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Elias Im Knast: Silvio S. hat eigenen Haftbereich
Lokales Potsdam Elias Im Knast: Silvio S. hat eigenen Haftbereich
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06:20 09.06.2016
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Potsdam

Am kommenden Dienstag beginnt vorm Potsdamer Landgericht der Prozess gegen Silvio S., den mutmaßlichen Mörder von Elias (6) aus Potsdam und dem bosnischen Flüchtlingskind Mohamed (4). Weil der 32-Jährige in der Untersuchungshaft in Berlin-Moabit von einem Mitgefangenen angegriffen und leicht verletzt wurde, gewährt ihm die JVA Brandenburg/Havel Sonderbehandlung. In dem Hafthaus, wo er untergebracht ist, hat er nach MAZ-Informationen eine Etage für sich. Das Justizministerium spricht von einem „gesonderten Haftbereich zu seinem eigenen Schutz“.

Sonderseite zu den Mordfällen Elias und Mohamed

Die MAZ hatte alle wichtigen Informationen zu den Mordfällen Elias und Mohamed auf einer Sonderseite zusammengefasst.

– In einer Chronologie haben wir den Fall vom Verschwinden des kleinen Elias bis zu den schrecklichen Geständnissen des mutmaßlichen Täters dokumentiert.

– Ende März hat die Staatsanwaltschaft erste Details der Anklageschrift veröffentlicht. Sie offenbart das ganze Ausmaß des Grauens und Leidens.

Mutter besucht ihren Sohn im Gefängnis

Dort ist nach MAZ-Informationen unter normalen Umständen Platz für rund 15 Häftlinge. Das Gebäude ist demnächst zur Schließung vorgesehen, darf aber nicht abgerissen werden, weil es unter Denkmalschutz steht. In den leeren Räumen kann sich der Gefangene ungefährdet bewegen, leistet laut Justizministerium „Hausarbeitertätigkeiten, z.B. Reinigung“. Besuch erhält er von seiner Mutter und seinem Anwalt. Laut Ministerium kommen auch „Seelsorger, Psychiater und ausgewählte Mitgefangene“ auf Visite. Die Mutter spielt eine Schlüsselrolle in dem Mordfall: Sie hatte das Fahndungsbild ihres Sohnes in der Zeitung gesehen, Silvio S. zur Rede gestellt und die Polizei verständigt.

In Kaltenborn, einem kleinen Ort im Kreis Teltow-Fläming, lebte der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed. Nur wenige Kilometer entfernt, in einer Kleingartensiedlung in Luckenwalde, verscharrte der Angeklagte die Leiche des kleinen Elias’. Quelle: Julian Stähle

Hofgang macht Silvio S. ganz allein

Hofgang – eine Stunde pro Tag ist vorgesehen – macht der Untersuchungshäftling generell allein. Die Isolation von den anderen Untersuchungshäftlingen erfolgte nach MAZ-Informationen auf ausdrücklichen Wunsch von Silvio S. In der Haft gilt er als kooperativ. Psychologische Unterstützung erhält er, weil man Suizidgefahr befürchtet. Einen Schrank, ein Bett und einen Tisch mit Stuhl hat er in seinem Haftraum, die Dusche befindet sich auf der Etage. In der leeren Abteilung kann der Häftling sich in der Küche Kaffee zubereiten.

Zusätzliche Polizisten im Gericht

Zur Festung wird während des Prozesses auch das Potsdamer Landgericht. Wie der RBB berichtet, hat die Gerichtsleitung aus Sicherheitsgründen davon abgesehen, den Saal des Verfassungsgerichts für die zwölf angesetzten Verhandlungstage zu nutzen – er ist größer als der jetzt vorgesehene Saal 8, aber nicht für Hochsicherheitsfälle geeignet. Laut dem Bericht sei es nicht möglich, einen Angeklagten direkt aus dem Gefangenentransporter „zuzuführen“. Das heißt: Silvio S. müsste aus der „Grünen Minna“ aussteigen und von Wachtmeistern über den Hof geführt werden.

Der Saal 8 im Justizzentrum wird am Dienstag von Justizwachtmeistern und Polizisten gesichert, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte. Einen Panzerglaskäfig, wie ihn andere Gerichte zum Schutz gefährdeter Prozessteilnehmer vorhalten, gibt es in Potsdam nicht. Laut Anordnung des Gerichts werden sämtliche Medienvertreter und Besucher einer Leibesvisitation unterzogen. Zugang erhält nur, wer sich ausweisen kann. Gefilzt werden auch die Angehörigen, Sachverständige und Dolmetscher. Sie dürfen allerdings Taschen mit in den Saal nehmen. Nur Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und Nebenklage-Vertreter werden nicht abgetastet.

Von Ulrich Wangemann

Kein Gepäck, zwei Sicherheitsschleusen, Eintritt nur mit Ausweis. Am 14. Juni startet in Potsdam der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Elias und Mohamed unter strengen Sicherheitsauflagen. Eine Überlegung ist vor Prozessbeginn verworfen worden.

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