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Elias: Alle Spuren zerschlagen sich

Kind aus Potsdam vermisst Elias: Alle Spuren zerschlagen sich

Traurige Bilanz am Tag 7: Alle Hinweise auf den Verbleib des 6-jährigen Elias aus Potsdam haben sich bisher zerschlagen. Doch die Polizei ermittelt auch heute fieberhaft weiter, auch Taucher sind im Einsatz. Für den Nachmittag hat die Polizei ein Pressegespräch angekündigt und will über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

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Die Polizei zeigt am Schlaatz weiter Präsenz.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Heute wird bei der Suche nach dem 6-jährigen Elias aus Potsdam der Suchradius vergrößert, sagte Polizeisprecher Christoph Koppe am Morgen. Nach und nach würden weitere Flächen in dem Stadtteil durchkämmt. Am Nachmittag waren auch wieder Taucher am Aradosee im Einsatz.

Es würden auch weiter Anwohner befragt, weil noch immer nicht alle erreicht worden seien, so Koppe. Auch das Videomaterial werde weiter ausgewertet. Außerdem überprüft die Polizei die vielen Hinweise, die bisher eingegangen sind. Mit Stand 9 Uhr waren es genau 317.

Die Polizei will die Suchaktion zunächst unvermindert fortsetzen. Bis Ende der Woche sei keine Änderung bei dem Einsatz geplant, sagte der Polizeisprecher. Für den Nachmittag hat die Polizei ein Pressegespräch angekündigt und will über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

Polizei sucht Augenzeugen

Die Polizei wartet darauf, dass sich vier Kinder beziehungsweise deren Eltern melden, von denen sich die Ermittler wichtige Hinweise erhoffen. Die Zehn- bis Zwölfjährigen sollen am vergangenen Mittwochabend nahe dem Spielplatz gespielt haben, auf dem Elias zum letzten Mal gesehen wurde. Diese Kinder bzw. deren Eltern werden dringend gebeten, sich als Zeugen bei der Polizei zu melden, Tel. (0331) 5508-1108.  Mehr >

Der Hinweis, dass Elias am Tag vor seinem Verschwinden bei einer Floßbau-Aktion eines Kinderclubs zugeschaut hätte und vielleicht am Mittwoch allein zur Nuthe gegangen ist, ergab offenbar auch nichts. "Das heißt ja auch nicht, dass der Junge am Mittwoch wieder am Fluss war", betonte Christoph Koppe.  Mehr >

Eine weitere Aufgabe nimmt die Zeit der Polizei in Anspruch: Seit gestern ist ein Flyer in Umlauf, auf dem sich Privatpersonen als "Team Soko Elias" ausgeben und um Hinweise bitten - an der Polizei vorbei. "Wir sind dabei, den Hintergrund zu klären", so Christoph Koppe. Mehr >

Die Polizei schließt mittlerweile wohl auch das Schlimmste nicht mehr aus: Bei der Suche am Montag waren auch Leichenspürhunde im Einsatz.   Mehr >   Der Einsatz der Spürhunde habe aber auch keine eindeutige Spur erbracht, sagte Koppe. "Die Hunde haben zwar zwischendurch eine Witterung aufgenommen, aber später wieder verloren." Zudem könne es sein, dass sich Elias dort lange vor seinem Verschwinden aufgehalten habe.

Auf Infotafeln wie hier am Bahnhof Friedrichstraße wird jetzt in Berlin nach Elias gefahnet.

Quelle: dpa

Jetzt sucht auch Berlin nach Elias

Brandenburgs Polizei seht seit Tagen in engem Kontakt mit ihren Berliner Kollegen, doch nun sollen bei der Suche nach dem 6-jährigen Elias aus Potsdam auch möglichst viele Menschen in Berlin erreicht werden. Die Initiative Vermisste Kinder wollte ab Montag die offiziellen Suchplakate der brandenburgischen Polizei auf Infoscreens in der Hauptstadt schalten, wie sie in Hamburg mitteilte. Auf den digitalen Infotafeln werde das Plakat abgebildet sein, mit Foto, Beschreibung des Jungen sowie den offiziellen Kontaktdaten der Polizei Potsdam, mit der die Initiative zusammenarbeitet.

In Berlin sollen die offiziellen Suchplakate bis Freitag auf insgesamt 17 Infotafeln an den Standorten Hauptbahnhof, Friedrichstraße, Potsdamer Platz, Ostbahnhof, Zoologischer Garten und Gesundbrunnen zu sehen sein. Über eine mögliche Verlängerung der Aktion wird nach Angaben der Initiative Vermisste Kinder kurzfristig entschieden. Bislang solle sie auf Berlin beschränkt sein. Es hängen mittlerweile auch Suchzettel in Berlin, etwa rings um das Brandenburger Tor.

Die Suche nach Elias

Alle Informationen zur Suche nach Elias im MAZonline-Spezial:

MAZ-online.de/elias

Die Hoffnung schwindet

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind nach so langer Zeit noch lebend gefunden wird, sinkt jedoch von Tag zu Tag. Mehr als 98 Prozent aller vermissten Kinder in Deutschland werden nach kurzer Zeit gefunden. Doch je länger die Suche dauert, desto wahrscheinlicher sind ein Unfall oder ein Verbrechen. Das sagt der Kriminalist Mario Arndt im MAZ-Interview - und erklärt, was das Besondere an der Suche nach Kindern ist. Mehr >

Von MAZonline (mit dpa)

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Fake oder nicht?

Hunderte freiwillige Helfer haben in den vergangenen Tagen nach dem vermissten Elias gesucht. Diese Hilfe wurde von der Polizei ausdrücklich gelobt und begrüßt. Jetzt ist jedoch ein Flugblatt aufgetaucht, das das Verhältnis zwischen der Polizei und den Helfern sehr strapazieren könnte - wenn es echt ist.

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