spielen auf dem Firmengelände mit dem privaten Handy, wie das interne Schreiben eines Konzerns belegt, das MAZonline vorliegt.

Es gibt auch mehrere Länder , in denen die Menschen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt das weltweit beliebte Handyspiel „Pokémon Go“ spielen dürfen.

Der Hype um das Spiel hat längst Brandenburg erreicht – und schon für Unfälle gesorgt: In Neuruppin wurden Pokémon-Spieler mit Reitgas angegriffen. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten hat die Monster kürzlich erfolgreich vom Gelände der historischen Gedenkstätte in Sachsenhausen verbannt. Auch vorm Stahnsdorfer Südwestkirchhof machten die Jäger nicht Halt. In der Stadtverwaltung von Brandenburg an der Havel häufen sich wegen der Spiele-App die Beschwerden über wildes Parken und Müll, den viele Spieler hinterlassen. Die Spieler-Community selbst kennt gute Gründe, warum es sich in Jüterbog besser jagt als im hippen Berlin.

Übrigens, spielverträumt bin ich nicht. Wenn ich unterwegs Pokémons jage, passe ich auf. Nicht wie viele andere Spieler, die sich schon durchs Monsterjagen in gefährliche Situationen gebracht haben. Trotzdem: Ehrgeizig bin ich schon. Das nächste Ziel ist immer das nächste Level. Let‘s go, Pokémon, es verbindet - Rattfratz.

Rattfratz – der Traum unseres Autoren

Rattfratz – der Traum unseres Autoren.

Quelle: Nintendo

Von Michael Hübner

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