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Potsdam „Ein entspanntes Miteinander“
Lokales Potsdam „Ein entspanntes Miteinander“
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09:35 22.08.2016
Das Templiner Eck ist wohl auch für all jene ein bekannter Anblick, die ansonsten nur durch die Templiner Vorstadt rauschen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Templiner Vorstadt

Am Fuße des Brauhausberges, gesäumt von Wald und Wasser liegt die Templiner Vorstadt mit ihrem Herzstück Hermannswerder. Die Halbinsel macht den größten Teil der Gegend aus, durch die die Märkische Allgemeine in den nächsten zwei Wochen touren wird, um besondere Menschen, Häuser und Projekte vorzustellen.

Zum Auftakt hat die MAZ all jene, die in der Templiner Vorstadt zu Hause sind, gefragt, wie sie zu ihrem Stadtteil stehen. Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer – 88 Prozent – gibt an, gern in der Templiner Vorstadt zu leben. Dass sie ihren Stadtteil gut finden und es dort schöne Wohnungen zu bezahlbaren Preisen gibt, sagen 6 Prozent, 6 Prozent geben aber auch an, wegziehen zu wollen, weil ihnen die Gegend zu wenig bietet. Einer der Befragten kommt geradezu ins Schwärmen über „das entspannte Miteinander von Alt und Jung“.

Es ist turbulenter geworden – manch einer bedauert das

Dass in der Nachbarschaft viele neue Wohnungen entstanden sind und immer noch entstehen, heißen die Bewohner der Templiner Vorstadt offenbar für gut. Die meisten (56 Prozent) meinen, dass der Zuwachs keine Auswirkungen auf ihr Viertel gehabt hat, 25 Prozent sagen jedoch, dass es turbulenter geworden ist – das finden sie schade.

An der Wagenhausburg auf Hermannswerder, die in den vergangenen Jahren immer wieder zum Zankapfel der Stadtpolitik wurde, stört sich indes kaum jemand. Der alternative Kiez wird toleriert, auch wenn die meisten Befragten – 75 Prozent – einräumen, noch nie dort zu Gast gewesen zu sein.

Große Einigkeit herrscht in der Frage, ob die sozialen Einrichtungen auf Hermannswerder zur Identifikation der Vorstädter mit ihrem Stadtteil beitragen. 69 Prozent meinen, die Pflegeeinrichtungen für Alte und Behinderte sowie die Werkstätten würden zum guten Ruf des Stadtteils über die Stadtgrenzen hinaus beitragen, man pflege mit ihnen eine gute Nachbarschaft. 31 Prozent der Befragten gaben indes an, dass sie mit den Einrichtungen eher wenig zu tun haben.

Es fehlen Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen

Harsche Kritik hagelt es indes für die Stadtverwaltung. Die Bewohner der Templiner Vorstadt zählen das Rathaus vor allem für den schlechten Zustand der Straßen an. Vor allem der Zustand der Küsselstraße und der Bürgersteige sei katastrophal heißt es. „Da bricht man sich die Knochen, wenn man nicht ganz langsam geht.“ Oder: „Total bürgerunfreundlich.“ Und: „Eine Zumutung für alle.“ Die Vorstädter bedauern zudem, dass Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen fehlen. Die Verkehrsanbindung beurteilt man indes als gut, sogar als erstklassig. Allein der Lärm an der B2 störe.

Die Templiner Vorstadt

1307 Einwohner zählt die Templiner Vorstadt (Stand 2014), darunter sind 31 Ausländer.

Der Kinderanteil liegt bei 10, 0 Prozent und damit unter dem Potsdamer Mittel von 11,9 Prozent. Es gibt keine Kindertagesstätte in der Templiner Vorstadt und keine Grundschule, dafür aber das Evangelische Gymnasium der Hoffbauerstiftung.

Die Wohnfläche je Einwohner liegt bei 34,3 Quadratmeter. Es gibt 297 Single-Haushalte, 194 Zwei-Personen-Haushalte, 76 Drei-Personen-Haushalte und 64 Haushalte mit vier und mehr Personen.

Politik: Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2014 lag bei 35,7 Prozent. Stärkste Kraft war mit 27,7 Prozente die SPD, gefolgt von der Linken mit 22,1 Prozent, der CDU/ANW mit 14,1 Prozent, den Grünen mit 13,6 Prozent, der Anderen mit 9,8 Prozent und der FDP mit 2,4 Prozente. 3,3 Prozent der Wahlberechtigten machten ihr Kreuzchen für die AfD.

Bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2010 lag die Wahlbeteiligung in der Templiner Vorstadt bei 37,1 Prozent. 41,4 Prozent stimmten für Jann Jakobs (SPD) und 27, 5 Prozent für Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke). An der Stichwahl beteiligten sich 31,3 Prozent der Wahlberechtigten der Templiner Vorstadt. 67,6 Prozent stimmten für Jakobs, 32,4 Prozent für Scharfenberg. nf

Von Nadine Fabian

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