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Elias Angriff auf Silvio S. im Gefängnishof
Lokales Potsdam Elias Angriff auf Silvio S. im Gefängnishof
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19:16 03.11.2015
Der mutmaßliche Mörder Silvio S. Quelle: Polizei
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Berlin

Der mutmaßliche Mörder der beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) ist beim Hofgang in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Moabit von einem Mithäftling angegriffen und leicht verletzt worden. Das bestätigte die Berliner Justizsprecherin Claudia Engfeld. Der 32 Jahre alte Silvio S. war mit anderen Untersuchungshäftlingen beim Hofgang, als ihn unvermittelt ein Faustschlag von hinten traf.

– Trauer um Elias: Gedenkfeier am Dienstag

Zwar seien zwei Beamte zum Schutz des besonders gefährdeten mutmaßlichen Kindsmörders in dessen Nähe gewesen, doch konnten sie den Angriff nicht verhindern, sagte die Sprecherin. Die Justizbeamten hätten den Angreifer von seinem Opfer getrennt. Anzeichen für eine Attacke habe es nicht gegeben. Gegen den Angreifer ermittelt jetzt die Kripo. Silvio S. kann nun seine Freistunde an der frischen Luft ohne Mithäftlinge im Hof verbringen.

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Gerichtsmediziner transportieren den Leichnam ab, der im Kleingarten gefunden wurde.

Silvio S. äußerte im Gefängnis Selbstmordabsichten

Der Angestellte eines Teltower Wachschutzunternehmens hatte außerdem, wie die Justizsprecherin bestätigte, Selbstmordabsichten geäußert und ist deshalb zeitweise in einer besonders gesicherten Zelle untergebracht worden. Diese volkstümlich als Gummizellen bezeichneten Räume sind nur mit einer Pritsche ausgestattet. Alle Gegenstände, mit deren Hilfe sich Insassen töten könnten, wurden entfernt. Eine Toilettenschüssel gibt es nicht, nur ein Loch im Boden. In der Zelle wurde S. rund um die Uhr mit Infrarot-Kameras beobachtet. Mittlerweile ist der Mann aus Niedergörsdorf aber wieder in einer normalen Einzelzelle.

Alles zu Elias und Mohamed

Am Donnerstag ist der mutmaßliche Täter Silvio S. in Niedergörsdorf festgenommen worden.

Am Freitag hat er den Mord an Mohamed und Elias gestanden. Wir haben den Tag im Liveticker verfolgt.

Hier haben wir alle wichtigen Fakten zu den Mordfällen zusammengetragen.

In Kaltenborn, dem Ort in dem Silvio S. lebte, ist die Betroffenheit groß. Wir haben uns umgehört.

Silvio S. hat die Leiche von Elias in einem Kleingarten in Luckenwalde vergraben. Die Kleingärtner dort sind von den Ereignissen geschockt.

Am Freitag haben in Potsdam im Schlaatz, dort hat der kleine Elias gelebt, viele Menschen um den 6-Jährigen getrauert.

Hier finden Sie eine Chronologie zum Fall Elias.

Am Sonnabend schweigt Silvio S. und macht keine weiteren Angaben, unterdessen wird der Kleingarten in Luckenwalde weiter umgegraben.

Das sagen Psychologen über die Persönlichkeit von Silvio S.

In der Gefängnishierarchie rangieren Kinderschänder ganz unten. Sie sind noch schlechter angesehen als etwa Vergewaltiger und müssen mit Übergriffen rechnen. Im Moabiter Gefängnis sitzen außerdem häufig muslimische Häftlinge, die möglicherweise in besonderer Weise ein Auge auf den Mann geworfen haben, der den kleinen Mohamed missbraucht und erdrosselt hat. Das Verbrechen hatte Silvio S. gestanden. Nach Angaben seiner Anwälte hat S. bisher keine weiteren Taten eingeräumt. „Er hat gesagt: Es gibt keine weiteren Opfer“, sagte sein Anwalt Mathias Noll aus Potsdam am Dienstag. Vergangene Woche konnten die Anwälte das bislang einzige Mal mit dem 32-jährigen Tatverdächtigen sprechen. Bislang warten die beiden Anwälte, die ihn vertreten, auf Akteneinsicht. „Wir rechnen schnellstmöglich damit“, sagte Noll. Dann werde über das weitere Vorgehen beraten.

Trauer um die getöteten Jungen Mohamed und Elias

Der mutmaßliche Doppelmörder hatte gestanden, den Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin und den Potsdamer Jungen Elias entführt und in Brandenburg getötet zu haben. Bislang sitzt er noch in Berlin in Untersuchungshaft, soll aber in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt werden.

Bürger, Kirchen und Politiker der Stadt Potsdam haben am Dienstagabend Abschied von den ermordeten Jungen Elias und Mohamed genommen. Zu der stillen Gedenkveranstaltung im Stadtteil Schlaatz sind mehrere Hundert Menschen gekommen. Bei dem Treffen wurden unter anderem Kerzen an die Besucher verteilt und ein Kondolenzbuch ausgelegt.

Kleingarten wird zum Gedenkort

Kondolenzbücher liegen ebenfalls seit Dienstag im Rathaus von Luckenwalde (Teltow-Fläming) aus, wo der mutmaßliche Mörder den kleinen Elias in einem Pachtgarten verscharrt hatte. Seit dem Morgen kamen Bürger, um ihre Anteilnahme zu zeigen, wie Pressesprecherin Sonja Drauf mitteilte. „Die Menschen haben richtig darauf gewartet, ihre Gefühle auszudrücken“, sagte sie. In Luckenwalde soll nun ein „Ort des Gedenkens“ entstehen. Hierfür ist die Kleingartenparzelle vorgesehen, auf der der mutmaßliche Mörder die Leiche von Elias vergraben hatte. Sie komme für eine Neuverpachtung nicht mehr in Betracht, hatte die Stadt mitgeteilt. Geplant ist, dort nun „Mohameds und Elias’ Garten“ zu gestalten.

Auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit haben sich inzwischen rund 80 Menschen in das am vergangenen Freitag ausgelegte Kondolenzbuch eingeschrieben. „Es hätte nie passieren dürfen!“ oder „Lieber Gott, wo warst Du? Warum?“ steht auf den großen weißen Blättern. Auch Zeichnungen oder kleine Gedichte fügten die Unterzeichner bei. An der Anlaufstelle für Asylbewerber war der vierjährige Mohamed aus Bosnien-Herzegowina am 1. Oktober entführt worden.

Von MAZonline

Brandenburg Nach Morden an Elias (6) und Mohamed (4) - Ruf nach Videoüberwachung wird lauter

Dass der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed festgenommen werden konnte, ist auch Videoaufnahmen zu verdanken. Auf diesen ist er erkannt und dadurch überführt worden. Nun ist eine Debatte darüber entbrannt, wie viel Überwachung sein darf. CDU-Politiker wollen nun auch Spielplätze überwachen lassen.

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Die Stadt Potsdam nimmt am Dienstag offiziell Abschied von dem kleinen Elias, der im Juli im Stadtteil Schlaatz entführt und anschließend ermordet wurde. Die Gedenkfeier beginnt um 18 Uhr vor dem Bürgerhaus Schlaatz.

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