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Fall Elias: Polizei gesteht Versäumnisse ein

Überforderte Telefonanlage und Fake News Fall Elias: Polizei gesteht Versäumnisse ein

Als im Sommer 2015 in Potsdam der kleine Elias (6) verschwand, erlebte die Stadt eine bis dahin ungekannte Welle freiwilliger Hilfsbereitschaft bei der Suche. Nun resümiert das Brandenburger Innenministerium: Die Polizei war auf eine solche Situation nicht eingestellt.

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Polizisten suchen im Sommer 2015 nach Elias.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Das Innenministerium hat eingeräumt, dass die Polizei in den ersten Tagen der Ermittlungen nach dem verschwundenen und später ermordet aufgefunden Elias (6) teils überfordert war. Als 2015 hunderte Hinweise von Bürgern zu dem Potsdamer Erstklässler eingingen, habe die Telefonanlage nicht mehr richtig funktioniert, sagte Landeskriminaldirektor Michael Scharf am Donnerstagnachmittag im Innenausschuss des Potsdamer Landtags.

Hilfsbereitschaft wurde zum Problem

Viele Anrufer seien nicht durchgekommen, die Leitung habe „besetzt“ signalisiert, anstatt die Anrufer weiterzuleiten. Der Ansturm auf die Telefone und der Umgang mit den zahlreichen freiwilligen Helfern habe „ein Stück weit von den polizeilichen Ermittlungen abgelenkt“, so Scharf. Allerdings habe das Durcheinander nicht dazu geführt, „dass etwas unterlassen wurde“. Die Telefonanlage sei jetzt so umgestellt, dass etliche Gesprächsplätze im Krisenfall erreichbar seien. Eine Art polizeiinternes Call-Center mit 20 Plätzen könne aktiviert werden.

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Am 8. Juli 2015 war der kleine Elias aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz plötzlich verschwunden. Es folgte eine lange, aber erfolglose Suche der Polizei und freiwilliger Helfer. Als im Oktober der Flüchtlingsjunge Mohammed aus Berlin als vermisst gemeldet wurde, geriet Silvio S. ins Visier der Ermittler. Dann der Schock: Er soll auch Elias entführt haben.

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Wichtige Mitteilungen würden außerdem jetzt auch über die sozialen Medien zielgerichtet verbreitet – die zuständigen Abteilungen seien verstärkt worden, so Scharf. Hunderte von Freiwilligen hatten nach dem Verschwinden des Jungen bei der Suche geholfen. Über Facebook hatten sich damals schnell Gerüchte und falsche Verdachtsmomente verbreitet. „Der Umgang mit Fake News in den sozialen Medien war als Thema noch nicht abschließend geregelt“, sagte der Landeskriminaldirektor.

CDU-Innenexperte Björn Lakenmacher hatte die Regierung aufgefordert, im Landtags-Ausschuss ein Resümee der Fahndung nach dem entführten Kind zu geben. „Es war wohl schwer, die große Hilfsbereitschaft zu kanalisieren“, so Lakenmacher.

Alles zum Fall Elias auf unserer Themenseite:
www.MAZ-online.de/elias

Von Ulrich Wangemann

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