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„Einknicken vor Döpfner“

Streit um Potsdamer Pfingstberg-Park „Einknicken vor Döpfner“

Die Kompromisslösung der Verwaltung zur Beilegung des Streits um den Park der Villa Henckel liegt auf dem Tisch. Die Reaktionen: Weit entfernt von einhelligem Jubel. Kritiker monieren, dass die Stadt für die Parkpflege jährlich 210 000 Euro ausgeben soll. Auch dass Springer-Chef Mathias Döpfner einen größeren privaten Parkteil bekommen soll, schmeckt einigen nicht.

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Döpfners Wohnsitz: die Villa Henckel am Pfingstberg.

Nauener Vorstadt. Der Kompromissvorschlag der Stadtverwaltung zur Beilegung des Streits um den Park der Villa Henckel hat einen Tag nach seiner Präsentation die Kritiker auf den Plan gerufen. Besonders die Linken-Fraktion und die Fraktion „Die Andere“ gehen mit dem Angebot hart ins Gericht. „Der Vorschlag ist ein Einknicken vor Döpfner“, kritisierte Linken-Kreischef Sascha Krämer am Mittwoch.

Wie berichtet, will die Stadt ein 5500-Quadratmeter-Areal der öffentlichen Parkfläche an Springer-Vorstand Mathias Döpfner zu dessen Privatnutzung abtreten. Im Gegenzug würde Döpfner den Park und die Villa Schlieffen sanieren. Die Pflege- und Unterhaltungskosten des öffentlichen Parks müsste die Stadt zahlen – von anfangs 100 000 Euro jährlich bis zu später 210 000 Euro pro Jahr reichen die Kosten.

Scharfenberg könnte sich lediglich eine „Arrondierung“ vorstellen

Am kommenden Mittwoch sollen die Stadtverordneten im Hauptausschuss darüber diskutieren. Die Sanierung des Parks ist in Krämers Augen „derzeit keine Priorität der Stadt“. Dass Döpfner zwar die teure Parksanierung – geschätzte zwei Millionen Euro – übernehmen würde, aber im Gegenzug einen privaten Parkteil erhalten soll, schmeckt dem Linken-Politiker nicht: „Wenn Herr Döpfner wirklich so ein gutes Herz hat, dann soll er den Park ohne Gegenleistung sanieren.“ Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg könnte sich nur eine „Arrondierung“ von Döpfners privatem Grundstück rund um die Villa Henckel vorstellen, erwartet aber als Gegenleistung, dass sich der Springer-Chef bei der Sanierung und den Pflegekosten des Parks engagiert.

Carsten Linke („Die Andere“): „Ich bin stinksauer“

Regelrecht empört reagierte am Mittwoch Carsten Linke von der Wählerinitiative „Die Andere“: „Ich bin stinksauer“, sagte er zur MAZ. Er fühlt sich von der Verwaltung – insbesondere Stadtplanungschef Andreas Goetzmann – hinters Licht geführt. Der Grund: Bei einem Treffen mit den betroffenen Bürgerinitiativen und Fraktionsvertretern am 14. Januar habe sich die Verwaltung offen für eine dritte Lösungsvariante gezeigt – zusätzlich zum favorisierten Lösungsvorschlag (Variante B) und zur wohl chancenlosen Variante A, bei der die Stadt die Sanierungskosten selbst stemmen müsste. Variante C hätte „eine B-Plan-konforme Lösung“ vorgesehen. Sprich: Keine zusätzlichen Flächen für Döpfner außerhalb seines eigenen Grundstücks. Doch von dieser dritten Variante sei nun in der Hauptausschuss-Vorlage keine Rede mehr, moniert Linke. Er wirft der Stadtverwaltung vor, gegen die Interessen der Bevölkerung zu handeln. Denn: „Die Stadt ist nicht in der Situation, dass am Pfingstberg Geld rausgeschmissen werden kann und dort ein Grundstück verschachert wird.“ Es gehe nicht an, dass ein öffentliches Grundstück an eine Privatperson „verschenkt“ wird, so Linke.

Wolfhard Kirsch: „Andere Aufgaben als eine Wiese zu pflegen“

Bürgerbündnis-Fraktionschef Wolfhard Kirsch will sich am Montag mit seiner Fraktion über die Abstimmung im Hauptausschuss verständigen. Persönlich geht er aber davon aus, „dass es sinnvoller ist, die Flächen nicht in Obhut der Stadt zu nehmen, weil wir andere Aufgaben haben, als eine Wiese am Pfingstberg zu pflegen“.

Auf die Barrikaden geht die Bürgerinitiative Offener Pfingstberg (BIOP). Sie wirft der Stadt „absurdes, korruptes Politik-Theater“ vor. Und: „Übertragen in den Mafia-Bereich, würde hier von Schutzgeldzahlungen gesprochen werden, gewährt aus Steuergeldern der düpierten Bürger.“ Die Initiative droht mit Strafanzeigen gegen Goetzmann und Schlösserstiftungschef Hartmut Dorgerloh – wegen „Vorteilsgewährung“ an Döpfner.

Von Ildiko Röd

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