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Elias Elias-Prozess: die ersten Tage im Rückblick
Lokales Potsdam Elias Elias-Prozess: die ersten Tage im Rückblick
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22:06 23.06.2016
Silvio S. zeigte sich der Öffentlichkeit an den ersten beiden Prozesstagen nur mit Aktenordner vor dem Gesicht, am dritten nahm er ihn überraschend weg. Quelle: AFP
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Potsdam

Auf diesen Prozess blickt ganz Deutschland. Seit Dienstag, 14. Juni, muss sich der mutmaßliche Mörder der Kinder Elias (6) aus Potsdam und Mohamed (4) aus Berlin, der Brandenburger Silvio S., vor dem Potsdamer Landgericht verantworten. Der Prozess wird unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Ende Juli könnte bereits das Urteil fallen. Darüber entscheiden wird der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter.

Bisher gab es drei Verhandlungstage - wir haben zusammengefasst, was bislang passiert ist und welche Zeugen ausgesagt haben.

1. Prozesstag (14. Juni) – Elias’ Mutter sagt aus

Am ersten Verhandlungstag drängten sich bereits Stunden vor dem Gerichtstermin viele Interessierte und Zuschauer vor dem Eingang zum Saal 8 am Landgericht in Potsdam. Die wenigen Zuschauerplätze waren heiß begehrt und auch Medieninteresse war sehr hoch. Nachdem das Gericht darüber entschieden hatte, die Öffentlichkeit am Prozess teilhaben zu lassen, verlas Staatsanwalt Peter Petersen die Anklage. Diese eröffnete erschütternde Details zur Entführung von Elias und Mohamed. Der Angeklagte selbst schwieg an diesem Tag zu den Vorwürfen.

Der Liveticker vom ersten Prozesstag zum Nachlesen >>


Als erste Zeugin sagte die Mutter des ermordeten Elias, Anita S., aus. Sie schilderte den Tag des Verschwindens ihres Sohnes und beschrieb dessen Wesen. Auch ihr Lebensgefährte, eine Schulsozialarbeiterin, Horterzieherin, eine Freundin von Elias’ Mutter und zwei Nachbarinnen sagten aus. Richter Horstkötter bat Silvio S. eindringlich, sein Schweigen zu brechen. Auch die Mutter von Mohamed war an diesem Tag im Saal anwesend.

2. Prozesstag (20. Juni) – Das sagen Nachbarn und Kollegen über S.

Im Mittelpunkt des zweiten Prozesstags stand weiter die Zeugenvernehmung. Diesmal waren Menschen geladen, die Aussagen über den Angeklagten, Silvio S., und seine Familie machen konnten. Die beiden Mütter der ermordeten Kinder waren nicht mehr anwesend. Zuerst traten mehrere Kleingärtner aus der Gartensparte in Luckenwalde (Teltow-Fläming), in der Silvio S. Elias’ Leiche verscharrt haben soll, in den Zeugenstand. Sie beschrieben den 33-Jährigen als ruhig und zurückhaltend. Keiner von ihnen hat viel mit ihm zu tun gehabt.

Hier geht es zum Liveticker vom zweiten Prozesstag >>

Als nächstes lieferten der ehemalige Arbeitgeber und der direkte Vorgesetzte von einer Wachschutzfirma Details über den Alltag von Silvio S. Einer der interessantesten Zeugen des Tages war ein langjähriger, und der wahrscheinlich einzige, Freund des Angeklagten. Die Aussagen einiger Zeugen ließen den Schluss zu, das S. die Entführung von Elias geplant hat. So hatte er sich für diesen Zeitraum zum Beispiel freigenommen und sein Auto zwei Tag zuvor einer ausführlichen Prüfung unterzogen.

3. Prozesstag (21. Juni) – „Trauerkarten-Komplex“ und Briefgeständnis

Auch am dritten Verhandlungstag ging es um das Umfeld von Silvio S. Mehrere ehemalige Freunde, Bekannte und Nachbarn der Familie schilderten S.’ schlechtes Verhältnis zu seinem Vater. Außerdem las der Richter die makabere Trauerkarte vor, die Silvio S. an Elias’ Mutter geschickt hat. Gelandet ist sie damals im August 2015 bei einem Bestattungsunternehmen in Brandeburg/Havel. Der Geschäftsführer wurde zum sogenannten „Trauerkarten-Komplex“ verhört.

Liveticker vom dritten Prozesstag zum Nachlesen >>

Der Tag endete mit einer Überraschung: Der Richter verlas einen bislang unbekannten Brief, den der mutmaßliche Täter nach seiner Verhaftung an seine Familie geschrieben hat. Darin gesteht er die Taten, die ihm zu Last gelegt werden.

Weitere Verhandlungstermine: 27. und 28. Juni sowie 4., 5., 11., 12., 18., 19. und 26. Juli. Verhandlungsbeginn ist am 26. Juli um 10 Uhr an den anderen Tagen um 9.30 Uhr.

Von MAZonline

Brandenburg Mordprozess in Potsdam gegen Silvio S. - Muttersöhnchen mit tyrannischem Vater

Das Verhältnis zu seinem Vater sei sehr schlecht gewesen, schildern Zeugen im Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Silvio S. Der 33-Jährige sei bei Kindern beliebt gewesen, habe gerne mit ihnen gespielt. Umso makaberer der Spitzname, den der Angeklagte in seinem Heimatdorf Kaltenborn (Teltow-Fläming) hatte.

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Aus der Untersuchungshaft schrieb Silvio S. einen Brief an seine Mutter. Er liest sich wie ein Geständnis. Noch ein weiteres Schriftstück gibt Aufschlüsse auf die Taten: In einem makaberen Kondolenzschreiben an Elias’ Mutter verrät er den angeblichen Todeszeitpunkt des Jungen. Am Ende der Karte steht: „Sorry“.

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