Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Angriff auf Silvio S. im Gefängnishof

Mutmaßlicher Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) Angriff auf Silvio S. im Gefängnishof

Im Knast gibt es klare Hierarchien – und diesen stehen Kindermörder und Sexualstraftäter ganz unten. Das hat jetzt auch Silvio S. zu spüren bekommen. Der mutmaßliche Mörder der kleinen Elias und Mohamed ist im Gefängnis in Berlin-Moabit von einem Häftling attackiert worden. Unterdessen bestreitet S., weitere Taten begangen zu haben.

Voriger Artikel
Ruf nach Videoüberwachung wird lauter
Nächster Artikel
Die Rede von Jann Jakobs im Wortlaut

Der mutmaßliche Mörder Silvio S.

Quelle: Polizei

Berlin. Der mutmaßliche Mörder der beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) ist beim Hofgang in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit von einem Mithäftling angegriffen und leicht verletzt worden. Das bestätigte die Berliner Justizsprecherin Claudia Engfeld. Der 32 Jahre alte Silvio S. war mit anderen Untersuchungshäftlingen beim Hofgang, als ihn unvermittelt ein Faustschlag von hinten traf.

– Trauer um Elias: Gedenkfeier am Dienstag

Zwar seien zwei Beamte zum Schutz des besonders gefährdeten mutmaßlichen Kindsmörders in dessen Nähe gewesen, doch konnten sie den Angriff nicht verhindern, sagte die Sprecherin. Die Justizbeamten hätten den Angreifer von seinem Opfer getrennt. Anzeichen für eine Attacke habe es nicht gegeben. Gegen den Angreifer ermittelt jetzt die Kripo. Silvio S. kann nun seine Freistunde an der frischen Luft ohne Mithäftlinge im Hof verbringen.

2a8bc7a4-7f18-11e5-9640-6600659f4522

30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

Zur Bildergalerie

Silvio S. äußerte im Gefängnis Selbstmordabsichten

Der Angestellte eines Teltower Wachschutzunternehmens hatte außerdem, wie die Justizsprecherin bestätigte, Selbstmordabsichten geäußert und ist deshalb zeitweise in einer besonders gesicherten Zelle untergebracht worden. Diese volkstümlich als Gummizellen bezeichneten Räume sind nur mit einer Pritsche ausgestattet. Alle Gegenstände, mit deren Hilfe sich Insassen töten könnten, wurden entfernt. Eine Toilettenschüssel gibt es nicht, nur ein Loch im Boden. In der Zelle wurde S. rund um die Uhr mit Infrarot-Kameras beobachtet. Mittlerweile ist der Mann aus Niedergörsdorf aber wieder in einer normalen Einzelzelle.

In der Gefängnishierarchie rangieren Kinderschänder ganz unten. Sie sind noch schlechter angesehen als etwa Vergewaltiger und müssen mit Übergriffen rechnen. Im Moabiter Gefängnis sitzen außerdem häufig muslimische Häftlinge, die möglicherweise in besonderer Weise ein Auge auf den Mann geworfen haben, der den kleinen Mohamed missbraucht und erdrosselt hat. Das Verbrechen hatte Silvio S. gestanden. Nach Angaben seiner Anwälte hat S. bisher keine weiteren Taten eingeräumt. „Er hat gesagt: Es gibt keine weiteren Opfer“, sagte sein Anwalt Mathias Noll aus Potsdam am Dienstag. Vergangene Woche konnten die Anwälte das bislang einzige Mal mit dem 32-jährigen Tatverdächtigen sprechen. Bislang warten die beiden Anwälte, die ihn vertreten, auf Akteneinsicht. „Wir rechnen schnellstmöglich damit“, sagte Noll. Dann werde über das weitere Vorgehen beraten.

Trauer um die getöteten Jungen Mohamed und Elias

Der mutmaßliche Doppelmörder hatte gestanden, den Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin und den Potsdamer Jungen Elias entführt und in Brandenburg getötet zu haben. Bislang sitzt er noch in Berlin in Untersuchungshaft, soll aber in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt werden.

Bürger, Kirchen und Politiker der Stadt Potsdam haben am Dienstagabend Abschied von den ermordeten Jungen Elias und Mohamed genommen. Zu der stillen Gedenkveranstaltung im Stadtteil Schlaatz sind mehrere Hundert Menschen gekommen. Bei dem Treffen wurden unter anderem Kerzen an die Besucher verteilt und ein Kondolenzbuch ausgelegt.

Kleingarten wird zum Gedenkort

Kondolenzbücher liegen ebenfalls seit Dienstag im Rathaus von Luckenwalde (Teltow-Fläming) aus, wo der mutmaßliche Mörder den kleinen Elias in einem Pachtgarten verscharrt hatte. Seit dem Morgen kamen Bürger, um ihre Anteilnahme zu zeigen, wie Pressesprecherin Sonja Drauf mitteilte. „Die Menschen haben richtig darauf gewartet, ihre Gefühle auszudrücken“, sagte sie. In Luckenwalde soll nun ein „Ort des Gedenkens“ entstehen. Hierfür ist die Kleingartenparzelle vorgesehen, auf der der mutmaßliche Mörder die Leiche von Elias vergraben hatte. Sie komme für eine Neuverpachtung nicht mehr in Betracht, hatte die Stadt mitgeteilt. Geplant ist, dort nun „Mohameds und Elias’ Garten“ zu gestalten.

Auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit haben sich inzwischen rund 80 Menschen in das am vergangenen Freitag ausgelegte Kondolenzbuch eingeschrieben. „Es hätte nie passieren dürfen!“ oder „Lieber Gott, wo warst Du? Warum?“ steht auf den großen weißen Blättern. Auch Zeichnungen oder kleine Gedichte fügten die Unterzeichner bei. An der Anlaufstelle für Asylbewerber war der vierjährige Mohamed aus Bosnien-Herzegowina am 1. Oktober entführt worden.

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Emotionale Gedenkveranstaltung
Trauer um Elias

Emotionaler Abschied von Elias. Im Potsdamer Stadtteil Schlaatz sind am Dienstagabend hunderte Menschen zu einer Gedenkveranstaltung zusammen gekommen. Die Menschen trauerten still, einige weinten. Zu der Veranstaltung hatten Stadt und  Kirchen eingeladen. Jetzt erinnert ein Kerzenmeer an das Schicksal des 6-Jährigen.

mehr
Mehr aus Elias
Chronolgie
Chronologie der Ereignisse

Elias verschwand am 8. Juli 2015 spurlos. Die wochenlange Suche nach ihm brachte keinen Erfolg. Im November schließlich die schreckliche Gewissheit, der Junge wurde getötet. In der Chronologie haben wir die Ereignisse seit Elias' Verschwinden Woche für Woche zusammengefasst.

mehr