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Ein Tunnel für den Bahnhof in Marquardt

Zukunft des Potsdamer Nordens Ein Tunnel für den Bahnhof in Marquardt

Vor drei Jahren von den Potsdamer Stadtverordneten beschlossen, geht die „Strategieplanung zur Entwicklung des ländlichen Raumes“ nun in die Endrunde. Interessierte Bürger können sich noch bis zum 27. März mit Anregungen einbringen.

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Der Marquardter Bahnhof soll untertunnelt werden.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Der Bahnhof Marquardt wird zum Verkehrsknotenpunkt für Potsdams Norden und barrierefrei. Ein Mitarbeiter der städtischen Verkehrsplanung kündigte auf einer Bürgerversammlung in Eiche an, dass der Bahnhof nicht nur Park- und Ride-Station, sondern barrierefrei werden soll: „Das bedeutet, dass wir ihn untertunneln.“ Einen Zeitplan nannte der Mann nicht.

Verkehrsprobleme waren ein zentrales Thema in der abschließenden Runde der mittlerweile dritten Bürger- und Informationsveranstaltung für eine „Strategieplanung zur Entwicklung des ländlichen Raumes“, die 2014 von den Stadtverordneten eingeleitet wurde. Nach Veranstaltungen im März 2016 in Marquardt und Golm gab es nun in der Ludwig-Renn-Grundschule einen gut besuchten dritten Abend.

Die Ergebnisse des von der Beratungsfirma Complan moderierten Verfahrens sollen laut Eric Wolfram, Bereichsleiter Stadtentwicklung, bis April zusammengefasst und dann den Stadtverordneten vorgelegt werden. Bürger haben laut Wolfram bis zum 27. März die Möglichkeit, sich mit Anregungen zu beteiligen.

Als Basis dafür sollen im Internet auf www.potsdam.de Informationen veröffentlicht werden, die zur Veranstaltung in Eiche an Wandtafeln präsentiert wurden. Darunter befinden sich 43 sogenannte Maßnahmesteckbriefe, in denen Projekte für einzelne Ortsteile oder Themen skizziert wurden. Einige dieser Briefe waren zur Präsentation komplett ohne Inhalt. Matthias von Popowski von Complan sagte auf Nachfrage, dass „manche Themen noch in der Abstimmung“ seien.

Zu den Projekten, die an diesem Abend vorgestellt wurden, zählt eine Mitfahrinitiative „Pots-Ab“ für den Norden. Eine Fahrländerin kritisierte in der Abschlussrunde, dass der Rufbus wieder eingestellt worden sei. Taxis weigerten sich, in den Ortsteil zu kommen.

Mitfahrinitiative „Pots-Ab“

Susanna Krüger, Designerin und stellvertretende Ortsvorsteherin Satzkorns, hat gemeinsam mit Sabine Sütterlin, Wissenschaftsjournalistin und stellvertretende Ortsvorsteherin von Neu Fahrland, die Mitfahrinitiative „Pots-Ab“ für den Potsdamer Norden gegründet.

Kernidee ist die Bildung von Fahrgemeinschaften, um Geld zu sparen und den Verkehr zu entlasten. Kontakte können via Internet organisiert werden. Fahrer und Mitfahrer können auf einer eigens eingerichteten Seite nach einmaliger Registrierung Fahrten suchen und anbieten.

Zweite Möglichkeit ist der Direkt-Kontakt an der Straße per Pots-Ab-Karte, die seit Freitag bei der Gruppe zu bekommen ist. Autofahrer stecken sie hinter die Frontscheibe, Mitfahrer halten sie am Straßenrand hoch.

Weitere Infos auf www.potsab.de

Mehrere Diskussionsteilnehmer erinnerten daran, dass seit Jahren eine Ringbuslinie zur Verbindung der Ortsteile untereinander gefordert werde. Kritisiert wurde, dass Bildung in dem Beteiligungsverfahren „zu kurz gekommen“ sei. „Man guckt zu, wie wir Eltern im Regen stehen“, sagte Bettina Lange aus Fahrland.

Winfried Sträter, Ortsvorsteher von Groß Glienicke, kritisierte die Dauer des Verfahrens. Ausgangspunkt war eine Veranstaltung in Groß Glienicke im Jahr 2013 zum zehnten Jahrestag der jüngsten Eingemeindungswelle, bei der es viel Kritik aus den neuen Ortsteilen gab.

Von Volker Oelschläger

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