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Ein Viertel der Plätze in Flüchtlingsheimen frei

Asyl in Potsdam Ein Viertel der Plätze in Flüchtlingsheimen frei

Wegen der 2015 einsetzenden Flüchtlingskrise musste auch Potsdam schnell neue Unterkünfte einrichten, doch der Zuzug nahm ab. Jetzt sind viele Heime nur noch schwach belegt. Trotzdem soll noch in diesem Jahr eine neue Unterkunft dazukommen.

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Blick in ein Zimmer in der Unterkunft im Handelshof, die im März eröffnet wurde. Dort gibt es viele freie Kapazitäten.

Quelle: Foto: Friedrich Bungert

Potsdam. Die Zahl der Flüchtlinge ist in Potsdam so stark zurückgegangen, dass 24,8 Prozent, also rund ein Viertel, der Plätze in Flüchtlingsunterkünften nicht belegt sind. Den größten Leerstand hat das Heim in der Waldsiedlung Groß Glienicke. Von den rund 190 Plätzen wird nur knapp die Hälfte genutzt, wie aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Kleine Anfrage des Stadtverordneten Dennis Hohloch (AfD) hervorgeht.

Ein Konzept für eine Nachnutzung leerstehender Flüchtlingsunterkünfte bestehe nicht, so die Stadt. Die Mietverträge für Gemeinschaftsunterkünfte, deren Laufzeiten enden, würden aber nur verlängert, wenn diese dann noch benötigt würden. Die Unterkunft in der David-Gilly-Straße beispielsweise ist nur bis 2019 als solche vorgesehen.

Die Möglichkeit, die Kreativen des Rechenzentrums gegebenenfalls vorübergehend in leerstehenden Flüchtlingsunterkünften unterzubringen, bestehe nur theoretisch, heißt es in der Antwort auf die entsprechende AfD-Frage. Die bestehenden Einrichtungen seien baurechtlich als Gemeinschaftsunterkünfte genehmigt. „Eine Umnutzung erfordert eine entsprechende neue Genehmigung, die in der Regel bauliche Anpassungen mit Kostenfolgen nach sich zieht“, teilt die Stadtverwaltung mit. Zudem würde bei den Plätzen ein Puffer vorgehalten um etwa Flüchtlinge, die durch einen Familiennachzug nach Potsdam kommen, aufnehmen zu können.

Heim in der Marquardter Chaussee kommt

Aktuell gibt es in der Landeshauptstadt 14 Flüchtlingsunterkünfte, darunter den alten Landtag auf dem Brauhausberg, in dem derzeit gut 30 Prozent der Plätze frei sind. Im März wurde eine neue Unterkunft im Handelshof mit 140 Plätzen eröffnet, wovon nur rund 60 Prozent belegt sind. Dennoch will die Stadt noch in diesem Jahr eine neue Unterkunft in der Marquardter Chaussee mit 70 Plätzen eröffnen, wie Ordnungsdezernent Mike Schubert (SPD) am Sonntag auf MAZ-Abfrage bestätigte. „Vorher ist ein Tag der offenen Tür für die Anwohner geplant“, so Schubert. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Langfristig sei das Ziel der Landeshauptstadt, Geflüchtete in vielen kleinen Unterkünften verteilt im ganzen Stadtgebiet unterzubringen anstatt in großen Heimen, die angesichts des starken Zuzugs im Jahr 2015 notwendig waren und teils quasi über Nacht vorbereitet werden mussten.

In diesem Jahr muss Potsdam nach Prognosen des Landes rund 350 Flüchtlinge aufnehmen. Im Vorjahr kamen 661 Geflüchtete in die Landeshauptstadt, ein Drittel davon waren Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren.

Von Marion Kaufmann

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