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Potsdam Ein außergewöhnlicher Bildhauer
Lokales Potsdam Ein außergewöhnlicher Bildhauer
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19:32 26.01.2017
Horst Misch (l.) 1989 mit dem Kollegen Iwan Misko aus Minsk beim Modellieren zum Thema Raumfahrt Quelle: Foto: MV/MAZ/Wolfgang Mallwitz
Innenstadt

D

Mischs Repliken, wie der von Flora und Pomona flankierte Vertumnus, bestechen durch ihr Einfühlungsvermögen und großes handwerkliches Können. Schließlich galt es sich in eine bereits mehr als zweihundert Jahre zurückliegende Kunstepoche hineinzudenken.

Johann Peter Benkert schuf das steinerne Göttertrio auf dem Knobelsdorffhaus schon einige Jahre vor dem zwischen 1753-1755 erfolgten Bau des friderizianischen Alten Rathauses. Bekanntlich wurde das Ensemble des Alten Markts in der Nacht des 14. April 1945 zur Trümmerwüste und die meisten der barocken Ruinen danach successive abgerissen.

Das Alte Rathaus aber wurde bis 1966 mit den beiden kleineren Nachbargebäuden verbunden und als Kulturhaus wieder aufgebaut. Dass Misch nach Potsdam kam, verdankt die Stadt gleich mehreren Zufällen. Geboren wurde er 1931 in Bütow in Hinterpommern, wo er sich bereits als Jugendlicher fürs Schnitzen und Zeichnen begeisterte. 1947 mussten die Deutschen das nun polnisch gewordene Bytow verlassen und Misch landete im ärmlichen Jesuborn am Nordrand des Thüringer Walds.

Ein „Umsiedler“ aus Schlesien gab ihm in Ilmenau eine Lehrstelle als Steinbildhauer. Misch war der einzige Steinbildhauerlehrling im ganzen Kreis Ilmenau. Nach seinem Abschluss an der Fachhochschule in Weimar ging er nach Dresden und half mit, die Kriegsschäden am Zwinger zu beseitigen. Nebenbei zeichnete er an der Hochschule fleißig Akt bei Lea Grundig und ließ seine Arbeiten vom Bildhauer Werner Braun korrigieren.

1952 besuchte Willy Kurth, der damalige Direktor der Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, die Zwingerbaustelle und warb Misch regelrecht ab. Der 21-jährige ließ sich leicht überreden, in Potsdam am Chinesischen Teehaus mitzuarbeiten, da er sich auf der Zwingerbaustelle nicht willkommen fühlte.

Als er dann in Potsdam die schwer demolierten Figuren mit den abgeschlagenen Köpfen sah, war er schockiert und fühlte sich anfangs überfordert. Ein erfahrener Kollege, Karl Schmid, wurde seine „Rettung“, wie Misch heute freimütig bekennt. Wie schnell er damals lernte, belegen seine Figuren und Maskenköpfe am Alten Rathaus eindrucksvoll. Dabei ist zu bedenken, dass auf dem Barock-Ensemble nur eine Originalplastik erhalten war, von den anderen waren nur Fragmente übrig und eine Figur fehlte komplett. Oft musste nach schlechten Fotos oder Drucken rekonstruiert werden. Acht Jahre hat Misch für das Alte Rathaus gearbeitet.

Ende der 1960er Jahre begann er dann mit kleineren, eigenen Arbeiten auch als freier Künstler tätig zu werden. Für die Bronzestatue „Jugend“ von 1979 auf der Freundschaftsinsel stand ihm seine Tochter Uta Model. Zu wissen, dass die Plastik keine symbolische Verkörperung der Jugend sondern ein Porträt ist, erleichtert den Zugang. Es lohnt sich, nicht nur bei Mischs Barockplastiken innezuhalten, sondern gerade bei seinen zeitgenössischen Arbeiten einen zweiten Blick zu wagen.

Die Bronzeplastik „Jugend“ von Misch. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Künstler Horst Misch

Potsdam verdankt dem Caputher Horst Misch (*1931) nicht nur barocke Figuren und andere plastische Objekte, sondern beispielsweise auch die Wiederherstellung des Denkmals für den Potsdamer Stadtverordneten August Friedrich Eisenhart (1773-1846) in der gleichnamigen Straße.

Misch ist auch für seine Tierplastiken bekannt. Von ihm stammen der Keiler in der Waldstadt und die drei fast schon abstrakten Plastiken Am Moosfenn: Elefant, Fisch und Phönix.

Misch arbeitet nicht nur mit Sandstein sondern er experimentiert häufig mit farbigen Kunststeinen.

MAZ-Autor Lothar Krone stellt in seiner Serie „Bewegende Standbilder“ Kunst im öffentlichen Raum vor. Erschienen sind „Skulpturen auf dem Sims“ (29.11.), „Tanzpaar im Grünen“ (3.1.), „Das doppelte Marmorrätsel“ (16.1.) und „Flugschiffs stürmische Reisen (20.1.)

Von Lothar Krone

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