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„Redet der Schlaatz noch über Elias?“

Elias seit 100 Tagen verschwunden „Redet der Schlaatz noch über Elias?“

Im Sommer hat es im Potsdamer Stadtteil Schlaatz eigentlich nur ein Gesprächsthema gegeben: Elias. Der Junge ist inzwischen seit 100 Tagen spurlos verschwunden. Die MAZ hat Anwohner gefragt, ob noch über das Verschwinden des Jungen gesprochen wird und aufschlussreiche Antworten bekommen.

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Quelle: dpa

Potsdam. Viele Anwohner aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz haben im Sommer bei der Suche nach Elias mitgeholfen. Rund zwei Wochen bestimmte die Suche nach dem 6-Jährigen den Alltag vieler Schlaatzer. Wir haben uns umgehört, ob Elias heute noch ein Thema unter den Anwohner ist.

Die MAZ hat den Schlaatz 100 Tage nach Elias Verschwinden besucht und mit den Anwohner gesprochen .
Hier lesen Sie die Reportage.

In einer Chronologie zeichnen wir die Ereignisse seit Elias’ Verschwinden nach.
Lesen Sie hier die Chronologie.

Andreas Renger (56)

Andreas Renger (56): „Ich bin vom Schlaatz, lebe nicht weit weg von Elias früherer Wohnung. Ich habe mit meiner Lebensgefährtin erst am Wochenende geredet, wo der Junge wohl ist. Auch am Biertisch wird zuweilen noch gesprochen. Jeder, der eigene Kinder hat in diesem Alter, denkt da immer wieder mal nach. Auf der Straße aber ist das Thema durch; man hört hier draußen nichts mehr davon“

Quelle: MAZ
Kevin Herbrich (27)

Kevin Herbrich (27): An manchen Stellen hängen die Zettel ja noch. Ab und zu sprechen wir darüber; wir haben ja drei Kinder; das vierte ist unterwegs. Ich dachte am Anfang sehr schnell, dass Elias schon lange nicht mehr in Potsdam ist. Seit der Sache passen wir mehr auf die Kinder auf; das Verschwinden des Jungen hat da schon was bewirkt. Aber was soll man weiter machen? Es gibt ja nichts zu bereden.“

Quelle: MAZ
Marion Künzelmann (45)

Marion Künzelmann (45): „Das ist keine Thema mehr; man redet nicht mehr drüber. Es passiert ja auch nichts in diesem Fall. Ich habe selbst Kinder, eins ist sieben. Das lasse ich nicht mehr so frei laufen wie früher. Wir sind vorsichtig geworden. Wer weiß, wieviele Pädophile hier herumlaufen, und keiner weiß das!“

Quelle: MAZ
Anja Jahnke (50)

Anja Jahnke (50): „Keiner spricht noch darüber, dabei wohne ich einen Aufgang neben dem von Elias. Was? Die sind weggezogen? Hier ziehen über all soviele Leute ein und aus; das bekommt man gar nicht mit. Ich kannte die Familie nicht. Meine Fenster gehen auch auf den Spielplatz raus, von dem der Junge verschwand, aber die Bäume sind zu dicht, um unten was zu sehen. Mein Mann ist damals mit suchen gewesen. Ich glaube, viele Eltern bringen ihre Kinder jetzt lieber selber weg zur Kita und zur Schule.“

Quelle: MAZ
Stefanie Weiss (31)

Stefanie Weiss (31). „Für viele ist das noch im Kopf“, sagt Stefanie Weiss: „Nachbarn und Kollegen fragen mich, ob ich als Helfer was Neues weiß und ob sie noch was tun können.“

Quelle: MAZ

Von MAZonline

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Chronologie der Ereignisse

Elias verschwand am 8. Juli 2015 spurlos. Die wochenlange Suche nach ihm brachte keinen Erfolg. Im November schließlich die schreckliche Gewissheit, der Junge wurde getötet. In der Chronologie haben wir die Ereignisse seit Elias' Verschwinden Woche für Woche zusammengefasst.

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