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Elias Der Fall Elias – eine Chronologie
Lokales Potsdam Elias Der Fall Elias – eine Chronologie
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17:21 30.10.2015
Elias wird seit 100 Tagen gesucht.   Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

 Im Juli kannte der Potsdamer Stadtteil Schlaatz nur ein Thema: Das Verschwinden von Elias. Viele Freiwillige suchten nach dem 6-Jährigen. Vergeblich. Bisher gibt es keine Spur. Glaubte die Polizei anfangs nicht an ein Verbrechen, hält sie dies inzwischen für am wahrscheinlichsten. Wir zeichnen den Fall nach:

Mittwoch, 8. Juli

Gegen 17.30 Uhr verlässt Elias die elterliche Wohnung in der Potsdamer Neubausiedlung Schlaatz, um im Hof zu spielen.

Um 18.43 Uhr will die Mutter den Jungen zum Abendbrot holen, er ist weg.

Gegen 19 Uhr wird Elias vermutlich das letzte Mal gesehen. Die Polizei sucht vier Kinder als Zeugen. Eine Frau will Elias gegen 19 Uhr vor dem Rewe-Markt im Kiez gesehen haben.

Um 19.13 Uhr meldet die Mutter ihren sechsjährigen Sohn als vermisst.

Die Suche dauert die Nacht hindurch; 20 Bürger machen mit. Im Einsatz sind Hunde und ein Hubschrauber, der auch am Donnerstag die Wohngebiete Schlaatz, Stern und Waldstadt sowie den Fluss Nuthe absucht.

Die MAZ hat den Schlaatz 100 Tage nach Elias Verschwinden besucht und mit den Anwohner gesprochen. Hier lesen Sie die Reportage.

Donnerstag, 9. Juli

Suchhunde gehen trotz Regenwetters verschiedenen Fährten nach. Taucher suchen mehrfach die Nuthe ab.

Bereitschaftspolizisten befragen in umliegenden Häusern die Anwohner.

Insgesamt sind 160 Polizisten, 50 Feuerwehrleute, mehrere Hunde und bis zu 500 Bürger auf der Suche.

Freitag, 10. Juli

Am frühen Morgen geht die Suche weiter; es gibt 50 Hinweise. Die Kripo wertet Bildmaterial aus Straßenbahnen, Bussen und dem Rewe aus.

Am Nachmittag zeigt sich die Mutter von Elias und bricht in Tränen aus. Sie bedankt sich für die Anteilnahme.

Sonntag, 12 Juli

236 Hinweise, aber keine Spur. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot weiter nach Elias, auch Reiter sind dabei, einige s, seit dem Wochenende beteiligen sich Reiter an der Suche, einige kommen sogar aus Polen.

Montag, 13. Juli

Am 6. Tag des Verschwindens sucht die Polizei verstärkt im Wasser. Leichenspürhunde sind im Einsatz. Elias soll am Tag vor seinem Verschwinden an der Nuthe gewesen sein.

Dienstag, 14. Juli

Am Nachmittag zieht die Polizei auf einer Pressekonferenz eine ernüchternde Bilanz: Trotz 324 Tipps gibt es gibt keine Spur. Die freiwilligen Helfer sollten aufhören, empfiehlt die Polizei.

Mittwoch, 15. Juli

300 Hinweise. Am Abend berichtet die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.

Donnerstag, 16. Juli

Spürhunde schlagen immer wieder an der Nuthe an, finden aber nichts. Immer noch sind 150 Polizisten vor Ort.

Das Technische Hilfswerk baggert einen Teil der Nuthe aus.

Freitag, 17. Juli

Die Nuthe wird um 20 Zentimeter abgesenkt, keine Spur. Dass Elias ausgerissen ist, glaubt die Polizei nicht; auch nicht, dass er entführt wurde. Wahrscheinlicher ist, dass er verunglückte. 600 Hinweise liegen vor.

Sonnabend, 18. Juli

Die Bundeswehr hilft mit einem Großbagger an der Nuthe. Die freiwilligen Helfer geben ihren Rückzug bekannt.

Sonntag, 19. Juli

Die Polizei zieht ihre Bereitschaftskräfte ab, nur die Soko macht weiter.

Dienstag, 21. Juli

Über 650 Hinweise, nichts. Der Hellseher Michael Schneider hat nennt Aufenthalte von Elias; auch mehrere Potsdamer haben solche Eingebungen. Die Polizei sagt, das habe nichts gebracht.

Donnerstag, 23. Juli

Von 742 Hinweisen sind mehr als 600 Tipps ausgewertet; keine heiße Spur.

