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Hunderte verabschieden Elias

Emotionale Gedenkveranstaltung Hunderte verabschieden Elias

Emotionaler Abschied von Elias. Im Potsdamer Stadtteil Schlaatz sind am Dienstagabend hunderte Menschen zu einer Gedenkveranstaltung zusammen gekommen. Die Menschen trauerten still, einige weinten. Zu der Veranstaltung hatten Stadt und  Kirchen eingeladen. Jetzt erinnert ein Kerzenmeer an das Schicksal des 6-Jährigen.

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Trauer um Elias
 

Quelle: dpa

Potsdam. Seit vergangenen Freitag steht Potsdam unter Schock: Elias ist tot. Im Schlaatz herrscht Trauer, Entsetzen und Wut. Am Dienstagabend fand um 18 Uhr eine offizielle Trauerfeier der Stadt Potsdam vor dem Bürgerhaus statt. Zu der Veranstaltung hatten die Stadt gemeinsam mit den Kirchen (katholisch und evangelisch) eingeladen.

Im Schlaatz haben sich auch viele Kinder versammelt

Bereits um 17.30 Uhr hatten sich die ersten Anwohmer am Bürgerhaus eingefunden. Auf den Stufen davor sind viele Kerzen, Stofftiere und Blumen unter dem Bild von Elias aufgestellt. Bis zum frühen Abend haben sich hunderte Menschen versammelt. Sie schweigen, weinen und denken an den kleinen Elias. Auch viele Kinder haben sich im Schlaatz versammelt.

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Hunderte Menschen sind am Dienstagabend zu einer bewegenden Gedenkfeier für den 6-jährigen Elias zusammengekommen. Der getötete 6-Jährige lebte mit seiner Familie zuletzt im Potsdamer Stadtteil Schlaatz. Dort haben viele Menschen Blumen und Kerzen niedergelegt. Oberbürgermeister Jann Jakobs hielt eine emotionale Rede.

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Emotionale Rede des Potsdamer Oberbürgermeisters

In einer emotionalen Rede sprach Potsdam Oberbürgermeister Jann Jakobs den Angehörigen von Elias sein Beileid aus. "Wir stehen hier geschlossen und in Trauer vereint", sagte Jakobs.

Er sei tief bewegt, wieviele Menschen sich versammelt hätten, um Elias zu gedenken. In seiner Rede erwähnte der Oberbürgermeister auch die Schicksale von Mohamed und Inga. Der Junge ist ebenfalls getötet worden - vom gleichen Täter wie Elias. Viele rangen um Fassung, konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Im Nachtdunkel flackerte Aberdutzende Kerzenlichtlein wie ein funkelnder Teppich auf den Treppenstufen vor dem Bürgerhaus, dazwischen Blumen und Stofftiere. Es war ein  letzter, von Herzen kommender Gruß für  den kleinen ermordeten Jungen, der nur unweit von diesem Ort  mit  seiner Mutter gelebt hatte.  Die Feier schloss auch die Erinnerung an Mohamed ein, der vom gleichen mutmaßlichen Täter ermordet worden ist, und das Gebet für die verschwundene Inga (6) aus Sachsen-Anhalt.

Potsdams Superintendent Joachim Zehner entzündete zum Auftakt in der Finsternis der Nacht ein symbolisches Hoffnungslicht, indem er  mit einer großen  Osterkerze drei kleinere Kerzen  zum Leuchten brachte: je eine für Elias, Mohammed und Inga. "Lasst euch nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwindet das Böse mit Gutem", zitierte er ein Bibelwort. Mit dem Verlust von Elias sei "die Urangst von Eltern schrecklich wahr geworden".

Der katholische Propst Klaus-Günter Müller sprach ein schlichtes "Vaterunser" beim gemeinsamen Gebet.  Nicht als Redner, aber als Trauergast war  auch der Imam der Potsdamer Al-Faruk-Moschee, Kamal Abdallah, gekommen. „In dieser Trauer spielt es keine Rolle, ob ein Kind Elias oder Mohamed heißt – es waren beides harmlose Kinder, denen Unvorstellbares angetan wurde.“

Nach der Feier staute sich im Bürgerhaus eine  meterlange Schlange vor dem Kondolenzbuch für Elias, das noch die ganze Woche über ausgelegt sein wird.  Nicole Wolf und Maik Franke – beide Rollstuhlfahrer  hatten sich an der Suche nach Elias beteiligt – zählten zu denjenigen, die ein besonders liebevolles Abschiedswort für den kleinen Jungen hineinschrieben: "Wir denken, wir machen Erfahrungen, aber die Erfahrungen machen uns. Es tut uns leid, dass du diese Erfahrungen nicht mehr machen konntest."

Im Sommer verschwunden

Der sechsjährige Elias aus dem Stadtteil Schlaatz verschwand am späten Nachmittag des 8. Juli spurlos. Noch am Abend suchten Nachbarn, Bekannte und Freunde der Familie nach dem kleinen Jungen, der eben noch im Sandkasten vor dem Haus gespielt hat. Nichts.

In den folgenden Tagen kamen immer mehr Menschen in den Schlaatz, um bei der Suche nach Elias zu helfen. Die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Menschen beeindruckte sogar die Polizei. Doch trotz dieser unglaublichen Welle der Solidarität verliefen alle Bemühungen den Jungen lebend zu finden im Sande.

Die Hoffnung Elias unversehrt zu finden wurde von Tag zu Tag kleiner – bis Ende Oktober dann die schreckliche Nachricht kam: Elias ist tot. Der Kleine wird nie wieder vor seinem Zuhause im Schlaatz im Sandkasten spielen.

Kurz nach Bekanntwerden der traurigen Nachricht versammelten sich viele Menschen zu einer spontanen Trauerfeier.

Unter den Trauernden waren auch viele Menschen dabei, die sich im Sommer an der groß angelegten Suche nach Elias beteiligten. Der Schock unter ist groß. Viele haben bis zuletzt gehofft, dass Elias noch leben könnte.

Von MAZonline

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