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Potsdam Alpenglühen reloaded
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02:18 28.06.2015
Architekt Gerald Kühn-von Kaehne vor seiner modernen Interpretation des Schweizer-Hauses. Quelle: FOTOS: Köster
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Klein Glienicke

In Klein Glienicke erfüllte sich Prinz Carl, Sohn der Königin Luise und Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I., seine Sehnsucht nach fremden Ländern. Besonders die Alpen begeisterten ihn. Damit war er in den besseren Kreisen nicht allein. Seit dem 18. Jahrhundert mutierten immer mehr Flachländer zu Gipfelfans. Gerne holte man sich das Bergpanorama auch in den heimischen Landschaftsgarten. Carl von Preußen, dem nicht nur ein Garten, sondern ganze Parks zur Verfügung standen, realisierte seinen Traum in den Jahren zwischen 1863 und 1867. Auf dem Böttcherberg oberhalb von Klein Glienicke entstand eine Schlucht. Unten im „Tal“ erbaute Architekt Ferdinand von Arnim etliche Schweizerhäuser: alpin anmutende, fantasievoll dekorierten Bauten, die geschickt in die hügelige Topographie zwischen Schloss und Park Glienicke und Schloss und Park Babelsberg eingefügt wurden.

Genutzt wurden sie zum einen als Domizil für Carls Bedienstete, zum anderen konnten sie auch angemietet werden. Zu Mauer-Zeiten, als sich Klein Glienicke direkt im Grenzgebiet befand, wurden einige der Schweizerhäuser im Zuge der Grenzsicherung abgerissen. Von den einstmals zehn Häusern blieben nur noch vier übrig. 25 Jahre nach der Wende wurde ein neues Schweizerhaus erbaut. Der Architekt ist Gerald Kühn-von Kaehne, der mit seinem Büro „Kühn-von Kaehne und Lange“ vorwiegend im denkmalgeschützten Bereich tätig ist, unter anderem hat er Projekte wie die Bischofsresidenz in Ziesar oder Schloss Mirow realisiert. Zudem ist er selbst Klein-Glienicker, kennt sich also mit dem architektonischen Gesamtkunstwerk bestens aus: „Da erspürt man schon, was das Richtige an diesem Ort ist.“ Ein Gebäude, das das Ensemble ergänzt, sollte es sein. Allerdings keine „Eins-zu-eins“-Rekonstruktion, sondern ein eigenständiger Entwurf; zwar die bestehenden Schweizerhäuser zitierend, aber mit moderner Formensprache: „Der Betrachter soll erkennen, in welcher Zeit das Gebäude entstanden ist“, so Kühn-von Kaehne. Gebaut wurde in der Louis-Nathan-Allee 9, wo früher eines der alten Schweizerhäuser gestanden hatte.

Beim Ausheben der Baugrube fand man altes Sockelmauerwerk vom Vorgängerbau. Diese Kalksteine, die teilweise noch Ammoniten – versteinerte Meerestiere – enthalten, sind im Neubau wiederverwendet worden. Dessen Äußeres – mit viel Lärchen- und Kiefernholz, großen Dachüberständen und dem gemauerten, verputzten Sockelgeschoss – lässt eher ans Matterhorn als an die Mark denken. Verschnörkelter Heidi-Retro-Charme, der eventuell das Herz eingefleischter Musikantenstadl-Fans erfreuen könnte, findet sich in dieser modernen Interpretation nicht.

Bald werden Mieter in die sechs Wohnungen einziehen. Davor können sich aber noch Architekturfreunde am nächsten Sonntag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr außen und auch innen ein Bild von dem Gebäude machen, das ein Gesamtentwurf ist. Die Wohnungen sollen möbliert vermietet werden, denn nur so ist gewährleistet, dass es keinen stilistischen Bruch zwischen der Fassade und der Innenanmutung gibt.

Von Ildiko Röd

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