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Hohe Belohnung im Fall Elias ausgesetzt

Anonyme Spende Hohe Belohnung im Fall Elias ausgesetzt

Seit sechs Wochen ist der sechsjährige Elias aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz spurlos verschwunden. Die Polizei tappt im Dunkeln. Damit sich diese Situation ändert, hat eine anonymer Spender ein ungewöhnliches Angebot gemacht. Insgesamt 50.000 Euro sind ausgesetzt – je nach Ausgang des Suche.

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Elias-Ermittler gehen neuer Spur nach

Elias (6) ist weiterhin spurlos verschwunden.

Quelle: MAZonline

Potsdam/ Berlin.
Sechs Wochen nach dem Verschwinden des sechsjährigen Elias von einem Spielplatz im Schlaatz ist nun eine Belohnung ausgesetzt worden. Insgesamt 50.000 Euro bietet ein anonymer Spender für Hinweise zu dem Fall.

„Es handelt sich dabei um eine Privatperson, die nicht genannt werden möchte“, erklärte Rechtsanwältin Franziska Claudia Neumann gegenüber der MAZ. „Sie hat von dem Fall aus den Medien erfahren und findet es schrecklich, dass nun eine Situation herrscht, in der niemand den Eltern sagen kann, was passiert ist.“

Wörtlich heißt es in der Auslobung der Belohnung, die im Vorfeld mit der Polizei abgesprochen worden ist: „Für sachdienliche Hinweise, die zum Auffinden von Elias führen, ist durch eine Privatperson eine Belohnung in Höhe von 10.000,- € ausgesetzt worden. Im Fall, dass Elias Opfer einer Straftat ist, wird für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters und zur Aufklärung der Tat beitragen, eine zusätzliche Belohnung in Höhe von 40.000,- € ausgesetzt, wenn der Täter rechtskräftig verurteilt wird.“

Die Suche nach Elias

Seit Mittwoch, dem 8. Juli, wird der 6 Jahre alte Elias aus Potsdam vermisst. Zuletzt soll er sich auf einem Spielplatz im Stadtteil Schlaatz aufgehalten haben. Als die Mutter ihn zum Abendbrot holen wollte, war ihr Kind verschwunden.

1900 Polizisten suchen in den folgenden Wochen nach dem Kind, eine Soko wird eingerichtet, rund 950 Hinweisen wird nachgegangen – ohne Erfolg.

Sachdienliche Hinweise an:

Polizei Potsdam, telefonisch unter (0331) 55 08 11 08 oder als E-Mail an die Adresse sokoschlaatz.pdwest@polizei.brandenburg.de

Die Polizei bestätigte auf Anfrage, dass die Rechtsanwaltskanzlei, die den anonymen Spender vertritt, im Vorfeld an sie herangetreten ist. „Das Ausloben einer Belohnung muss von der Polizei nicht genehmigt werden“, erklärte Polizeisprecher Christoph Koppe. Grundsätzlich darf jeder eine solche Geldprämie zur Verfügung stellen. Der rechtliche Rahmen hierfür ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (Paragraph 657 BGB – Bindendes Versprechen).

Wie sinnvoll die Auslobung einer Belohnung für die Ermittlungstätigkeit ist und was private Spender dazu bewegt, wollte die Polizei nicht kommentieren. „Es handelt sich um eine Privatinitiative“, so Koppe.

Befristetes Angebot

Dennoch sind alle Hinweise ausschließlich an die Polizei zu richten, wie Rechtsanwältin Neumann betont. Bereits bei der Polizei eingegangene Hinweise werden gleichermaßen berücksichtigt. Es ist nicht erforderlich, diese Hinweise nochmals zu geben. „Manchmal dauert es ja ein bisschen, bis sich zeigt, welcher Hinweis zum Erfolg geführt hat“, erklärte Neumann. Die Polizei dokumentiert alles und leitet entsprechende Informationen an das Rechtsanwaltsbüro weiter, das sich um Zuerkennung, Verteilung und Auszahlung der Belohnung kümmert. Für die Belohnungssumme ist ein eigenes Konto eingerichtet worden, auf das die Kanzlei Zugriff hat, so Neumann. Allerdings ist die Auslobung befristet, bis zum 31. März kommenden Jahres.

„Die Belohnung ist ausschließlich für an der Straftat nicht beteiligte Personen“, heißt es in der Auslobung weiter, „und nicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.“ Auch ist es Zeugen nicht möglich, den Belohnungsbetrag gerichtlich einzuklagen.

Von Marcel Kirf

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