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Flyer der "Soko Elias" ein Missverständnis

Kleiner Zettel, große Aufregung Flyer der "Soko Elias" ein Missverständnis

Alles nur ein Missverständnis, sagt die Polizei. Warum nennen sich die Leiter des Freiwilligeneinsatzes  "Team Soko Elias" und warum steht auf einem Zettel der ehrenamtlichen Koordinatoren der Elias-Suche  "Bitte alle Hinweise ERST an die Einsatzleitung per Telefon durchgeben und NICHT die Polizei anrufen!!"?

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Potsdam. Die Polizei und die Leiter der Freiwilligentrupps erklären übereinstimmend die ganze Aufregung mit einem bedauerlichen Missverständnis.

Tatsächlich sei der Flyer mit dem eigenartigen Satz im Kleingedruckten nur an eine kleine Gruppe von Truppführern verteilt worden. Der Zettel hätte also nicht in die Öffentlichkeit gelangen dürfen und ist wohl auch nur in sehr kleiner Stückzahl ausgedruckt worden. Aber warum überhaupt die seltsame Aufforderung?  

Polizeisprecher Heiko Schmidt erklärt, die Trupps hätten die Funktion übernommen, die überbordende Zahl an Hinweisen aus der Bevölkerung in einer ersten Einschätzung auf ihre Plausibilität zu prüfen. So seien etwa viele Hinweise zu Kleidungsstücken, die im Wald oder Gebüsch gelegen hatten, eingegangen. Handele es sich etwa um Herrnschuhe der Größe 45, aus denen Gras wächst, seien sie für die Ermittlungen wohl nicht wichtig, so Schmidt.  Dass die Freiwilligen diese Art der groben "Vorsortierung" übernähmen, gebe den Polizisten mehr Zeit, den vielversprechenden Hinweisen nachzugehen. So sei die Aufforderung an die privaten Truppleiter zu verstehen, Tipps zunächst einer eigenen Wahrscheinlichkeitsprüfung zu unterziehen. Allerdings räumt der Polizeisprecher ein, der Satz sei „sehr missverständlich“ formuliert.

Gerome James, einer der Leiter der Freiwilligenaktion, sagt ebenfalls, das Vorgehen sei mit der Polizei abgesprochen. "Wir schauen, was da im Gebüsch liegt – die Polizei kommt erst, wenn der eweis stimmig ist." Mittlerweile seien so viele Kleidungsfunde gemeldet worden, dass man einen Container damit füllen könnte. James sagt, er selbst habe gerade erst anderthalb Stunden neben einer Jeans in den Ravensbergen gewartet – damit die Polizei "ihre Arbeit tun kann". Und: "Wir arbeiten mit der Polizei Hand in Hand", so James.

Von Ulrich Wangemann

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