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Ein Wassertank, der glücklich macht

Städtepartnerschaft Potsdam – Sansibar Ein Wassertank, der glücklich macht

Die Städtepartnerschaftsreise nach Sansibar führte auch zu Spendenprojekten von Potsdamer Schülern, zum Beispiel vom Leibniz-Gymnasium. Erschütternd zu sehen: Unter welch erschwerten Bedingungen die Kinder auf der tansanischen Insel lernen müssen – oft sogar auf dem Boden kauernd.

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Grundschüler der Mwanakwerekwe ’H Primary School in Sansibar-Stadt.

Quelle: Ildiko Röd

Potsdam/Sansibar. Jenseits von Afrika – und wieder zurück. Am Sonntag ist die Potsdamer Delegation rund um Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und die Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) nach 16-stündiger Fahrt aus Sansibar-Stadt zurückgekommen.

Zwischen der Hinreise am Montag und dem Trip Richtung Heimat lagen zwar nur fünf Tage. Aber die waren so prall gefüllt mit Erlebnissen und Emotionen, dass der innere „Film“ von der Fahrt in die neue Partnerstadt viel länger wirkt: Da sind die Bilder von der Altstadt Stone Town, wo die Frauen hinter den bröckelnden Fassaden der alten Kaufmannshäuser in halbdunklen, feuchten Hinterhöfen die Wäsche im Waschtrog waschen. Fließendes Wasser gibt es keines; nur einen Wassertank.

In den verwinkelten Gässchen sausen die Mopeds so halsbrecherisch um die Ecken, dass Ladeninhaber und Lastenträger nur um Haaresbreite ausweichen können. Zum Fernsehen versammelt man sich in stickigen Ladenlokalen. TV-Apparate sind Luxusgüter. Schließlich können die allermeisten Sansibari von dem 150-Dollar-Monatssalär (etwa 130 Euro) nur träumen, das zum Beispiel ein Ministeriumsmitarbeiter bekommt.

Es ist eine extrem bunte Welt, die fast mittelalterlich anmutet mit den vielen Läden entlang der staubigen Straßen und den Märkten. Frauen transportieren riesige Säcke auf ihrem Kopf. Supermärkte in unserem Sinne sind keine zu entdecken. Viel Landwirtschaft gibt es in den Dörfern mit den himmelwärts strebenden Palmen. Früher hielten sich manche Männer, denen man Zauberkräfte zuschrieb, gezähmte Leoparden in ihren Hütten.

Die Fischer fahren meist nachts hinaus. „Dann zünden wir ein Licht an und die Fische werden davon angelockt, so dass wir sie mit den Leinen fangen können“, erzählt der junge Malek, der auch Touristen durch die Gegend schippert. Zum Abschied ruft er den Satz, den die Menschen in diesem problembeladenen Land komischerweise besonders lieben: „Hakuna matata – kein Problem!“

„Welcome, karibu, Guten Tag“, singen die Grundschüler der Mwanakwerekwe ’H Primary School, als die deutschen Gäste ankommen. Dann zeigen sie ihre Klassen. In den Bänken sitzen die Schüler dicht gedrängt. Links die Jungen, rechts die Mädchen mit ihren weißen Kopftüchern. Und zwischen den Reihen kauern auch noch Kinder auf dem Boden. „65 bis 70 Schüler“, sagt eine Lehrerin, „sind in jeder Klasse.“ Glasfenster gibt es keine. Auch die Wände zum nächsten Klassenraum gehen nicht bis hinauf zum Wellblechdach. So kommt zwar immer frische Luft rein, aber auch der Lärm von nebenan.

Blick in eines der Klassenzimmer

Blick in eines der Klassenzimmer.

Quelle: Ildiko Röd

In einem Zimmerchen sitzen zwei Kinder vor einem Laptop: „Ich bin Adiju“, sagt das elfjährige Mädchen mit schüchternem Lächeln. Der Junge – Ibrahim – ist zwölf. Die insgesamt drei Computer stammen aus der Partnerschule, der Bruno-H.-Bürgel-Schule in Babelsberg. Beim Abschied überreicht der Schulleiter einen dicken Umschlag an Müller und Jakobs: „Unsere Schüler haben Briefe an die Kinder der Bürgel-Schule geschrieben.“

Blick aus dem Schulhof ins Klassenzimmer

Blick aus dem Schulhof ins Klassenzimmer.

Quelle: Ildiko Röd

Dann geht es zur Mtopepo Sekundarschule. Hier haben sich die Schüler des Leibniz-Gymnasiums engagiert. 2016 und 2017 übergaben sie jeweils 2000 Euro aus ihrem Sponsorenlauf an die Schule – unter anderem für einen Wassertank. „Es gab Fälle von Cholera an der Schule“, erzählt Bildungsexpertin Birgit Mitawi aus Potsdam: „Die hygienischen Bedingungen waren nicht gut und auf den Toiletten fehlte Wasser.“ Nun wird im Beisein der Gäste der Tank feierlich eingeweiht.

Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) und OB Jann Jakobs (SPD) mit dem Schulleiter

Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) und OB Jann Jakobs (SPD) mit dem Schulleiter.

Quelle: Ildiko Röd

Zum Abschied bietet sich das vielleicht eindrücklichste Bild der Reise: Es sind die großen Augen der Kinder; voller ehrlicher Freude und Interesse. Zuerst wirken die Schüler scheu, doch sobald man ihnen zuwinkt, tauen sie im Handumdrehen auf und winken begeistert zurück. Und ein paar ganz Wagemutige rufen sogar: „Jambo (Hallo)! Jambo!“

Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) und OB Jann Jakobs (SPD) mit dem Schulleiter

Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) und OB Jann Jakobs (SPD) mit dem Schulleiter.

Quelle: Ildiko Röd

Von Ildiko Röd

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