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Mobile Wache für Elias-Suche eingerichtet

6-Jähriger vermisst: Videozusammenfassung vom Freitag Mobile Wache für Elias-Suche eingerichtet

Seit 10 Tagen ist Elias verschwunden. Eine wirkliche Spur gibt es nicht. Die Polizei baggert seit 2 Tagen in der Nuthe. Dazu ist das Flüsschen am Freitag um rund 25 Zentimeter abgesenkt worden. Unterdessen gibt es eine mobile Wache im Schlaatz - rund um die Uhr. Wir zeigen Bilder vom Freitag im Video und haben mit der Polizei gesprochen.

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Auf der Suche nach Elias: Das Ausbaggern der Nuthe hat am Donnerstag begonnen.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Bei der Suche nach dem vermissten Elias aus Potsdam ist am Freitag der Wasserstand der Nuthe um rund 20 Zentimeter abgesenkt worden. Das soll das Ausbaggern des Schlammbodens erleichtern, wie die Polizei mitteilte. Sie untersucht den Untergrund des Flüsschens im Stadtteil Schlaatz in Höhe des Wieselkiezes. Dort verschwand der Sechsjährige vor mehr als einer Woche. Gesucht wird an einer Stelle, an der zuvor Spürhunde angeschlagen hatten. Außerdem ist nun wohl auch die Bundeswehr an der Suchaktion beteiligt.

Die Arbeiten laufen auf einer Länge von etwa 200 Metern.  Die Baggerarbeiten hatten am Donnerstag begonnen und waren am Abend unterbrochen worden. Mit dem Bagger wird der Schlamm aus dem Wasser geholt und auf eine Schwimmplattform gehievt, auf der ein Hund im Einsatz ist. Bisher wurde nichts gefunden.

Polizeisprecher Heiko Schmidt konnte am Freitagnachmittag nicht sagen, wie lange die Baggeraktion noch laufen wird und was danach kommt. Er deutete aber an, man könne andere Technik einsetzen. Man könne davon ausgehen, dass auch am Wochenende noch aktiv nach Elias gesucht wird. Offenbar deshalb kamen zwei Vertreter der Bundeswehr zum Ort der Suche und ließen sich vom Einsatzleiter die Maßnahmen erklären. Sie liefen in Einsatz-Tarnuniformen auf. Schmidt wollte allerdings noch keine Kooperation mit der Bundeswehr bestätigen, bat aber darum, die Militärs "ihre Arbeit machen" zu lassen. Es gehe um technische Hilfeleistung durch die Bundeswehr, verlautete es am Abend aus dem Innenministerium.

Eine mobile Polizeiwache steht direkt neben dem Bürgerhaus im Schlaatz und ist rund um die Uhr erreichbar.

Quelle: Rainer Schüler

Unterdessen stellte die Polizei am Freitagmorgen eine mobile Wache auf den „Marktplatz“ des Schlaatz in Sichtweite der Zelte der Bürgersuchtrupps neben dem Bürgerhaus. Die mit zwei Beamten besetzte Wache besteht aus einem Einsatzfahrzeug und einem Anhänger, auf dem ein quadratisches Büro mit Sitzmöbeln, Schränken, Computern und Klimaanlage ausgeklappt ist. Die Wache ist über das Wochenende rund um die Uhr besetzt und soll Hinweise aus der Bevölkerung aufnehmen; rund 550 sind seit Elias Verschwinden am Mittwochabend voriger Woche aufgelaufen; keiner brachte laut Polizeiangaben eine heiße Spur: „Einige schienen erfolgversprechend“, sagte Schmidt, die meisten habe man als irrelevant eingestuft.

Innen ist die mobile Wache ein provisorisches Büro.

Quelle: Rainer Schüler

Wie wird die Nuthe abgesenkt?

