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Potsdam Ein Wegweiser für Erstsemester
Lokales Potsdam Ein Wegweiser für Erstsemester
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18:38 17.10.2017
In Golm sind die Natur- und Humanwissenschaften zu Hause.
Potsdam

 Die Uni in Potsdam verteilt sich auf drei große Standorte. Weit im Westen liegt der Campus Golm. Dort, wo früher die Elite der DDR-Staatssicherheit ausgebildet wurde, büffelt heute der Nachwuchs der Natur- und Humanwissenschaften. Der kann sich über hochmodern ausgestattete Hörsäle und Seminarräume freuen. Der Begriff „Wissenschaftspark“ ist Programm. Der weitläufige Campus ist sehr gut mit der Regionalbahn zu erreichen. Vom Potsdamer Hauptbahnhof fährt im 20-Minutentakt zudem die Buslinie 606.

4535 neue Studenten nehmen zum Wintersemester 2017/18 an der Universität Potsdam ihr Studium auf. Die MAZ hat 25 Erstsemester gefragt, warum sie sich für Brandenburgs Landeshauptstadt entschieden haben. Die Antworten reichen von "unglaublich" bis "typisch".

Einer der schönsten Campi in der Region ist das „Neue Palais“. Benannt ist der Campus nach dem Gästehaus Friedrichs des Großen, das direkt gegenüber steht. Die Uni hat an diesem Standort ihre Philosophische Fakultät. Der Hingucker schlechthin sind die „Communs“. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Neuen Palais sind heute Hörsäle, Seminarräume, Büros der Dozenten und Teile der Uni-Verwaltung untergebracht. Früher hatten Diener und Mägde dort ihre Zimmer, Köche bereiteten fürstliche Gerichte zu. In den letzten Jahren kamen mehr und mehr moderne Gebäude hinzu. Zu erreichen ist das Gelände mit den Buslinien 606 und 605 sowie mit der Regionalbahn.

Im Osten der Stadt liegt der Standort Griebnitzsee. Dort finden die Studenten der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie der Juristischen Fakultät alles, was sie brauchen. Zudem ist hier der Campus des Hasso-Plattner-Instituts zu finden. Als Haltestelle der S-Bahn-Linie 7 ist der Campus ideal gelegen für pendelnde Nachwuchswissenschaftler aus Berlin. Direkt am Ausgang des Bahnhofs steht der bei Studenten äußerst beliebte Döner-Imbiss. Eine ausgezeichnete Alternative, wenn mal wieder die Schlange in der Mensa zu lang sein sollte.

Die juristische Fakultät am Bahnhof Griebnitzsee. Quelle: Bernd Gartenschläger

Bibliotheken

An allen drei Campus-Standorten der Uni gibt es sogenannte Bereichsbibliotheken. Die Öffnungszeiten sind auf der Uni-Homepage zu finden.

Adham Al Fiad, 26, aus Deir al-Sor in Syrien, Studiengang: Psychologie. „Ich hatte mich auch woanders beworben, aber es gab oft Probleme mit der Anerkennung meiner syrischen Zeugnisse. Die Uni Potsdam hat sich sehr bemüht, mir zu helfen.“ Quelle: Martin Weigle

Die Macht der Studierenden

Studierende verändern die Universität. Im Studierendenparlament (Stupa) diskutieren engagierte Menschen über Dinge, die alle Studierenden etwas angehen: Semestergebühren und was damit angestellt werden soll. Alle Studierende zahlen pro Semester 10 Euro an das Stupa. Die Studierendenschaft verfügt über ein jährliches Budget von mehr als 400 000 Euro. Mit diesem Geld werden studentische Initiativen und Projekte gefördert wie beispielsweise das alljährliche Sommerfest. Das Stupa setzt sich aus gewählten Vertretern zusammen. Es funktioniert wie ein kleiner Bundestag und wählt jedes Jahr eine Art Regierung, den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta). Der Asta vertritt die Interessen der Studierenden bei der Uni-Leitung und sogar bei der Landesregierung. So haben alle Studierenden einen Einfluss auf die Hochschulpolitik. Ganz wichtig ist es daher, dass alle auch ihr Wahlrecht nutzen, denn im Stupa ist von Grünen und Liberalen bis zu christlichen Kommunisten alles vorhanden.

