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Ein Viertel Jahrhundert aus vollster Kehle

Potsdam Ein Viertel Jahrhundert aus vollster Kehle

Die Chorgemeinschaft der Volkssolidarität Potsdam feiert Geburtstag. Im Herbst 1992 trafen sich ein paar Frauen, die als Helferinnen in der Organisation arbeiteten. Sie wollten singen. Und gründeten einen Frauenchor. Zehn Jahre später kamen Männer dazu. Die MAZ sprach mit zwei Sängerinnen.

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Renate Frommert (l.) singt seit den Anfängen im Chor der Volkssolidarität Potsdam. Ingeburg Henrich seit 1998..

Quelle: Annika Jensen

Potsdam. Dreizehn Frauen kamen im Herbst 1992 in der Villa Grenzenlos in Babelsberg zusammen. Sie wollten singen und zwar mehr als nur im Auto oder in der Dusche für sich allein. Sie waren allesamt Helferinnen der Volkssolidarität und die meisten von ihnen waren Rentnerinnen. Und so gründeten sie einen Frauenchor. Es war die Geburtsstunde der Chorgemeinschaft der Volkssolidarität. Nun feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Auch wenn die Gruppe erst 2002 mit der Gründung eines gemischten und eines Frauenchores zur Chorgemeinschaft wurde: ihre Geschichte beginnt im Herbst 1992. „Deswegen feiert die gesamte Chorgemeinschaft 25-jähriges Jubiläum“, sagt Ingeburg Henrich. Sie singt seit 1998 im Chor.

Die Chorgemeinschaft der Volkssolidarität

An den Treffen der Volkssolidaritätschöre nach der Wende beteiligte sich die Potsdamer Gruppe trotzdem. Man kommt seither zusammen, singt, tauscht sich aus.

Heute bestehen ein Gemischtchor und Frauenchor aus insgesamt 45 Stimmen. Vier davon sind Männer. Der Gemischtchor ist stets auf der Suche nach weiteren Männern. Vornehmlich im Seniorenalter.

Am Mittwoch, 6. Dezember, singen die Männer und Frauen ein Weihnachtskonzert in der Sternkirche. Damit feiern sie zugleich ihr 25-jähriges Jubiläum. Los geht es um 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die 89-Jährige sitzt mit ihrer Freundin im Wohnzimmer. Auch die 83-jährige Renate Frommert singt in dem Chor – seit seiner Gründung. Die beiden Frauen trinken Tee und erinnern sich. „Ein Jahr haben wir unter uns gesungen. Ohne Anleitung“, sagt Frommert. „Dann, kam eine der Frauen auf die Idee, Manfred Pagels, den damaligen Leiter der Musikschule, zu fragen, ob er unseren Chor leiten möchte.“ Er habe sofort eingewilligt. Und so begann ein Phase für den Chor, in dem er stetig professioneller und facettenreicher wurde. Pagels hatte nämlich auch selbst Komponiertes im Gepäck. Außerdem bearbeitete er Chorsätze anderer Komponisten.

Mehr Männer braucht der Chor

Seit Mitte der 1990er Jahre fahren die Frauen auf jährliche Treffen der Chöre der Volkssolidarität. So ging es nach Wien, Prag, Plattensee in Ungarn, Kolberg in Polen und viele Orte in ganz Deutschland. Schon da war es Pagels stets eine Freude, wenn die Ehemänner der Frauen mitkamen. „Er hatte gehofft, sie so für den Chor zu begeistern“, sagt Henrich und lacht.

Und tatsächlich: 2002 bemühte sich Pagels offiziell, mehr Potsdamer Männer für den Chor zu begeistern. Und es kamen auch Ehemänner. Leider waren es zu wenige, damit das Verhältnis in dem Chor passte. Und so teilte Pagels die Gruppe in einen Frauenchor und einen gemischten Chor. Die Chorgemeinschaft war geboren. So waren die wenigen Männerstimmen nicht zu vielen Frauenstimmen ausgesetzt. Immerhin hatte der Frauenchor in den Jahren zuvor zeitweise bis zu 60 Sängerinnen. Heute singen in beiden Chören 45 Menschen. Der Männermangel besteht noch heute. „Wie versuchen schon seit Jahren, mehr Männer zu gewinnen“, sagt Frommert. „Aber die, die singen, engagieren sich in Männerchören.“

Der Chor bekommt eine neue Leitung

2007 verstarb Manfred Pagels nach einer schweren Krankheit. 15 Jahre leitete er den Chor. Doch er sorgte rechtzeitig für seine Nachfolge. Während recht bald nach der Teilung des Chores der Frauenchor von Anna Katritzke übernommen wurde, nahm Gabriele Tschache den Dirigentenstab für den gemischten Chor als direkte Nachfolgerin von Pagels in die Hand. Ende 2008 wurde Astrid Raab Chorleiterin des Frauenchores. „Wir haben ein Riesenglück, dass wir mit Frau Tschache und Frau Raab zwei so wunderbare Leiterinnen haben“, sagt Henrich.

Sie sitzt in einem Sessel. Neben ihr trinkt Renate Frommert ihren mittlerweile kalten Tee aus. Sie schauen in das Gesangsbuch. Es gilt, sich vorzubereiten. Am Mittwoch, 6. Dezember, feiern sie das Chor-Jubiläum mit einem Auftritt in der Sternkirche. Sie freuen sich drauf. „Ich habe immer schon gern gesungen“, sagt Ingeburg Henrich. „Und in dem Chor sind Frauen, die ich von meiner früheren Arbeit kenne. Da ist es schön, sich regelmäßig wiederzusehen.“ Ähnlich sieht Frommert. „Musik bereichert mein Leben. Aber auch das Zusammensein mit so vielen liebenswerten Menschen ist ein Gewinn. Ich wäre sehr traurig, wenn ich nicht mehr mitsingen könnte.“

Von Annika Jensen

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