Die Nuthe entspringt im Fläming und fließt der Havel entgegen. Sie hat eine Länge von 66,5 Kilometern. Das Flüsschen fließt auch am Potsdamer Stadtteil Schlaatz vorbei, dort ist es stark begradigt. In Schlaatz verschwand am 8. Juli der sechsjährige Elias. Für die Sucharbeiten auf dem Grund des Gewässers wurde der Wasserstand der Nuthe nun am Freitag nach Angaben des Landesumweltamtes zwischen 07.00 und 12.00 Uhr vorübergehend um circa 20 Zentimeter abgesenkt.

Die Nuthe ist an mehreren Stellen staureguliert. Für die Absenkung des Wasserpegels wurden nach Angaben des Landesumweltamtes drei Wehre oberhalb von Potsdam angehoben - ein Wehr funktioniert wie ein Schieber, der dann etwas weiter hochgezogen wird. Dadurch wird das Wasser stärker zurückgehalten.

Bei drei Wehren wie in diesem Fall funktioniert das Ganze wie eine Kaskade. Der dahinterliegende Stauraum wird genutzt. Es fließt immer noch ausreichend Wasser an den Staustellen durch, aber eben nicht mehr ganz so viel. Unterhalb der Wehre kommt dadurch weniger Wasser an, und der Wasserstand senkt sich. Dies ist ein ganz langsamer Prozess, so dass auch etwa Fische darauf reagieren und sich in tiefere Bereiche zurückziehen können.

Am Freitagnachmittag suchte Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger in Vertretung von Oberbürgermeister Jann Jakobs, der im Urlaub ist, die Mutter des vermissten Jungen auf. Über das „durch und durch private“ Gespräch wollte die Pressestelle der Stadtverwaltung keine Auskunft geben. Frau Preinesberger stehe im Kontakt mit den Eltern, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz.

Am Freitag war erneut eine Polizeihundertschaft im Einsatz; 50 Kriminalisten im Stab und unterwegs arbeiten an dem Fall, der inzwischen bundesweit bekannt ist, seit das ZDF-Magazin „Aktenzeichen XY ungelöst“ am Mittwochabend darüber berichtete. Die Sendung ließ das Hinweisaufkommen in Potsdam zwar anschwellen, brachte aber auch keinen verwertbaren Tipp. Etwa ein Hinweis vom Donnerstag, dass Elias womöglich bei Cottbus gesehen worden sei, der sich nicht bestätigte. Nach Angaben der Polizei habe es die Situation an der Tankstelle gar nicht erst gegeben. Eine Sondierung nach Zeit und Ort einer gemeldeten Sichtung des Jungen gibt es nach Polizeiangaben nicht, nur eine Einschätzung nach Dringlichkeit.

Weiterhin durchsuchten Bereitschaftspolizisten so genannte Kollektorgänge in den Kellern unter mehreren Wohnblocks im näheren Umfeld der Straße Schilfhof – teilweise wiederholt. Auch wurden weiter entfernte Gebiete der Nuthewiesen durchsucht.  Zudem wurden bzw. werden 1.200 Anwohner des Schlaatzes von den Suchkräften angeprochen, nach ihren Beobachtungen befragt bzw. mittels Zettel aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden.

Seit Mittwoch vergangener Woche wird im Stadtteil Schlaatz nach dem verschwundenen 6-Jährigen gesucht. Bisher gibt es trotz 570 Hinweisen aus der Bevölkerung ( Stand vom Donnerstagabend) keine Spur von dem Kind. Nach dem Verschwinden von Elias war zunächst ein Unglück befürchtet worden. Mittlerweile wird auch ein Verbrechen von den Ermittlern nicht mehr nicht ausgeschlossen.

Alle Informationen zur Elias-Suche >

Hinweise an die Polizei: Tel. (0331) 5508 1108, E-Mail-Adresse sokoschlaatz.pdwest@polizei.brandenburg.de

MAZonline

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532 Hinweise zu vermisstem 6-Jährigen aus Potsdam

Auf der Suche nach dem 6-jährigen Elias lässt die Polizei ein Stück der Nuthe ausbaggern. Neben Sprengmeister Mike Schwitzke, der aus Angst vor einem möglichen Bombenfund vor Ort ist, beteiligt sich am Rande auch der Leiter der Mordkommission. Spuren gab es nicht, doch die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

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