Der Campus am Neuen Palais Quelle: MAZ/Bernd Gartenschläger

Nie wieder Schwarzfahren

Jeder Student erhält mit der Unichipkarte (Puck-Karte), die als Uniausweis gilt, auch ein Semesterticket. Dieses Ticket gilt als Fahrschein für alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs in Brandenburg und Berlin. Kinder unter 6 Jahren dürfen kostenlos mitfahren, ein Kinderwagen oder ein Fahrrad und sogar ein Hund sind erlaubt. Fragen zum Semesterticket beantwortet der Asta jeden Donnerstag von 10 bis 14 Uhr im studentischen Kulturzentrum Hermann-Elflein-Straße 10.

Lucas Lebrenz, 18, aus Eberswalde, Studiengang: Geschichte, Politik und Verwaltung. „Ich studiere in Potsdam weil sich das historische Ambiente der Stadt für meine Interessen und mein Studienfach sehr anbietet.“ Quelle: Annika Jensen

Geld verdienen

Viele Studierende suchen sich einen Nebenjob, um etwas Taschengeld oder auch die monatliche Miete zu verdienen. Hilfe bekommen sie vom Studentenwerk Potsdam und vom Asta. Das Studentenwerk bietet eine Jobbörse an, die speziell für Studenten ausgeschriebene Stellen vermittelt. Nach der Onlineregistrierung kann man aus den wildesten Angeboten wählen: Anstellungen als Schwimmtrainer, Kellner, Nachhilfelehrer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bei rechtlichen Fragen oder Bedenken berät der Asta unter der Mailadresse jobberatung@asta.uni-potsdam.de.

Sportliche Studenten

Von Aquagymnastik über Fußball und Salsa bis zu Zombieball (einer Abwandlung des Völkerballs): Student sein kann auch für die Gesundheit einen großen Vorteil bedeuten. Nie wieder im Leben gibt es eine so günstige Gelegenheit, in der Gruppe oder alleine Sport zu treiben. Während herkömmliche Vereinsbeiträge im Jahr gerne in dreistelligen Sphären liegen, kosten einige Kurse beim Potsdamer Hochschulsport pro Mitmachphase von mindestens vier Monaten gerade mal 20 Euro. Und wer ambitioniert am Ball bleibt, kann sogar als Übungsleiter eigene Gruppe übernehmen. In 67 Sportstätten im gesamten Stadtgebiet und Berlin bietet der Hochschulport einer Auswahl von knapp 160 Sportangeboten.

Chiara Schimpe, 20, aus Magdeburg, Studiengang: Kulturwissenschaften. „Ich studiere in Potsdam, denn wenn man Kultur studiert, sollte man dort sein, wo die Kultur ist.“ Quelle: Annika Jensen

Hilfe

Es gibt kein Problem, das an der Uni nicht gelöst werden kann. Alle inhaltlichen Fragen zum Studium und zum Stundenplan, oder Konflikte zwischen Professoren und Studierenden behandeln die jeweiligen Fachschaftsräte. Jedes Studienfach hat auch einen Fachschaftsrat, bestehend aus engagierten Studierenden. Die Büros sind meistens in den Institutsgebäuden zu finden.

Für Fragen, die das Studium allgemein betreffen, hat der Asta verschiedene Beratungsstellen. Jedem Studierenden steht sogar eine kostenlose Rechtsberatung zu. Mehr Info gibt’s im Internet: www.astaup.de/service

Das studentische Leben spielt sich auch außerhalb der Campi ab. Zu Themen wie Wohnen, Essen, Studieren mit Kind oder Informationen für internationale Studierende ist das Studentenwerk zuständig. Zweimal in der Woche werden Sprechzeiten für eine Sozialberatung und auch für eine psychotherapeutische Beratung angeboten. Mehr dazu: www.studentenwerk-potsdam.de/beratung

Wenn alle Stricke reißen oder die Prüfungsangst grassiert, gibt es ein Sorgentelefon von Studierenden für Studierende. Auch ganz persönliche Probleme können hier vertraulich besprochen werden. Die „Nightline“ ist sonntags bis donnerstags von 21 bis 0 Uhr erreichbar unter: 0331 977 1834.

Rita Ciensky, 22, aus Berlin, Studiengang: Wirtschaf-Arbeit-Technik Lehramt. „Ich studiere in Potsdam weil ich schon immer hier leben wollte. Die Uni ist gerade groß genug und die Stadt ist mega schön.“ Quelle: Jonas Nayda

Von Annika Jensen und Jonas Nayda

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