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Potsdam Ein letztes Mal Drama von Kerstin Kusch
Lokales Potsdam Ein letztes Mal Drama von Kerstin Kusch
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17:43 26.02.2018
Juliane Götz als Nadia (l.) und Marie Fischer als Anna in dem Jugendstück „Nadia“ am HOT. Quelle: Foto: Anne Heinlein
Potsdam

Es gibt einen Grund, warum sich Kerstin Kusch dem Jugendtheater verschrieben hat. Und der treibt die Theaterpädagogin am Hans-Otto-Theater (HOT) bis heute an. „Mich interessieren sozialpsychologische Prozesse“, sagt sie. „In Bezug auf die Jugendstücke, die ich hier inszeniert habe, bedeutet das, dass die jungen Protagonisten stets auf der Suche nach etwas sind.“ Sie stelle sich in ihren Stücken Fragen wie: Wonach suchen die Figuren? Was sind ihre Konflikte? Was sind ihre Widersprüche mit der Welt? „Mich reizen schlicht Menschengeschichten und unsere Geschichten im Kinder- und Jugendtheater sind ganz eindeutig Menschengeschichten.“

Kerstin Kusch, Regisseurin des Stücks "Nadia" Quelle: Hans Ludwig Böhme

Nach über 18 Theaterstücken verlässt Kerstin Kusch das HOT

Nach neun Jahren in Potsdam verlässt sie das Hans-Otto-Theater. Von Beginn an war sie nicht nur Theaterpädagogin, sondern auch Referentin für Theater für junge Zuschauer und gehörte somit dem Leitungsteam des HOT an. Als Regisseurin inszenierte sie über 18 Theaterstücke, zumeist für Kinder und Jugendliche. Darunter waren Stücke, in denen sie jene Suche der Protagonisten und deren Kämpfe ganz besonders gespürt hat und die für sie daher eine intensive Erfahrung waren. „,Märchenherz’, das hier mein erstes Jugendstück war, ist dafür ein Beispiel. In diesem Stück war das sehr greifbar. Da musste ich nicht nach der Suche suchen, sondern die Suche hat mich gesucht.“ Ähnlich erging es ihr mit den Stücken „Blauer als sonst“ und „Die Prinzessin auf der Erbse“.

Kerstin Kusch verabschiedet sich mit einem weiteren Jugendstück vom Hans-Otto-Theater. Es trägt den Titel „Nadia“ und handelt von zwei Mädchen, die, wie soll es anders sein, auf der Suche sind. Sie suchen nach Orientierung. Während die eine, Anna, meint, sie in einem Video-Blog gefunden zu haben, in dem sie über gesunde Ernährung spricht und ein Vorher-Nachher-Foto von sich postet, driftet die andere, Nadia, in den militanten Islamismus ab. Im Internet macht ihr der junge Brahim schöne Augen und lockt sie mit Versprechungen in die Fänge des sogenannten Islamischen Staates. „Die für mich wichtigste Frage, der das Stück nachgeht, ist: Wie ist es überhaupt möglich in unserer westlichen Welt, in der Jugendliche so viele Möglichkeiten haben, sich zu radikalisieren? Oder anders: Warum haben sie das Bedürfnis, ihre Freiheiten einzuschränken?“ Dabei gehe es dem Stück nicht nur um die Radikalisierung im religiösen Sinne.

In „Nadia“ geht es um zwei Mädchen, die völlig zerrissen sind.

Das Thema sei vielmehr die Orientierungslosigkeit und der Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit, den die Jugendlichen haben. Und jene Gefühle treffen auf beide Protagonistinnen gleichermaßen zu. „Das Stück zeichnet ein Bild von zwei Jugendlichen, die völlig zerrissen sind. Durch ihre Pubertät ohnehin, aber darüber hinaus werden sie mit Informationen über das Weltgeschehen bombardiert.“ Anna und Nadia seien überfordert und litten unter einem Ohnmachtsgefühl, da sie an den Leiden der Welt nichts ändern können. Dieser Situation versuchen sie mit Idealismus zu entfliehen – mit zwei verschiedenen Wegen, von denen sie sich die Lösung ihrer Probleme erhoffen.

„Das Thema des Stückes geht uns alle an. Deswegen denke ich, dass es ist nicht nur für Jugendliche ab 13 Jahren interessant ist, sondern auch für Erwachsene“, sagt Kerstin Kusch. „Wir wollen zeigen, welche Wege es geben kann und auch, dass es jeden treffen kann, denn die Ursachen für die Radikalisierungsprozesse sind immer die gleichen.“

„Nadia“ startete als ein internationales Theaterprojekt

Der Autor des Stückes „Nadia“ ist der Niederländer Daniël van Klaveren. Es wurde 2017 als ein internationales Theaterprojekt umgesetzt. Fünf renommierte Theater in Europa haben parallel je eine Inszenierung auf die Bühne gebracht und den Text ortsspezifisch adaptiert.

Von Annika Jensen

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