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Ein Traum – am Wasser gebaut

Zu Hause in... Potsdam West Ein Traum – am Wasser gebaut

Zwanzig Mal ist Maria Ruge schon umgezogen. Jetzt – so scheint es – ist sie angekommen. Mit ihrem Lebensgefährten hat die 35-Jährige Anfang 2014 den Yachthafen Potsdam übernommen. Ein Lebenstraum, wie sie sagt. Ihre Erfahrung aus der Hotellerie ist goldwert im Hafen. Denn selbst Australier nehmen Kurs auf die Kastanienallee.

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Maria Ruge (35) und Leendert Messchendorp (52) führen den Yachthafen Potsdam.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam West. Es hat Maria Ruge schon immer ans Wasser gezogen. Als kleines Mädchen im Campingurlaub ist sie als allererstes zum See hinab geflogen, hat die Schuhe ausgezogen und die Füßchen ins Wasser gesteckt. Erst, wenn sie ein paar Schritte durch die funkelnden Wellen gewatet war, konnte sie Ferienruhe finden. „Wasser hat so eine Energie, so etwas Magisches“, sagt Maria Ruge (35), die ihren Lebenstraum – welch Wunder – ans Wasser gebaut hat. Nach Berufsjahren in der Hotellerie hat sie vor zwei Jahren mit ihrem Lebensgefährten, dem gelernten Schiffsbauingenieur Leendert Messchendorp (52) den Yachthafen Potsdam übernommen, jenen Betrieb, den Armin Burchardi nach der Wende aufgebaut und bis zum 80. Lebensjahr geführt hat.

„Das Leben und Arbeiten in einem Hafen ist eine Leidenschaftsgeschichte“, sagt Maria Ruge. „Wer wie wir zum Beispiel jeden Tag mit Motoren zu tun hat, aber am dritten Tag keinen Motor mehr sehen kann, ist hier falsch.“ Wer nicht anpacken kann, kein Praktiker ist, ebenso. Als das Paar am 1. Januar 2014 den Yachthafen übernahm, begann sogleich der große Kehraus. Maria Ruge und ihr Partner haben die Rezeption umgebaut, haben eine Schranke hinters Eingangstor gesetzt, aufgeräumt, gepflastert und gestrichen. Nicht zu vergessen die Verwaltung: Maria Ruge hat der über mehr als 20 Jahre hinweg betriebenen Zettelwirtschaft den Garaus gemacht und hunderte Kärtchen, auf denen die Daten der Kunden notiert waren, digitalisiert – will heißen: Zeile für Zeile abgetippt. Nun laufen Organisation, Planung und Management, Abrechnung, Registrierung und vieles mehr über eine spezielle Software.

 Wahrzeichen und Arbeitstier

Wahrzeichen und Arbeitstier: Bis zu 25 Tonnen hebt der Kran.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Das erleichtert vieles – immerhin ist der Yachthafen Potsdam einer der größten im Lande. Insgesamt 400 Plätze für Dauerlieger und Gäste können Maria Ruge und Leendert Messchendorp an der Kastanienallee, an der Neustädter Havelbucht und an der Planitz anbieten. „Und wir könnten locker anbauen, denn der Wassertourismus blüht“, so Maria Ruge. „In diesen unsicheren Zeiten – man denke nur an die Terroranschläge in der Türkei, in Tunesien und Ägypten – entdecken viele, dass Deutschland wunderschöne Ecken hat. Die Leute kommen dahinter, dass es noch mehr zu sehen gibt – und zwar zu Hause.“ Zu den einheimischen Freizeitkapitänen, von denen etwa die Hälfte aus Berlin-Brandenburg kommt, gesellen sich aber auch viele aus Holland, England und Frankreich. Mit von der Partie sind zudem Österreicher und Schweizer. Selbst US-Amerikaner und Australier nehmen Kurs auf die Kastanienallee. „Wir haben hier so viele nette Leute“, sagt Maria Ruge. „Es gibt kaum einen, der nicht happy ist, denn auf dem Boot zu sein, das heißt: Freizeit, Relaxen – kein Druck, kein Stress.“

Und erst dieser Ausblick! Gerade die Gäste aus der Ferne seien entzückt von den märkischen Wasserwelten, sagt Maria Ruge. Mit seinen 3000 Seen und 33000 Kilometern Fließgewässern ist Brandenburg für Wasserabenteurer eben das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Diese reizvolle Landschaft mit der Perle Potsdam im Herzen hatte es auch Maria Ruge schon lang angetan. „Und ich habe einiges gesehen!“, sagt sie. 20 Mal ist sie schon umgezogen. Aufgewachsen in der Uckermark und in Oberhavel, verschlug es sie zunächst nach Nordrhein-Westfalen, dann nach Mecklenburg-Vorpommern, hinauf nach Usedom, hinüber nach Holland und kurzzeitig nach Berlin. Nun, so scheint es, ist sie angekommen – hier in Potsdam, wo der Hafen ist, und auch in Werder, wo das Paar lebt. „Man weiß ja nie, wohin einen das Leben treibt“, sagt Maria Ruge. „Aber das hier ist es, was wir uns erträumt haben.“

Ein Name, drei Häfen

Der Yachthafen Potsdam verfügt insgesamt über 400 Liegplätze. Das Gros davon ist an der Kastanienallee zu finden, außerdem gibt es Bootsstände an der Oberen Planitz (60) und in der Neustädter Havelbucht (120).

Als Pächter gehören zum Yachthafen Potsdam an der Kastanienallee: ein Planenmacher, ein Außenbordmotorspezialist, Yachttechnik Potsdam (u.a. Lackierarbeiten und Holzbootrestauration), das Restaurant Kombüse 22, Ahoi Yachting (Event Charter), SUP Trip und die Hausbootvermietung Le Boat. Eine Bootsschule bietet u.a. den Sportbootführerschein Binnen-Motor, See und Binnen-Segeln an. An der Havelbucht haben sich niedergelassen: Potsdamer Bootscharter, Aansatz.com (u.a. Loungefloß) und die Floßvermietung Diki Tours.

Von Nadine Fabian

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