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Potsdam Eine Viertelmillion für die Friedenskirche
Lokales Potsdam Eine Viertelmillion für die Friedenskirche
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09:37 17.07.2015
Das berühmte Apsismosaik mit dem segnenden Christus zählt zu den Sehenswürdigkeiten der Kirche.  Quelle: Bernd Gartenschläger
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Sanssouci

 Frohe Botschaft für die Friedenskirche am Park von Sanssouci: 2016 kann mit den Planungen für die Sanierung des maroden Gotteshauses begonnen werden. Im ersten Bauabschnitt sollen das Kirchendach und die Apsis – der halbkreisförmige Raum mit dem Christus-Mosaik hinter dem Altar – saniert werden. Möglich macht das eine deutschlandweite Bereitschaft, für das Projekt die Brieftasche zu öffnen. „Anfang Juli war es mehr als eine Viertelmillion an Spenden“, erklärt Heidi Gerber, Leiterin der Potsdamer Außenstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Die Aktion wurde im Februar gestartet. Viele Spender kommen aus Berlin-Brandenburg; zudem gibt es eine gute landesweite Resonanz.

Die Friedenskirche ist eines der offiziellen Projekte, für die die Stiftung bundesweit wirbt. Um das Schlimmste von dem teilweise bereits einsturzgefährdeten Bauwerk abzuwenden, gingen die DSD und die Friedensgemeinde mit ihrem Bauverein 2014 einen Schulterschluss ein. Vier Botschafter machen sich für die gute Sache stark: SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz; Schauspieler Jörg Hartmann („Tatort“), der in Potsdam lebt; Ursula Weyrauch von der Kirchengemeinde und Georg Friedrich Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, der 2011 seine Hochzeit mit Sophie von Isenburg feierte.

Ein romantischer Blick ins Innere. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Bilanz des Hilfsappells kann sich sehen lassen: 404 Spender haben sich bislang beteiligt. Die Summen reichen laut Gerber von Zehn-Euro-Überweisungen bis hin zur Großspende, mit der etwa TV-Moderator Günther Jauch überraschte. Der Potsdamer hatte in der Sendung „5 gegen Jauch“ die Siegesprämie – 138 000 Euro – eingefahren. Das Geld soll auf Jauchs Wunsch in die Instandsetzung der Apsis fließen. Eile ist hier geboten, sonst würde das beeindruckende Apsismosaik dauerhaft Schaden nehmen, da die Tragekonstruktion von Rost zerfressen ist. Das Kunstwerk, das aus dem frühen 13. Jahrhundert datiert und den segnenden Jesus zeigt, zählt zu den wertvollsten „Importgütern“ in Potsdam. Friedrich Wilhelm IV. hatte es als Kronprinz aus der zum Abbruch bestimmten Kirche San Cipriano auf der venezianischen Glasmanufaktur-Insel Murano ersteigern lassen. Kostenpunkt: 385 Taler.

Die Spendenkampagne zur Rettung der Friedenskirche in Potsdam läuft bundesweit. Quelle: MAZ

Auf einen reichen Taler-Segen hoffen die Förderer auch am Sonntag beim großen Benefizkonzert in der Kirche. Die Violinistin Hyeyoon Park und das Wiener Kammerorchester unter der Leitung von Stefan Vladar spielen zugunsten des Spendenprojekts.

Das nächste Ereignis ist dann der 13. September, der Tag des offenen Denkmals, an dem die Friedenskirche mit Führungen zu den Schäden der Kirche besichtigt werden kann. Der Weg bis zur Rettung des Bauwerks ist noch lang. Mehr als sechs Millionen Euro sind insgesamt notwendig, um das desolate Bauwerk aus der Gefahrenzone zu holen.

Von Ildiko Röd

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