Sonntag, 26. Juli

Mehr als 100 bunte Luftballons mit der Botschaft vom vermissten Elias steigen am Schlaatz auf.

Montag, 27. Juli

Eine mobile Polizeiwache am Bürgerhauses am Schilfhof wird abgebaut.

Mittwoch, 29. Juli

Die Polizei sucht mit Hunden in der Potsdamer Innenstadt nach Elias.

Freitag, 31. Juli

Die Mutter von Elias und ihr Lebensgefährte erklären sich für eine Rekonstruktion des 8. Juli bereit. Man stellt den Tagesablauf nach.

Montag, 3. August

Die „Soko Schlaatz“ wird von 60 auf 45 Ermittler verkleinert.

Dienstag, 4. August

Ein Rapper aus Lutherstadt Wittenberg veröffentlicht einen Elias-Song.

Donnerstag, 6. August

Riesenschreck am Nachmittag: Der 9-jährige Leon ist weg, man findet ihn aber schnell.

Donnerstag, 13. August

In der sechsten Woche nach dem Verschwinden des kleinen Jungen sagt Chef-Ermittler Michael Scharf: „Wir rechnen nicht mehr damit, dass Elias noch lebt.“ Er gehe von einem Verbrechen aus.

Mittwoch, 19. August

Ein anonymer Spender setzt 50.000 Euro Belohnung für den entscheidenden Tipp aus. Es gibt 1000 Hinweise.

Freitag, 4. September

Die Polizei sucht einen dunklen Kombi, in dem Zeugen gesessen haben könnten.

Donnerstag, 24. September

Der „Fall Elias“ ist so gut wie nicht mehr in den Medien präsent: Es gibt keine neuen Erkenntnisse, keine Spuren, nichts. Über Facebook wird aufgerufen, Bilder von Elias und der ebenso vermissten Inga zu teilen, von der die anhaltinische Polizei glaubt, dass sie noch lebt.

Donnerstag, 1. Oktober

Der vierjährige Mohammed wird in Berlin vermisst. Der kleine Flüchtlingsjunge aus Bosnien-Herzegowina wurde zuletzt heute auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit gesehen. Dort soll seine Mutter ihn aus den Augen verloren haben.

Donnerstag, 15. Oktober

Derzeit werden im Land Brandenburg – bezogen auf das Alter der Kinder (bis zum 14. Lebensjahr) zum Zeitpunkt ihres Vermisstseins – 19 Kinder vermisst. Der älteste Fall datiert vom 13.06.1975. Aus dem Raum Potsdam werden fünf Kinder (unter 14 Jahre) vermisst.

Freitag, 30. Oktober

Nach der Festnahme im Fall Mohamed hat die Polizei sofort Zusammenhänge zum Entführungsfall Elias geprüft. In einer Vernehmung hat der Verdächtige gestanden, Elias entführt und getötet zu haben. Inzwischen haben Ermittler eine Leiche auf einem Grundstück in einer Luckenwalder Kleingartenanlage gefunden.  Ob es sich bei dem Leichnam um Elias handelt, ist offziell bisher nicht bestätigt worden. Allerdings hatte der mutmaßliche Mörder Silvio S. selbst eine Skizze von dem Fundort angefertigt und die Ermittler darauf hingewiesen, dass sich Elias an dieser Stelle befinden würde.

Von MAZonline

Elias Elias seit 100 Tagen verschwunden - „Redet der Schlaatz noch über Elias?“

Im Sommer hat es im Potsdamer Stadtteil Schlaatz eigentlich nur ein Gesprächsthema gegeben: Elias. Der Junge ist inzwischen seit 100 Tagen spurlos verschwunden. Die MAZ hat Anwohner gefragt, ob noch über das Verschwinden des Jungen gesprochen wird und aufschlussreiche Antworten bekommen.

16.10.2015

Der kleine Elias ist seit 100 Tagen verschwunden. Noch immer spurlos. Die MAZ hat sich in Potsdam im Schlaatz, wo Elias mit seiner Familie lebte, drei Monate nach dem rätselhaften Verschwinden des Jungen umgehört. Erschreckend: Kaum jemand redet mehr über den Fall. Das Leben geht einfach weiter.

16.10.2015

Wo ist Elias? Ist er tot? Eine Antwort gibt es nicht. Nichts, was der Polizei bei der Suche bisher weiterhelfen konnte. Und die Hinweise werden immer weniger. Die Polizei in Potsdam glaubt längst nicht mehr daran, Elias lebend zu finden. Anders die Polizei in Stendal beim Fall „Inga“.

30.09.2015
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