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Potsdam Ein selbst geschriebenes Gedicht vom OB
Lokales Potsdam Ein selbst geschriebenes Gedicht vom OB
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10:17 15.03.2017
Jann Jakobs tritt 2018 nicht wieder an. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Wohl nur seine Frau kennt ihn noch besser: Evelin Krämer (64) hat schon für Jann Jakobs (SPD) gearbeitet, als er Sozialbeigeordneter war. Von 2002 bis 2012 war sie seine Referentin und später stellvertretende Büroleiterin im Rathaus.

Hat Sie die Rückzugs-Ankündigung ihres früheren Chefs überrascht?

Ja, schon. Ich hätte gedacht, dass er sich noch einmal auf das altbekannte Spiel mit Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) einlässt. Aber er hat eine Menge geschafft. Jetzt kann er mit erhobenem Haupt gehen.

Er war also ein guter OB?

Ja, ich finde schon. Vom Typ war er doch ziemlich anders als sein Vorgänger Matthias Platzeck (SPD), für den ich auch schon gearbeitet habe. Jakobs hat mich von Platzeck übernommen. Er hat sich jedenfalls sehr für seine Ideen eingesetzt – immer für die Bürger von Potsdam. So habe ich ihn in den zehn Jahren, in denen ich mit ihm gearbeitet habe, erlebt.

Evelin Krämer (vorne links) und Jann Jakobs bei der Stadtwanderung 2007. Quelle: Michael Hübner

Ihr Sohn ist Linken-Kreischef Sascha Krämer. Durchaus bekannt für kritische Bemerkungen in Richtung OB. Herrschte deswegen manchmal schlechte Stimmung im Büro?

Nein, Jakobs und ich hatten anfangs einmal über diese Konstellation gesprochen. Es war für ihn kein Problem. Es gibt ja schließlich keine Sippenhaft. Wir hatten ein sehr gutes Arbeitsverhältnis.

Er hat also auch andere Meinungen gelten lassen?

Ja, schon, er hat sich angehört, was andere vorzubringen hatten.

Haben Sie eigentlich mit ihm geschimpft, wenn er in seinem Büro rauchte?

Nein, das war seine Sache. Und so oft kam das auch gar nicht vor, wenn ich mich recht erinnere. Rauchen ist eben sein Laster.

Und wie war er sonst so im Team? Ein umgänglicher Typ?

Ja, er hat das Team zusammengehalten, alles mitgemacht. Mir fällt zum Beispiel ein: Als ich mit meinem Mann für längere Zeit nach Kolumbien bin, da hat das Team mir per Skype zum Geburtstag ein Lied gesungen, Jakobs mittendrin. Und zum Abschied nach seiner Sozialdezernentenzeit hat er mir ein Buch und zu meinem beruflichen Abschied ein selbst geschriebenes Gedicht geschenkt.

Welches Buch war das?

Fräulein Smillas Gespür für Schnee.

Jakobs sagte, sein Nachfolger bräuchte ein dickes Fell. Hat er denn eines?

Wenn man sich wie er hochgearbeitet hat von einem kleinen Ort in Ostfriesland bis ins Oberbürgermeisteramt einer Landeshauptstadt – da braucht man schon ein dickes Fell. Das heißt aber nicht, dass er im stillen Kämmerlein nicht auch sensibel wäre, da bin ich mir sicher.

Was wünschen Sie ihm für seine Zeit nach Herbst 2018?

Viel Zeit für seine Enkel und dass er Potsdam von einer privaten Seite kennenlernen kann. Und die Gelegenheit für einen längeren Segeltörn, den wollte er schon immer gerne mal machen. Dafür wäre dann ja Zeit.

Von Marion Kaufmann

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