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Elias’ Mutter wütend auf Pegida-Demonstranten

Fall Elias Elias’ Mutter wütend auf Pegida-Demonstranten

Jetzt spricht Elias’ Mutter. Nachdem Pegida-Anhänger in den sozialen Netzwerken eine Vereinnahmung des getöteten Jungen bestritten hatten, hat sich jetzt Mutter Anita S. an die MAZ gewandt. Sie findet deutliche Worte für die Islamfeinde.

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Elias ist im Juli in Potsdam entführt worden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Im Streit um ein von Pegida-Anhängern abgespieltes Kinderschänder-Lied im Potsdamer Stadtteil Schlaatz hat sich erstmals die Mutter des getöteten Elias (6) zu Wort gemeldet: Anita S. wehrt sich heftig gegen die Vereinnahmung des Jungen. „Ich bin schockiert und wütend, dass jemand politischen Nutzen aus dem Tod meines Sohnes ziehen will“, so die 26-Jährige am Dienstag gegenüber der MAZ. Freunde der Familie hatten direkt nach der Demons­tration scharfe Kritik am Abspielen eines Liedes mit dem Titel „Wir hassen Kinderschänder“ während des sogenannten Abendspaziergangs am vergangenen Mittwoch geübt.

Es sei unerträglich, dass eine kleine rechte Gruppe Elias’ Andenken beschmutze

In den sozialen Netzwerken hatten Pegida-Anhänger den Vorwurf der Vereinnahmung zurückgewiesen, schließlich sei Elias’ Name nicht genannt worden. „Für mich ist das eine billige Ausrede. Man muss keinen Namen nennen, viele Potsdamer assoziieren Kindesmissbrauch sofort mit seinem Tod“, kontert Anita S.: „Es ist unerträglich, dass eine kleine rechte Gruppe das Andenken an Elias und an Mohamed, der das Gleiche erleiden musste, beschmutzt.“

Anklage im Fall Elias ab Frühjahr – Mutter ist Nebenklägerin

Der sechsjährige Elias war im Juli vergangenen Jahres vor der elterlichen Wohnung am Schlaatz verschwunden. Die Suche nach dem Jungen blieb erfolglos. Erst die Veröffentlichung eines Überwachungsvideos, das die Entführung des Flüchtlingsjungen Mohamed (4) vor dem Berliner Lageso zeigte, brachte die Wende. Mohameds Entführer Silvio S. aus Kaltenborn (Teltow-Fläming) gestand die Morde an beiden Jungen. Die Anklage soll im Frühjahr erhoben werden. Anita S. wird als Nebenklägerin am Prozess beteiligt sein. Ob sie anwesend sein wird, hat sie noch nicht entschieden. „Ich weiß nicht, ob es mir hilft oder ob es mich noch mehr belastet, dem Mörder meines Sohnes ins Gesicht zu sehen“, so Anita S. Mit ihrem Lebensgefährten ist sie aus Potsdam weggezogen. „Elias’ Zimmer, all die Erinnerungen an unseren kleinen Jungen waren zu viel für uns“, erklärt die Mutter.

Vier Anti-Pegida-Demos am Mittwoch

Pegida will am Mittwoch erneut demonstrieren – diesmal am Bahnhof Rehbrücke bei Potsdam. Die Anhänger der fremdenfeindlichen Bewegung müssen mit viel Protest rechnen – es haben sich vier Gegendemos angemeldet.

Von Saskia Popp

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