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„Ein Stückchen Heimat“

Eine Iranerin kocht traditionell im Schlaatz „Ein Stückchen Heimat“

Wer gestern das Haus der Generationen und Kulturen im Schlaatz betrat, dem knurrte der Magen. Viel zu gut roch es aus der Küche, wo die Iranerin Azam Narimani Behnagh traditionell iranische Speisen kochte – für sie „ein Stückchen Heimat“.

Die „kulinarisch-informative Weltreise“, vom Verein Soziale Stadt Potsdam initiiert, entführte die Besucher in die islamische Republik mit 78 Millionen Einwohnern.

Die 33-jährige Azam Behnagh ist in Teheran geboren und lebt seit neun Monaten in Deutschland. Nachdem sie zum Christentum konvertierte, begannen im Iran die Probleme. Die meisten Einwohner dort bekennen sich zum Islam. Die Buchhalterin verließ ihr Heimatland mit ihrem Sohn Alireza. Sie vermisst den Iran sehr: „Wenn ich die Flagge sehe, muss ich weinen“.

Trotz allem war die Stimmung gut, die zwei Dutzend Zuhörer lauschten der Rednerin gespannt. „Ich bin sehr aufgeregt“, gab sie vor ihrem kurzen Vortrag zu. Mit Karteikarten in der Hand erzählte Azam Behnagh in gebrochenem Deutsch von ihrer Heimat. Erst seit sie hier ist, lernt die Iranerin Deutsch, aber sie macht große Fortschritte.

Azam Behnagh lebt mit ihrem achtjährigen Sohn Alireza im Asylbewerberheim für alleinstehende Frauen in der Hegelallee. Der Junge besucht eine Potsdamer Grundschule.

Die Köchin wurde für ihre traditionellen Speisen gelobt: Lammeintopf mit Bohnen, Hähnchen in Walnuss- und Granatapfelsoße, Auberginenmus und landesübliche Desserts. Die Gäste vieler Nationalitäten aßen mit großem Appetit. Das freute die Iranerin, schließlich hatte sie zwei Tage zur Vorbereitung in der Küche verbracht. „Im Iran wird jeden Tag gekocht und man nimmt sich eine Menge Zeit dafür“, erzählte die junge Frau.

Beim Kochen unterstützte sie ihr bester Freund Navid Miri, den sie im Asylbewerberheim in Eisenhüttenstadt kennengelernt hat. Auch er ist erst seit neun Monaten in Deutschland. Die gewünschten Zutaten fanden sie in persischen Läden in Berlin. Von deutschem Essen kennt die Iranerin bis jetzt vor allem Kartoffeln und Wurst, „aber das habe ich schon sehr viel gegessen“, sagt sie lachend.

„Wir wollen den mulitnationalen Nachbarn in Potsdam die Möglichkeit geben, sich über Kultur und Essen kennenzulernen“, sagte Gabriele Röder, Geschäftsführerin des Vereins Soziale Stadt. Nächster Termin ist der 11. April, am dem Nilem Butt die indische Küche vorstellen wird. (Von Sofia Dreisbach)

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