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Potsdam Eine Oase inmitten von Potsdam
Lokales Potsdam Eine Oase inmitten von Potsdam
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06:05 25.05.2016
Blick auf den 1973 errichteten Pavillon der Potsdamer Freundschaftsinsel. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Die Freundschaftsinsel inmitten der Innenstadt gehört zu den beliebtesten Orten der Potsdamer. 79 Prozent einer Umfrage der Märkischen Allgemeinen stimmten für das Gartenparadies, das in den 1930er-Jahren auf Anregung des berühmten Bornimer Staudenzüchters und Gartenphilosophen Karl Foerster (1874-1970) angelegt und nach dem Zweiten Weltkrieg in mehreren Schritten erweitert wurde. Oberster Hüter der Oase zwischen der Alten und Neuen Fahrt ist seit April 2013 Thoralf Götsch (45). Der verheiratete Vater von zwei Kindern ist somit legitimer Nachfolger der berühmten Inselgärtner Peter Altmann und Jörg Näthe, die mit ihrem Wirken das Bild des Gartendenkmals entscheidend geprägt haben.

„Die Freundschaftsinsel ist ein Kleinod, man kann da wirklich was daraus machen. Es ist ein besonderer Ort, wo Menschen Glück und Zufriedenheit finden können“, schwärmt Götsch. Der Diplomingenieur, der mit seiner Familie in Alt-Drewitz lebt, hat 1987 auf der Freundschaftsinsel eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen. Später studierte er an der TU Dresden Landschaftsarchitektur. Als Praktikant für ein Planungsbüro war er 2001 für die Vorbereitung der Bundesgartenschau auf der Insel verantwortlich.

Viel hat sich in den Jahren geändert. Aus vielen Kleingärten entstand ein großer Garten, Gebäude und Springbrunnen wurden gebaut, Pergolen errichtet, Kunstwerke aufgestellt. Am wichtigsten sind jedoch die vielen, vielen Pflanzen, die nahezu das ganze Jahr erblühen und das Herz der Menschen erfreuen. Allen voran Foersters Rittersporne, Astern und Phloxe.

Vandalismus bereitet dem Inselgärtner Sorgen

Größtes Problem aus Sicht des Inselgärtners sind die „alltägliche Gedankenlosigkeit und die Vermüllung“. Jeden Morgen müssen die Gärtner auf der Liegewiese an der Langen Brücke Glasscherben und jede Menge Müll einsammeln oder Aufkleber von Bänken kratzen. „Potsdams Schönheit wird zum Fluch. Der Nutzungsdruck erhöht sich. Die Leute sind gewohnt, Grünflächen zu nutzen“, sagt Götsch. Doch die Besucher müssten die „Insel als Ganzes“ begreifen – als ein Gartendenkmal, das auch zur Sammlung und Bewahrung alter Pflanzensorten diene.

Um dem Vandalismus vorzubeugen, wurden weite Teile der Insel eingezäunt und der Zugang über Nacht gesperrt. Eine weitere Fußgängerbrücke zum Hauptbahnhof wird es nicht geben, die Insel würde zum Durchgangsort mit anhaltendem Radverkehr verkommen. Offen ist die Zukunft der 1973 errichteten Freilichtbühne. „Sie entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen“, sagt Götsch. Auch sei es schwierig, für sie ein finanziell tragfähiges Konzept zu entwickeln. Vielen Anwohnern ist das nur recht, zumal es im Umfeld er Freundschaftsinsel kaum Parkplätze für Gäste gibt.

Geschichte der Freundschaftsinsel

Die Freundschaftsinsel entstand am Zusammenfluss von Nuthe und Havel als Schwemmsandinsel und liegt zwischen der Alten und Neuen Fahrt.

1841 tauchte in einem Testament erstmals der Name „Insel der Freundschaft“ auf. Er galt dem Garten eines Potsdamer Tabagisten am nördlichen Inselende.

1937 nahm der damalige Potsdamer Oberbürgermeister General Hans Friedrichs (1875-1962) die Anregung des Bornimer Staudenzüchters Karl Foerster auf, einen Schau- und Sichtungsgarten für winterharte Blütenstauden, Farne und Gräser in Deutschland anzulegen.

In den 1950er-Jahren wurde die Insel nach Entwürfen von Walter Funcke erweitert.

1966 gab es die große Kunstausstellung „Plastik im Freien“ im Rahmen der 8. Arbeiterfestspiele in Potsdam. Viele Exponate sind heute noch auf der Insel zu finden.

Vor den X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in (Ost)-Berlin wurde die Freundschaftsinsel weiter ausgebaut. Es entstanden Ausstellungspavillon, Inselcafeteria, Freilichtbühne, Hafen und Spielplatz.

Bei der Buga 2001 in Potsdam gehörte die Insel zu den „Orten am Fluss“

Von Jens Trommer

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