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Potsdam Eine Frage der Definition
Lokales Potsdam Eine Frage der Definition
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09:27 20.06.2013
Keine Container: Flüchtlingsorganisationen hatten zum Protest gegen die geplante Unterbringung inWohnmodulen aufgerufen. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

„Eine Unterbringung im Container ist eine Isolation“, sagte Ferdinand Ngninkeleji von der Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg. „Das Lager stigmatisiert und gibt uns das Gefühl, nicht gewollt zu sein“, sagte der Kameruner, der vor zehn Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam. Für ihn sei ein Container eine Art Lager, sagte er.

Sowohl dieser Begriff als auch das Wort Container seien falsch gewählt, bemängelten einige Ausschuss-Mitglieder und forderten, zunächst eine gemeinsame Begriffsdefinition zu finden. Diese sei wichtig, um die Angst nicht weiter zu schüren, sagte Hans-Jürgen Scharfenberg, Fraktionschef der Linkspartei. Nach Angaben von Sozial-Dezernentin Elona Müller-Preinesberger habe die Stadt 35 Stellen für mögliche Unterkünfte unter die Lupe genommen, von denen „34 nicht die Anforderungen erfüllten“, wie sie sagte.

Doch bei aller Diskussion um die richtige Definition fehlt der Stadt die Zeit für eine Behebung des tatsächlichen Problems. Denn auch im kommenden Jahr könnte es erneut ziemlich eng werden in den Unterkünften. Zwar sieht das von der Stadt vorgestellte „Wohnungsunterbringungskonzept“ vor, dass die Flüchtlinge nach sechs bis zwölf Monaten in eine eigene Bleibe ziehen können. Dies ist aber derzeit nicht möglich, weil die Menschen, die momentan in den Sammelunterkünften am Schlaatz und auf der Hegelallee untergebracht sind und eigentlich in eine eigene Wohnung übersiedeln könnten, wegen des Mangels an günstigen Mietwohnungen in den Unterkünften bleiben müssen. Dies führt im Umkehrschluss zu einer Verzögerung im Aufnahmeverfahren neuer Flüchtlinge. „Beide Unterkünfte sind voll. Jeder Platz der frei wird, wird sofort nachbesetzt“, beteuerte Müller-Preinesberger am Mittwochabend.

Dieses Konzept gestaltet sich in der Realität jedoch mehr als kompliziert, denn die Errichtung der Unterkunft in Drewitz würde einige Zeit in Anspruch nehmen und die Zahl der Flüchtlinge sich so aufsummieren. Nach Berechnungen der Stadtverwaltung sollen noch in diesem Jahr 70 Menschen aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen.
Somit entsteht ein Defizit von 83 nicht verfügbaren Plätzen, während im kommenden Jahr von 166 fehlenden Plätzen für Flüchlinge ausgegangen wird. „Natürlich ist es nicht die Lösung, die wir uns gewünscht haben“, sagte Müller-Preinesberger und verteidigte das Unterbringungskonzept. Eine Lösung, um Flüchtlinge zeitnah in eigenen Domizilen unterzubringen, könnte die Anmietung von Wohnungen durch die Stadt sein, so der Vorschlag von Jan Wendt (Die Andere). Diese könnten dann einfacher und ohne komplizierte Verhandlungen mit Vermietern an die Flüchtlinge übergeben werden. Die Flüchtlingsvertreter, die zuvor vor dem Rathaus gegen die Container-Pläne protestiert hatten, forderten, bei künftigen Entscheidungen mit am Verhandlungstisch zu sitzen. mja

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