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Ein seltsames Paar im Gasometerhof

Sommer-Open-Air am Potsdamer Theater Ein seltsames Paar im Gasometerhof

Mit Neil Simons Komödie „Ein seltsames Paar“ als Freilicht-Inszenierung im Gasometerhof verabschiedet das Hans-Otto-Theater eine nicht nur auf der Bühne turbulente Saison. Premiere des Boulevardklassikers um die Irrungen und Wirrungen in einer Männer-WG ist am Freitag, dem 23. Juni.

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Raphael Rubino als Oscar und Jon-Kaare Koppe als Felix in „Ein seltsames Paar“.

Quelle: HOT/HL Böhme

Potsdam. Mit Neil Simons Komödie „Ein seltsames Paar“ als Freilicht-Inszenierung im Gasometerhof verabschiedet das Hans-Otto-Theater eine nicht nur auf der Bühne turbulente Saison. Prägend für die Spielzeit war neben dem eigentlichen Schauspielbetrieb ganz sicher das zehnte Jubiläum des Theaterneubaus, mit dem die Zeichen für die Belegschaft und das Publikum auf Zukunft gestellt worden waren. Und die Nachricht über die Nicht-Verlängerung des Vertrages mit Intendant Tobias Wellemeyer, die für die Mitglieder des Schauspielensembles mit großen Unsicherheiten verbunden ist.

In den nächsten Wochen und Monaten soll sich entscheiden, welche Ensemblemitglieder bleiben und welche nicht. Allerdings hatte die künftige Theaterchefin Bettina Jahnke bereits Anfang April unmittelbar nach ihrer Auswahl durch eine Findungskommission versichert, dass sie das Ensemble „natürlich nicht“ nahezu komplett auswechseln werde – anders als ihre Vorgänger Uwe Eric Laufenberg und Tobias Wellemeyer. „Einige“ Schauspieler werde sie „natürlich mitbringen“, hatte sie damals auf MAZ-Anfrage gesagt.

Einstweilen aber geht es wieder um das Spiel auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Neil Simons 1968 mit Jack Lemmon und Walter Matthau verfilmte Komödie erzählt die Geschichte von zwei Männerfreunden, die durch allerlei Zufälle in eine verzwickte Wohngemeinschaft geraten. Das Problem: Oscar genießt nach der Scheidung das Lotterleben mit Whisky, Zigarren und Kartenspiel. Sein Kumpel Felix hingegen, der nun ebenfalls frisch geschieden ist, erweist sich als Pedant und Hypochonder, der Ordnung in die Bude und ins Leben bringen will.

Jon-Kaare Koppe gesteht, dass ihm die Rolle des Felix liegt: „Es gibt Parallelen. Ich bin auch ein sehr ordentlicher Typ. Ich mag es, wenn der Kleiderschrank aufgeräumt ist.“ Da müsse sich sei Gegenüber für die Rolle des Oscar schon etwas mehr ins Zeug legen. Denn auch Raphael Rubino beteuert, dass er „eigentlich gar nicht so schlampig“ sei. Die Inszenierung ist mit viel Live-Musik unterlegt und unterscheidet sich damit deutlich von Neil Simons Vorlage. Unter der musikalischen Leitung von Jan Kersjes werden die Schauspieler gelegentlich zur Band formiert. Koppe und Rubinho spielen Gitarre, die musikalischen Genres sind vielfältig, gelegentlich wird Oscar auch schon mal zum Beatboxer.

Die Gasometerbühne als Aufführungsort ist nach Ansicht der Schauspieler speziell. Die Wände des gewaltigen Stahlkessels geben dem Ort eine besondere Ästhetik, allerdings kann es dort an sonnigen Tagen auch sehr heiß werden. Hitzebedingte Spielabbrüche sind aber unwahrscheinlich, denn im Gegensatz zu früheren Saisons beginnen acht der neun Vorstellungen bis zum 9. Juli um 21 Uhr, und auch die Anfangszeit für den 25. Juni ist mit 18 Uhr vergleichsweise spät. Überraschungen bis hin zum Spielabbruch sind auf der Freilichtbühne eher bei Starkregen oder Sturm zu erwarten. Letzteres ereignete sich vor zwei Jahren bei Goldonis „Mirandolina“, sagt Koppe. Er erinnert sich lachend daran, dass Publikum und Schauspieler danach einträchtig in der Theaterkantine saßen.

Für die ablaufende Spielzeit ist für Koppe die Hauptrolle in Lessings „Nathan der Weise“ eine herausragende persönliche Erinnerung: „Ich hatte ziemlichen Respekt vor der Rolle, und es ist irgendwie aufgegangen. Das freut mich.“ Rubino nennt „Dogville“ nach Lars von Triers Filmvorlage: „Mit Regisseur Christoph Mehler – das war eine super Begegnung. Das ist ein toller Typ und es hat echt Spaß gemacht.“

Als Oscar und Felix sind Rubino und Koppe erstmals zur Sommertheaterpremiere am Freitag zu erleben. Die Vorstellung ist ausverkauft, doch eventuell gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.

Kultursommer in der Schiffbauergasse

Die Sommertheater des Hans-Otto-Theaters im Gasometerhof eröffnet mittlerweile schon traditionell den Kultursommer im Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse. Spieltermine sind am 23., 24. und 30. Juni sowie am 1., 3., 6., 7., 8. und 9. Juli jeweils um 21 Uhr, sowie am 25. Juni, einem Sonntag, um 17 Uhr. Karten und weitere Informationen gibt es im Internet auf www.hansottotheater.de

Mit „Stadt für eine Nacht“ folgt am 15. und 16. Juli für 24 Stunden ein Festival, mit dem die gesamte Schiffbauergasse bespielt wird. Die diesjährigen Stadt-Bewohner laden das Publikum mit Projekten wie „Alle für Wasser“, „Lebenselixier Wasser“ oder „Meere und Ozeane“ ein, sich mit der begrenzten und doch so bedeutenden Ressource auseinander zu setzen.

Am 19. Juli wird mit der französischen Komödie „Monsieur Pierre geht online“ mit Altmeister Pierre Richard in der Hauptrolle der Waschhaus-Freilichtkinosommer eröffnet. Bewährter Partner ist das Babelsberger Thalia-Kino. Im Vorprogramm gibt es den beliebten Waschhaus-Havelslam, bei dem kreative Texter in jeweils fünf Minuten um die Gunst des Publikums buhlen.

Am 14. Juli startet der Fabrik-Soundgarde n umsonst und draußen mit DJ Set. Am 23. Juli stehen dort die Barden der Potsdamer Coverband Maggies Farm unplugged auf der Bühne.

Von Volker Oelschläger

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