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„Einer allein ist nichts“

Der Leib-und-Seele-Lehrer Thomas Jandt über seine Berufswahl, den Beifall des Landes und die Tücken des Schulalltags „Einer allein ist nichts“

Thomas Jandt (48) hat den Brandenburgischen Lehrerpreis gewonnen. Er hat Physik, Mathematik und Informatik studiert und unterrichtet seit 1994 an der Lenné-Gesamtschule in Potsdam.

Seine Kollegen sagen, dass er ein außergewöhnlicher Lehrer ist. Mit Thomas Jandt sprach Nadine Fabian.

MAZ: Herzlichen Glückwunsch! Sie sind einer der besten Lehrer des Landes. Was bedeutet Ihnen das?

Thomas Jandt: Ich habe mich über die Wertschätzung gefreut, möchte aber betonen, dass ich sie stellvertretend für die ganze Schule entgegen nehme. Einer allein ist nichts. Das, was ich leiste, kann ich nur mit Eltern, Lehrern und Schülern gemeinsam leisten.

Hatten Sie in Ihrer Schulzeit einen Lieblingslehrer?

Jandt: Den hatte ich sehr wohl, er hat Physik unterrichtet. Als ich in der 9. Klasse an die Erweiterte Oberschule wechselte, hatte ich eine Eins in Physik, am Ende des Schuljahres war’s eine Drei. Ich war völlig frustriert und fragte mich, was ich all die Jahre nur falsch gemacht habe – ich hatte ja damals ja schon den Wunsch Physik und Mathe zu studieren. Aber durch seine Konsequenz, seine Art und Weise hat mir mein Lehrer die Physik nahegebracht wie kein anderer – ich habe das Abitur dann mit Eins abgeschlossen.

Wie war dieser Lehrer drauf? Was war so besonders an ihm?

Jandt: Er hatte eine sehr ruhige, höfliche Art. Er war sehr schülernah, nicht die große Autoritätsperson, die niemanden an sich ranlässt – aber wir hatten trotzdem einen gebührende Abstand.

Warum sind sie Lehrer geworden?

Jandt: Es hat mir schon als Kind unwahrscheinlich Spaß gemacht, anderen Zusammenhänge zu erklären – theoretisch als auch praktisch. Da bietet sich die Physik mit ihren Experimenten an.

Was macht einen guten Lehrer aus?

Jandt: Es wäre vermessen zu sagen, dass ich das vollends weiß – dann wäre ich fertig. Aber ich lerne jeden Tag dazu und hoffe, in den Augen der Schüler auch Tag für Tag ein wenig besser zu werden. Grundsätzlich sollte ein Lehrer aber jedem Schüler die Möglichkeit geben, jeden Tag einen kleinen Erfolg mit nach Hause zu nehmen. Egal, ob im Unterricht, ob außerhalb des Unterrichts, ob im Sozialen oder im Intellektuellen. Wenn der Lehrer das schafft, ist er ein guter Lehrer. Auch der Lehrer braucht jeden Tag einen kleinen Erfolg – den muss er sich selbst schaffen. Ich gehe jedenfalls seit 20 Jahren jeden Tag gern zur Schule.

Gibt es dennoch Momente, in denen Sie Ihre Berufswahl verfluchen?

Jandt: Die gibt es nicht – nicht eine Sekunde. Ich würde es immer wieder so machen. Selbst dann, wenn ich mal vor einem typischen Lehrer-Scbüler-Problem stehe. Manchmal ärgert man sich eben, wenn man mit seinen Methoden oder Ideen nicht ans Kind rankommt. Damit muss man umgehen können und auch dieser Situation etwas Positives abgewinnen.

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