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Potsdam Eklat in der Potsdamer CDU
Lokales Potsdam Eklat in der Potsdamer CDU
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13:43 08.10.2013
Carmen Klockow ist kein CDU-Mitglied mehr. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Was für ein Kater bei der Potsdamer CDU direkt nach dem grandiosen Wahlsieg im Bund: Die stellvertretende Potsdamer Parteivorsitzende Carmen Klockow ist einen Tag nach dem rauschenden Fest aus der Partei ausgetreten. Am Montag hat sie ihre Austrittserklärung in den Briefkasten geworfen - nebst der ihres Mannes Jörn und eines Bekannten. Das bestätigte die Kommunalpolitikerin am Dienstag auf Anfrage.

Die Personalie zeigt, wie wenig geeint die notorisch zänkische Potsdamer CDU trotz des gerade errungenen Sieges unter Direktkandidatin Katherina Reiche immer noch ist.

Die Ärztin Carmen Klockow ist nicht nur Reiches Vize, sie leitete bislang auch die Mittelstandsvereinigung der Union (MIT) in Potsdam und führt in der Landes-MIT den stellvertretenden Vorsitz. Daneben ist die 59-Jährige Ortsvorsteherin von Neu Fahrland.

Bis auf den ehrenamtlichen Job im Ort werde sie alle Ämter abgeben, erklärte Klockow.

Aber warum entschließt sich Klockow jetzt zu dem spektakulären Schritt? Sie habe "die Wahl abwarten wollen, um den politischen Weggefährten nicht zu schaden", sagt sie gegenüber der MAZ. Auch habe sie sich "über den großartigen Sieg von Angela Merkel gefreut". Ihre politische Einstellung habe sich nicht geändert, ausschlaggebend für den Schlussstrich sei vielmehr der Umgang mit ihr und anderen in der Union. Klockow beschreibt das, ohne Namen zu nennen, so: "Ehrlichkeit, Offenheit und gegenseitige Wertschätzung - das habe ich im innerparteilichen Umgang vermisst." Dies, so fügt sie hinzu, beziehe sich nicht auf die Basis, sondern auf die Führung. Damit ist klar: Die Spitze zielt gegen die Kreisvorsitzende Katherina Reiche.

Klockow bleibt bewusst vage, erwähnt aber ein paar Schlüsselszenen der letzten Zeit. So ist Carmen Klockow immer noch empört über den Umgang der Christdemokraten mit Rüdiger Otto, Vize des Ortsverbands West, der im März in ein weiteres Parteiamt gewählt wurde, sich aber wegen seiner Vergangenheit als Artillerie-Hauptmann bei der NVA und SED-Mitglied scharfer interner Kritik ausgesetzt sah. Mehrere Ortsverbände und die Junge Union forderten eine Stasi-Überprüfung des ehemaligen Offiziers. Klockow hatte mehr Rückhalt für den Angegriffenen von oben, also vom Kreisverband-Vorstand, erwartet. Otto gab schließlich die Stasi-Überprüfung selbst in Auftrag und wurde entlastet. "Ich schätze Herrn Otto sehr", sagte Klockow gestern dazu.

Die Absetzung der ehemaligen Landesvorsitzenden der Partei, Saskia Ludwig, hat Klockow ebenfalls kritisiert. Sie, Klockow, komme "sehr gut mit Frau Ludwig aus", sagte die Neu Fahrländerin am Dienstag, treffe sich auch ab und zu mit der Geschassten, die immer noch den Parteivorsitz in Potsdam-Mittelmark inne hat. Bekanntermaßen ist Potsdams CDU-Chefin Katherina Reiche nicht im Ludwig-Fan-Klub, gilt sogar als ausgemachte innerparteiliche Widersacherin der undiplomatisch-poltrigen, klar konservativ-wirtschaftsliberalen Ludwig.
Übelgenommen hat Klockow den Christdemokraten auch, dass bei der Wahl zur Landesdelegiertenkonferenz im Herbst -  sie bestimmt die Landtagskandidaten für 2014 -  ihr eigenes Interesse übergangen wurde. Man habe, so unterstellt Klockow, die Wahl bewusst in ihren Urlaub gelegt.

Dass der CDU-Fraktions-Chef Michael Schröder auf einen der beiden Chefsessel der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam wechselte, kommentierte Klockow so: "Man sucht sich sein Pöstchen - das ist aber nicht nur bei der CDU so."
Dies alles sind laut Klockow nur einige "Mosaiksteinchen", die sie zum Bruch mit der CDU veranlassten. Außerdem neige sie "nicht zum Masochismus". Ihrem Mann Jörn Klockow, seit 2008 Vorsitzender der Senioren-CDU auf Bundesebene, sei ebenfalls übel mitgespielt worden. Für beide sei der Austritt "kein Schnellschuss". Sie trage sich seit Monaten mit Abschieds-Gedanken.

In eine andere Partei gedenke sie zunächst nicht einzutreten, sagte Klockow, wolle aber niemals nie sagen. Beruflich sei sie als selbstständige Gutachterin für Versicherungsfragen bei medizinischen Pflegefällen gut ausgelastet - und Ortsvorsteherin bleibe sie ja bis 2014.
In der CDU kursierte die Austrittsmeldung seit Dienstag. Katherina Reiche, die nun von einer Sitzung zur nächsten eilt, war nicht zu erreichen. "Wenn es stimmt, bedauere ich den Schritt von Frau Klockow sehr", sagte der für den Norden Potsdams zuständigen Ortsverbands-Chef Matthias Finken - er ist einer der anderen Partei-Vize-Vorsitzenden. Er könne sich nicht erklären, welche Motive seine Ortsverbands-Stellvertreterin habe. Kürzlich noch habe man über die Beteiligung an Straßenständen gesprochen.

Von Ulrich Wangemann

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