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Potsdam Ein neues Lichtkonzept erstrahlt den Park
Lokales Potsdam Ein neues Lichtkonzept erstrahlt den Park
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00:19 21.08.2017
Der technische Leiter Adrian Hollenberg vor dem Plan des 300 Hektar großen Parks. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Sanssouci

Während die Besucher noch bis Freitagabend warten müssen, um ihre Eintrittskarten für die Potsdamer Schlössernacht einlösen zu können, läuft bei Adrian Hollenberg schon seit Montag die heiße Phase. Der 41 Jahre alte gelernte Elektriker ist der technische Leiter der Schlössernacht und hat den Hut auf, wenn es um Strom, Ton aber vor allem Licht im einst königlichen Park geht. Mit dem neuen Konzept des neuen Veranstalters begeht auch die Firma von Hollenberg, die mit 70 Mitarbeitern bereits vergangenen Donnerstag in Potsdam angereist ist, ihre Premiere in Sanssouci. „Das besondere an diesem Park ist seine Größe“, erklärt Adrian Hollenberg. 300 Hektar misst er – eine Herausforderung für den technischen Leiter aus Berlin. Gleich zwei Stützpunkte hat sich die Firma deshalb im Park aufgebaut: einen nahe des Sizilianischen Gartens, den zweiten an der Mopke.

Die Vorbereitungen zur Schlössernacht begannen für Adrian Hollenberg bereits vor einem Jahr. „Im September haben wir die ersten Lichtproben gemacht“, erzählt er. Zwei Lichtdesigner sind seitdem die wichtigsten Ansprechpartner für ihn. Denn mit der 19. Auflage soll die Schlössernacht auch ein neues Lichtkonzept erhalten. Die normale Veranstaltungsbeleuchtung mit grellen Scheinwerfern hat Hollenberg aus dem Park verbannt. „Viele Figuren waren mit 1000 Watt völlig überbelichtet“, sagt er, „viel zu hell.“

Neue Technik soll historisches Ambiente unterstreichen

Das heißt nicht, dass es in diesem Jahr dunkler wird. Der Park werde weiterhin der Star bleiben, versichert Hollenberg. „Alt, historisch, floral: Diese Dinge machen den Park aus“, sagt er, „unsere Aufgabe ist es, sie mit der richtigen Beleuchtung zu unterstreichen.“ Mit knapp 8000 Lampen will er das erreichen, die meisten funktionieren – und auch das ist neu – dank LED-Technik. Klein, sparsam, umweltschonend. Schon allein aus diesen Gesichtspunkten passe das neue Konzept besser zum Park, sagt Hollenberg.

Obwohl er 20 Jahre Erfahrung mitbringt, klappt auch in Sanssouci nicht alles direkt wie geplant. „Wir sind neu hier und müssen viel lernen“, gibt Hollenberg zu. Die Zusammenarbeit mit den 60 Gärtnern sei beispielsweise ungewohnt. Wo man mit dem Auto, Rad oder nur zu Fuß entlang darf, mussten seine Mitarbeiter und die 60 zusätzlichen Helfer erst von Tag zu Tag lernen. „Das Wetter ist ein zusätzlicher Risikofaktor“, sagt er. Was vom Regen durchnässte Wege für die Aufbauarbeiten bedeuten, mussten Hollenberg und sein Team am Donnerstag lernen. „Den Gabelstapler konnten wir plötzlich gar nicht mehr benutzten“, erklärt er. Eigentlich sei der für den Transport bei den weiten Wegen im Park unerlässlich. In der großen Anlage etwas zu zerstören, kam jedoch nicht in Frage.

Die Vorbereitungen für die Schlössernacht laufen vor Ort bereits seit einer Woche. Quelle: MAZonline

„Dass der Park ein Unesco-Welterbe ist, stellt für uns noch einmal ganz besondere Bedingungen dar“, sagt er. Lampen dürfen nicht einfach in einen beliebigen Baum gehängt werden, Scheinwerfer nicht an jeder Stelle vor jedem Gebäude stehen. „Das macht die Sache kompliziert“, sagt Adrian Hollenberg. Verzagen wird er dennoch nicht. Dafür ist er zu routiniert. Eine seiner größten Veranstaltungen als technischer Leiter war die Feier 20 Jahre nach dem Mauerfall in Berlin und auch dort hat schließlich alles geklappt.

Wenn die letzten Besucher in der Nacht von Samstag zu Sonntag den Park verlassen und die Lichter ausgehen, ist die Arbeit von Adrian Hollenberg und seinem Team noch lange nicht beendet. „Die Last fällt mir erst von den Schultern, wenn das letzte Zeug zurück im Lager ist“, sagt er. Die Anspannung des Abbaus ist für ihn nicht geringer als während der einwöchigen Aufbauarbeiten. Ob er die Veranstaltung und die Licht-Kunstwerke überhaupt genießen kann? „Nein, nicht wirklich“, antwortet der technische Leiter. Am Freitag wird er zu sehr mit den letzten Proben beschäftigt sein. „Vielleicht bleibt am Samstag ein wenig Zeit dafür“, sagt er. Wichtiger sei ihm jedoch, dass die Besucher zufrieden sind. „Natürlich steckt mein Herzblut in der Arbeit“, sagt er, „aber wenn es meinem Team gefallen hat, hat es bisher auch immer den Gästen gefallen.“

Die Technik zur Schlössernacht

20 000 einzelne Leuchtpunkte werden durch 8000 Lampen den gesamten Park erleuchten. 550 Scheinwerfer werden gleichzeitig eingesetzt.

Bis zu fünf Lasersysteme projizieren zeitgleich verschiedene Muster auf die Gebäude und Figuren im Park Sanssouci und lassen für die Besucher neue Raumgefühle entstehen.

80 Kilometer Stromkabel werden unter anderen zur Versorgung der drei Bühnen und eines Heckentheaters verlegt. 60 Techniker sind an den Auf- und Abbauarbeiten beteiligt.

25 Kilometer Gehwege werden zur Schlössernacht ausgeleuchtet und über 180 Hinweisschilder platziert. 200 Bänke wurden zusätzlich im Park aufgestellt.

Von Victoria Barnack

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