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Polizei findet Kinderpornos auf PC von Silvio S.

Tote Kinder Elias (6) und Mohamed (4) Polizei findet Kinderpornos auf PC von Silvio S.

Die Ermittler haben auf dem Rechner des mutmaßlichen Mörders von Elias und Mohamed kinderpornografisches Material entdeckt – der 32 Jahre alte Silvio S. aus Teltow-Fläming hatte zugegeben, das Flüchtlingskind Mohamed missbraucht und erdrosselt zu haben. Am Montag hat S. weiter geschwiegen.

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Beamte bergen Elias’ Leiche in Luckenwalde.

Quelle: julian stähle

Potsdam. Auf dem Rechner des mutmaßlichen Mörders von Elias (6) und Mohamed (4) haben die Ermittler kinderpornografisches Material entdeckt. Das erfuhr die MAZ am Montag. Fahnder hatten die Wohnung des 32 Jahre alten Silvio S. in Kaltenborn durchsucht und Computer beschlagnahmt. Der Wachschützer hatte gestanden, Mohamed sexuell missbraucht und erdrosselt zu haben. Zu den Einzelheiten über Elias’ Tod schweigt er jedoch. Silvio S. könnte schon am Dienstag von der Haftanstalt Berlin-Moabit nach Brandenburg/Havel überführt werden.

Alle wichtigen Fakten zu den Mordfällen Elias & Mohamed

Wer bekommt die Belohnungen?

Unterdessen bleibt offen, wer die Belohnungen erhalten soll, die für entscheidende Hinweise auf den Täter ausgelobt worden sind. Es seien noch keine Anträge aus Auszahlung eingegangen, sagte Rechtsanwalt Robert Unger, der die 50.000 Euro Prämie verwaltet, welche ein anonymer Privatmann im Fall des Potsdamer Jungen Elias in Aussicht gestellt hat. Die Berliner Staatsanwaltschaft erklärte, die von der Behörde im Fall Mohamed in Aussicht gestellten 10.000 Euro – zwei Privatleute hatten sie auf 20.000 Euro erhöht – seien derzeit „kein Thema“. Über das Geld werde erst nach einem Urteil in einem Strafverfahren entschieden.

Das sieht laut Staatsanwaltschafts-Sprecher Martin Steltner die „Gemeinsame Allgemeine Verfügung über die Aussetzung von Belohnungen“ für die Mitwirkung von Privatpersonen bei der Aufklärung strafbarer Handlungen von Innen- und Justizverwaltung vor. Darin heißt es in Punkt 5: „Nach Rechtskraft des Urteils entscheidet über die Zuerkennung, Verteilung und Auszahlung des ausgelobten Betrages (...) der Generalstaatsanwalt in Berlin.“

Mutmaßlicher Täter schweigt auch am Montag

Die Polizei war dem mutmaßlichen Täter, dem 32 Jahre alten Wachschützer Silvio S., mit Hilfe von Videoaufzeichnungen aus einer Berlin Kneipe auf die Spur gekommen, die ein Stück Straße zeigen. Dort ist der Mann aus Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) mit Mohamed an der Hand zu sehen. Nachdem das Bild verbunden mit einem Suchaufruf in den Medien veröffentlicht wurde, rief die Mutter des mutmaßlichen Täters die Polizei. Er führte die Polizei zur Leiche des Flüchtlingskindes, legte ein Geständnis ab und wies den Ermittlern den Weg zum toten Elias in einer Luckenwalder Gartensparte – allerdings schweigt Silvio S. zu dieser Tat.

Der Wirt, der die umstrittenen Aufnahmen machte, könnte Geld kriegen

Als Empfängerin des Geldes kommt laut Anwalt Unger grundsätzlich auch die Mutter von Silvio S. in Frage. Ausgeschlossen seien lediglich Mittäter und Ermittler. Auch ein anderes Familienmitglied spielte eine Rolle. Nach Angaben der Polizei kam der erste Hinweis auf den 32-Jährigen in der Nacht zu Mittwoch – ebenfalls aus dem familiären Umfeld. Der Ex-Schwager sei sich aber noch nicht sicher gewesen, ob der auf den Fahndungsfotos abgebildete Mann tatsächlich der später Festgenommene war. Möglicher Anwärter auf eine Prämie wäre auch der Gastwirt, aus dessen Kneipe die Videoaufnahmen kommen. Allerdings schränkte Unger ein, zum Fundort von Elias’ Leiche habe der Beschuldigte selbst die Fahnder geführt.

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30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

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Die Belohnung ist im Fall Elias zweigeteilt, erklärt Rechtsanwalt Unger. 10.000 Euro waren ausgesetzt für das Auffinden des Jungen – und sie sind nicht geknüpft an ein Urteil. Die übrigen 40.000 Euro können erst nach einer rechtskräftigen Verurteilung ausbezahlt werden. Ob und an wen das Geld fließt, prüft der Anwalt.

Obduktionsergebnis von Elias’ Leiche steht noch aus

Unterdessen schweigt Silvio S. nach einem Anwaltswechsel nun zu beiden Taten. Er könnte schon am Dienstag von der Haftanstalt Berlin-Moabit nach Brandenburg/Havel überführt werden. Elias’ Leiche wurde am Montag in Berlin obduziert – Ergebnisse lagen bis am Montagabend noch nicht vor.

Die Stadt Potsdam richtet am Dienstag im Stadtteil Schlaatz eine Gedenkfeier für Elis aus. Mohamed soll in den kommenden Tagen in Berlin nach islamischem Ritus beigesetzt werden. Anwälte kämpfen unterdessen für ein Bleiberecht für die bosnische Familie, die vor einem Jahr nach Berlin gekommen war. Die Duldung der Mutter und ihrer zwei verbliebenen Kinder läuft in einem Monat ab

Von Ulrich Wangemann und Bastian Pauly

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