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Diskussion über Elias-Eingebung eines Sehers

Hokuspokus oder Ernst? Diskussion über Elias-Eingebung eines Sehers

Verzweiflung bei der Suche nach dem kleinen Elias aus Potsdam. Seit zwei Wochen gibt es kein Lebenszeichen von ihm. Michael Schneider ist Seher und glaubt zu wissen, wo die Polizei suchen muss. Doch die ist bislang skeptisch. Der Hinweis sorgt unterdessen auf Facebook für Wirbel. Wir haben uns die Kommentare der MAZ-Leser genauer angesehen.

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Elias wird seit zwei Wochen vermisst. Es gibt keine heiße Spur von dem Jungen aus Potsdam.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Michael Schneider ist Hellseher. Im Fall Elias hat er der Polizei einen Hinweis gegeben, doch die ist skeptisch. Der Hinweis eines anderen Hellsehers hatte ins Leere geführt. Hokuspokus oder Ernst? Im sozialen Netzwerk Facebook haben die MAZ-Leser unterschiedlich darauf reagiert.

Vorweg: Schneider hatte eine Eingebung. Öffentlich möchte er die nicht machen, will weder Hoffnungen zerschlagen noch schüren. Doch er glaubt zu wissen, wo sich der kleine Elias, der seit nunmehr zwei Wochen ohne jede Spur vermisst wird, befindet. Die Polizei sagt, es gäbe keine konkreten Hinweise, die Schneiders Eingebung bestätigen. Doch sie sagt auch nicht, wie sie den Hinweisen nachgegangen ist.

"Nichts unversucht lassen!"
Dass jeder Hinweis wie ein Strohhalm ist, an dem man sich klammern solle, glaubt MAZ-Leserin Lucienne Kühnel. Auf Facebook schreibt sie: „Als Mutter würde auch ich mich an jedem Strohhalm klammern und jeglichen Verdacht, Hellseherei oder auch Hellhörerei nachgehen und wenn es tausendmal als Spinnerei abgetan wird.“ Ähnlich sieht das Sandra John. Zwar glaube sie nicht an Hellseherei, doch sie gibt einen Tipp. „Schieß los“, schreibt sie und denkt an ihre eigenen Kinder. „Nichts unversucht lassen!“, meint auch Christine Spora.


Userin Jennifer Scheffler glaubt sogar daran, dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt. „Leute ich würde da wirklich nicht so voreilige Schlüsse ziehen“, schreibt die junge Frau. In ihrer Familie gäbe es selbst eine Person mit Fähigkeiten, die außerhalb jeder Vorstellung liegen. „Ich sag euch, dass kann verdammt gruslig sein“, gibt sie zu.

Der Fall Elias

Alles Infomationen

Unwissen über Parapsychologie
Selbst ein User mit entsprechenden Fähigkeiten aus der Parapsychologie beteiligt sich an der Diskussion. Jo Johannes Duve glaubt, den meisten Menschen fehle es an Unwissen. Er praktiziere nach einem Unfall kaum noch. Einige MAZ-Leser hatten bemängelt, dass sich Michael Schneider erst jetzt gemeldet hat. Dafür hat Duve eine Erklärung. „Im fall Elias benötigt er eine enorme Konzentration und Ruhe. (…) Der Junge hat noch keine ausgereifte Persönlichkeit und kann daher schlecht Signale aussenden, falls er noch lebt.“ Tatsächlich hatte sich Schneider mit seinem Hinweis aber schon am 10. Juli bei der Polizei gemeldet. Einige Mails seien zurückgekommen. Erst am 12. Juli gingen sie dann bei den Beamten ein. Inzwischen sei er sogar noch konkreter geworden.

Die Kritik kommt heftig
Doch es gibt auch jede Menge kritische Kommentare. Einen allgemeinen Konsens könnte man unter den Kritiker mit dem Wort „Wichtigtuer“ zusammenfassen. Silvia Jetter bezeichnet das Hellsehen sogar als „absolute Spinnerei“ und fragt: „Wenn so ein Typ hellsehen kann, weshalb sieht er dann nicht konkret, wo all die verschwundenen Kinder sind?“ Die Antwort liegt für Knut Junker auf der Hand. Hellseher könnten nichts sehen, meint er, sondern „manipulativ und deduktiv daherschwafeln.“

Junker findet sogar noch deutlichere Worte. „Es ist einfach zum Kotzen, dass Tragödien immer wieder solche Scharlatane auf den Plan ruft“, schreibt er auf der MAZ-Facebookseite.  

"Umzingelt von Idioten"
„Vollkommener Unsinn“, meint Karl Peter Napf, während es an anderer Stelle „Schwachsinn“ oder „Blödsinn“ heißt. Jürgen Dittberner wertet die sogenannte Eingebung als Klugscheißerei. Ihm fällt spontan ein Song ein, um seine Gedanken greifbar werden zu lassen: „Umzingelt von Idioten“ von Farin Urlaub. Manche MAZ-Leser glauben die Familie würde emotional in ein größeres Tief mit der Hilfe solcher Hinweise gezogen werden.

Egal, ob man nun an Übersinnliches glaubt oder nicht. Michael Schneiders Hinweis ist einer von mehr als 680 Hinweisen, die geprüft werden. Ganz gleich, ob er ins Leere führt oder was man davon hält, findet Ina Kiwina, nachgegangen sollte ihm werden. Denn Fakt ist, dass Elias seit zwei Wochen verschwunden ist und weder freiwillige Helfer, noch Polizei ihn bisher gefunden haben.

Von MAZonline

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