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Vermisster Elias: Polizei baggert Nuthe ab

532 Hinweise zu vermisstem 6-Jährigen aus Potsdam Vermisster Elias: Polizei baggert Nuthe ab

Auf der Suche nach dem 6-jährigen Elias lässt die Polizei ein Stück der Nuthe ausbaggern. Neben Sprengmeister Mike Schwitzke, der aus Angst vor einem möglichen Bombenfund vor Ort ist, beteiligt sich am Rande auch der Leiter der Mordkommission. Spuren gab es nicht, doch die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

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Wurde Elias in Cottbus gesehen?

Die Suche nach Elias aus Potsdam geht mit dem Ausbaggern der Nuthe weiter.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Die Polizei lässt nichts unversucht: Auf der Suche nach dem vermissten Elias aus Potsdam wird ein Teil des Flüsschens Nuthe im Schlaatz ausgebaggert. Rund 40 Meter sollen zunächst gesichtet werden. An der Stelle im Wieselkiez hatte mehrfach ein Spürhund angeschlagen. Darum war schon mehrfach mit Tauchern an der Stelle gesucht worden. Auch der Leiter der Mordkommission der Polizeidirektion West war vor Ort. Es gab jedoch am Donnerstag keine Anhaltspunkte. Eine "heiße Spur" lässt auf sich warten. Am Freitag werden die Baggerarbeiten fortgesetzt.

Das Technische Hilfswerk rückte an, um nach und nach die Pontons aufzubauen.

Quelle: Julian Stähle

Das Technische Hilfswerk hat zwei Pontons in der Nuthe aufgebaut. Mit dem Ausbaggern konnte gegen 14 Uhr begonnen werden. Der Bagger auf dem großen Ponton hebt den Nuthe-Sand auf einen zweiten Ponton vor ihm. Dort wiederum ist ein Spürhund stationiert. Schlägt der Hund nicht an, wird der Sand zurück in den Fluss gehoben. Bis zum späten Donnerstagnachmittag schlug der Hund kein einziges Mal an. Die Aktion ist allerdings technisch unausgewogen. Die Helfer an Land hatten große Mühe, den überladenen Baggerponton mit Seilen von beiden Ufern aus in einer Art Spur auf der Schlaatzseite zu halten. Der Ponton schlingerte stark, trieb immer wieder ab. Wenn die relativ kleine Baggerschaufel Bodenberührung hatte und sich in den Flussgrund grub, zog der Bagger den Ponton an die Schaufel. War der Schlamm auf dem Nachbarfloß abgekippt, trieb der Hauptponton wieder zurück. Ein flächendeckendes Ausschachten war augenscheinlich nicht möglich.

Die 40 Meter werden heute nicht vollständig ausgebaggert. Noch bis zum Freitag sollen sich die Arbeiten ziehen. Gefahr besteht auch, auf einen auf einen Blindgänger beim Baggern zu treffen. Für diesen Fall hat die Soko "Schlaatz" Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst angefordert, der seit Donnerstagmorgen vor Ort ist. Hinter der Fußgängerbrücke am Wieselkiez sollen im Zweiten Weltkrieg Bomben heruntergegangen sein. Auf dem Luftbild sei zwar nichts zu sehen, so Schwitzke, doch das müsse nichts heißen. Denn auch die Bombe, die vor fünf Jahren in der Nuthe gefunden und gesprengt wurde, war vorher auf dem Luftbild nicht zu sehen.

Mike Schwitzke ist Sprengmeister. In Potsdam ist er wohl jedem bekannt. Er überwacht das Baggern. Sollte man versehentlich auf einen Blindgänger stoßen, ist ein Fachmann gleich vor Ort.

Quelle: Julian Stähle

Während der Schlamm nach und nach aus der Nuthe gehoben wird, ist auch der Chef der Mordkomission der Polizeidirektion West vor Ort. Carsten Teichert, der bekannt für seinen Cowboyhut ist, verfolgt das Geschehen am Rande. Aus Polizeikreisen heißt es, er sei vor Ort, falls tatsächlich ein schrecklicher Fund gemacht werden sollte. Der Verdacht bestehe bisher jedoch nicht. Allerdings sei es wichtig, dass ein erfahrener Beamter vor Ort ist und im Fall der Fälle die richtigen Schritte einleitet. Das sei ein gängiges Vorgehen, das keine falschen Spekulationen aufkommen lassen soll.

Carsten Teichert ist der Chef der Kriminalisten in Brandenburgs Polizeidirektion West. Er ist nur zur Sicherheit vor Ort, falls Elias im Gewässer der Nuthe gefunden werden sollte.

Quelle: Julian Stähle

Hinweise nach "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Nach der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwochabend hat die Potsdamer Polizei in der Nacht etwa doppelt so viele Hinweise in der Nacht als sonst auf den vermissten Elias erhalten. Auch am Tag haben sich deutlich mehr gemeldet, als noch in den vergangenen Tagen. Insgesamt sind inzwischen 532 Hinweise bis zum Donnerstagabend eingegangen, teilt die Polizei mit. Allein am Donnerstag sind 60 Hinweise hinzugekommen. Leider haben auch die keine "heiße Spur" gebracht. Sie werden nun ebenfalls nach und nach von einer Vielzahl an Kriminalisten gesichtet und priorisiert.

In der ZDF-Sendung war ein Foto des seit vergangenen Mittwoch vermissten sechs Jahre alten Jungen gezeigt und um Mithilfe bei der Suche gebeten worden. Die Hinweise der Anrufer würden geprüft, gewichtet und bewertet. Die Polizei sei "sehr dankbar", dass das ZDF den Fall Elias so kurzfristig in seine Sendund aufgenommen habe, so Polizeisprecher Mario Heinemann.

Tag 9 der Suche nach Elias

Mit Sonnenaufgang hat die Polizei am Donnerstag den 9. Tag in Folge die Suche nach Elias wieder aufgenommen. Die Suche konzentriert sich auch heute auf die Nuthe und die angrenzenden Bereiche. Unter anderem werde dort noch einmal intensiv gesucht, wo gestern die Personenspürhunde angeschlagen haben, sagte Polizeisprecher Mario Heinemann. An der heutigen Suche sind wieder viele Bereitschaftspolizisten beteiligt, Unterstützung kommt auch aus Cottbus.

Heute geht auch die Auswertung des umfangreichen Videomaterials weiter. Die Kriminalisten würden mindestens noch heute für die Videos brauchen, sagte Mario Heinemann.

Geprüft wird außerdem weiter, ob es einen Zusammenhang mit der Anfang Mai in Stendal (Sachsen-Anhalt) verschwundenen fünfjährigen Inga gibt. Nach ihr war Anfang vergangener Woche auch in Potsdam gesucht worden.

Seit Mittwoch vergangener Woche fehlt von Elias jede Spur. Er hatte auf einem Spielplatz nahe der Wohnung seiner Mutter gespielt und war nicht heimgekehrt. Mittlerweile schließt die Polizei auch ein Verbrechen nicht mehr aus.

Alle Infos zur Elias-Suche: MAZ-online.de/elias >

Hinweise an die Polizei: Tel. (0331) 5508 1108, E-Mail-Adresse sokoschlaatz.pdwest@polizei.brandenburg.de

Von Rainer Schüler und MAZonline

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