Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Elias „Redet der Schlaatz noch über Elias?“
Lokales Potsdam Elias „Redet der Schlaatz noch über Elias?“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:49 16.10.2015
Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Viele Anwohner aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz haben im Sommer bei der Suche nach Elias mitgeholfen. Rund zwei Wochen bestimmte die Suche nach dem 6-Jährigen den Alltag vieler Schlaatzer. Wir haben uns umgehört, ob Elias heute noch ein Thema unter den Anwohner ist.

Die MAZ hat den Schlaatz 100 Tage nach Elias Verschwinden besucht und mit den Anwohner gesprochen .
Hier lesen Sie die Reportage.

In einer Chronologie zeichnen wir die Ereignisse seit Elias’ Verschwinden nach.
Lesen Sie hier die Chronologie.

Andreas Renger (56): „Ich bin vom Schlaatz, lebe nicht weit weg von Elias früherer Wohnung. Ich habe mit meiner Lebensgefährtin erst am Wochenende geredet, wo der Junge wohl ist. Auch am Biertisch wird zuweilen noch gesprochen. Jeder, der eigene Kinder hat in diesem Alter, denkt da immer wieder mal nach. Auf der Straße aber ist das Thema durch; man hört hier draußen nichts mehr davon“ Quelle: MAZ
Kevin Herbrich (27): An manchen Stellen hängen die Zettel ja noch. Ab und zu sprechen wir darüber; wir haben ja drei Kinder; das vierte ist unterwegs. Ich dachte am Anfang sehr schnell, dass Elias schon lange nicht mehr in Potsdam ist. Seit der Sache passen wir mehr auf die Kinder auf; das Verschwinden des Jungen hat da schon was bewirkt. Aber was soll man weiter machen? Es gibt ja nichts zu bereden.“ Quelle: MAZ
Marion Künzelmann (45): „Das ist keine Thema mehr; man redet nicht mehr drüber. Es passiert ja auch nichts in diesem Fall. Ich habe selbst Kinder, eins ist sieben. Das lasse ich nicht mehr so frei laufen wie früher. Wir sind vorsichtig geworden. Wer weiß, wieviele Pädophile hier herumlaufen, und keiner weiß das!“ Quelle: MAZ
Anja Jahnke (50): „Keiner spricht noch darüber, dabei wohne ich einen Aufgang neben dem von Elias. Was? Die sind weggezogen? Hier ziehen über all soviele Leute ein und aus; das bekommt man gar nicht mit. Ich kannte die Familie nicht. Meine Fenster gehen auch auf den Spielplatz raus, von dem der Junge verschwand, aber die Bäume sind zu dicht, um unten was zu sehen. Mein Mann ist damals mit suchen gewesen. Ich glaube, viele Eltern bringen ihre Kinder jetzt lieber selber weg zur Kita und zur Schule.“ Quelle: MAZ
Stefanie Weiss (31). „Für viele ist das noch im Kopf“, sagt Stefanie Weiss: „Nachbarn und Kollegen fragen mich, ob ich als Helfer was Neues weiß und ob sie noch was tun können.“ Quelle: MAZ

Von MAZonline

Der kleine Elias ist seit 100 Tagen verschwunden. Noch immer spurlos. Die MAZ hat sich in Potsdam im Schlaatz, wo Elias mit seiner Familie lebte, drei Monate nach dem rätselhaften Verschwinden des Jungen umgehört. Erschreckend: Kaum jemand redet mehr über den Fall. Das Leben geht einfach weiter.

16.10.2015

Wo ist Elias? Ist er tot? Eine Antwort gibt es nicht. Nichts, was der Polizei bei der Suche bisher weiterhelfen konnte. Und die Hinweise werden immer weniger. Die Polizei in Potsdam glaubt längst nicht mehr daran, Elias lebend zu finden. Anders die Polizei in Stendal beim Fall „Inga“.

30.09.2015

Elias ist seit mehr als zwei Monaten verschwunden – spurlos. Die Suche war bisher umfangreich. Inzwischen sind mehr als 1200 Hinweise eingegangen. Einige verbindet die Spur zu einem dunklen Kombi. Doch der ist noch nicht gefunden. Die dramatische Suche nach dem Sechsjährigen geht weiter.

14.09.2015
Anzeige