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Elias’ Mutter spricht erstmals über den Verlust

Nach Kindsmord in Potsdam Elias’ Mutter spricht erstmals über den Verlust

Lange hat sie sich nicht öffentlich äußern wollen, nun gab Anita S. dem Fernsehsender RTL ein Interview. Zum ersten Mal seit der Verurteilung des Mörders von Elias spricht seine Mutter über ihre Empfindungen seit der Todesnachricht und während der Gerichtsverhandlung.

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Auf seiner Website hat RTL ein knapp dreiminütiges Video online gestellt, in dem sich Elias’ Mutter Anita S. erstmals äußert.

Quelle: Screenshot: MAZonline

Potsdam. Ihre Reaktion unmittelbar nach der Nachricht vom Tod ihres Sohns sei zunächst gewesen, sich „von allen zu distanzieren und zusammenzurollen“ und als der erste Schock vorbei war viele Freunde zu treffen. Bis dahin, so formuliert es Elias’ Mutter Anita S. nun in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL, quälte sie einerseits die große Hoffnung, dass es ihrem Sohn vielleicht doch gut geht, aber auch die große Angst, dass er leidet und alleine ist. S.: „Das Schlimmste für mich war der Gedanke, dass mein Sohn sich fragt: Warum ist Mama nicht da? Warum hilft mir Mama nicht? Wo ist Mama?“

Anita S.: „Er sah so harmlos aus. Er sah nicht aus wie ein Killer.“

Was der Verlust ihres kleinen Jungen für sie bedeutet, formuliert die Mutter so: „Ich werde ihn niemals wiedersehen, ihn niemals wieder im Arm halten. Als er gestorben ist, ist ein großer Teil von mir mit gestorben und das kann man nicht wiederbekommen“, sagt die 26-Jährige.

Im Gerichtssaal irritierte die junge Frau der Anblick des Kindermörders: „Er sah so harmlos aus. Er sah nicht aus wie ein Killer.“ Daran, mit dem Geschehenen umgehen zu können, arbeite sie täglich. „Ich versuche immer noch zu lernen, dass ich in der Nacht nicht die Monster sehe, sondern das Licht, auf das ich zugehen sollte“, sagt Anita S. über ihre Situation und wie sie versucht, die Ereignisse zu verarbeiten.

In dem Gespräch mit RTL ist Anita S. in einer Wohnung zu sehen. Die Kamera filmt sie, wie sie Handy-Fotos von Elias anschaut. Auch eine Freundin kommt am Ort des Verschwindens von Elias zu Wort. Der Sender hat das Video am Freitagnachmittag auf der Website rtlnext.de veröffentlicht, zuerst liefen sie am Freitagmorgen in den Sendungen „Guten Morgen Deutschland“ und „Punkt 12“.

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Von MAZonline

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