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Fall Elias: Polizei prüft erneut Zeugenaussagen

Über 680 Hinweise Fall Elias: Polizei prüft erneut Zeugenaussagen

Die Suche nach Elias im Schlaatz ist beendet, die Arbeit der 60-köpfigen Sonderkommission „Soko Schlaatz“ aber nicht. Bis Dienstag waren mehr als 680 Hinweise aufgelaufen. Die Polizei prüft nun erneut Aussagen von Personen, die Elias kurz vor seinem Verschwinden gesehen haben wollen.

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Elias wird seit dem 8. Juli vermisst

Quelle: dpa

Potsdam. Die Soko "Schlaatz" befasst sich derzeit mit „sämtlichen Personen, die Elias kurz vor seinem Verschwinden gesehen haben“, offenbar gibt es mehrere. So liegen Aussagen von Kindern vor, die den Jungen zusammen mit zwei Männern vor dem Rewe-Markt im Stadtteilzentrum gesehen haben, ohne dass die Identität der Männer damit schon zu klären war. Auch ist laut Polizei nicht beweisbar, dass der beobachtete Junge vor Rewe tatsächlich Elias war.

>>> Der Fall Elias - eine Chronik

Zeugin ist sicher, Elias gesehen zu haben

Dessen ist sich allerdings eine junge Frau vollkommen sicher, die ihn am 8. Juli, dem Mittwochabend des Verschwindens, allein auf einer langen Steinbank vor Rewe sitzen und dort spielen sah, als sie einkaufen ging. Wann genau sie den Supermarkt betrat, weiß sie nicht mehr. Doch ganz kurz nach 19 Uhr verließ sie den Markt und sah den Jungen erneut dort sitzen, vor ihm zwei stehende Männer, jeder mit einer gefüllten Rewe-Tüte, den Inhalt konnte sie nicht erkennen. Sie sah den Jungen kurz an, er wirkte nicht verängstigt. Im  Vorbeigehen hörte sie die Frage  „Wo ist meine Mama?“ und die Antwort eines der Männer: „Wir rufen deine Mama gleich an.“ Diese Zeit weiß sie, weil sie wegen einer Nachricht auf ihr Handy sah. Sie glaubte den Jungen in guten Händen und ging weiter. Erst später hörte sie von Elias’ Verschwinden, las bei Facebook die Beschreibung seiner Kleidung und war sich sofort sicher, Elias genau so gesehen zu haben. Das teilte sie der Frau mit, die den Suchaufruf gepostet hatte. Am Donnerstagmorgen stand dann die Polizei vor ihrer Wohnungstür und befragte sie. Ein Phantombild der Männer wurde im Beisein der Zeugin nicht angefertigt. Nach den Männern wird weiter gesucht.

Von der Szene vor Rewe gibt es Videoaufnahmen, die der Polizei zufolge aber so schlecht sind, dass niemand aus der Gruppe identifizierbar ist. Auch Elias’ Mutter erkannte ihren Jungen nicht sicher. Die Polizei schöpft aber alle technischen Möglichkeiten aus, unscharfe Bilder zu verbessern. Dazu gebe es „spezialisierte Kräfte“, hieß es am  Dienstag.

Hinweise werden in Kategorien eingeteilt

Das erstveröffentlichte Bild von Elias, das ihn mit einem stoppeligen Kurzhaarschnitt und so etwas wie Schulranzenriemen auf den Schultern zeigt, stammt aus dem Jahr 2014 und entspricht laut Polizeisprecher Heiko Schmidt weitgehend dem Aussehen zum Zeitpunkt des Verschwindens. Die später veröffentlichten Bilder sind zwar jüngeren Datums, aber nicht so authentisch.

Wie Schmidt der MAZ sagte, werden die Bürgerhinweise in verschiedene Kategorien unterteilt. Wichtig sind vor allem eigene Feststellungen über „auffällige Personen  in Begleitung ähnlicher Kinder“. Überprüft werden zudem Hinweise zu Internet-Chatgruppen, in denen über Elias’ Verbleib spekuliert wird, und zu Postings im Internet zu dem Fall. Auch Hinweise zum  möglichen Aufenthalt des Jungen gingen  ein; sie werden bewertet und geprüft, „sofern sie nicht bereits abgearbeitet wurden.“ Das „gesamte soziale Umfeld“ von Elias und seiner Mutter wurde durchleuchtet.

Videosichtung ist abgeschlossen

Die Polizei habe zudem den gesamten Schlaatz inklusive der nahen Wald- und Wiesenflächen abgesucht, sagte Schmidt. Weil aber nicht jedes Suchgebiet bekannt gemacht wurde, kommen immer wieder Hinweise zu bereits kontrollierten Gebieten. Die Sichtung der Videos aus Bussen und Bahnen ist inzwischen abgeschlossen; sie brachte nichts.

Noch nicht beendet ist die Befragung der Einwohner des Wohngebietes. Rund 800 waren bislang nicht anzutreffen; hier hat die Polizei Schreiben mit der Bitte um Rückrufe hinterlassen. Es gibt laut Schmidt  keine Gegend im Schlaatz, in der besonders viele Mieter nicht zu sprechen waren.

Von Rainer Schüler

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