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Wahrscheinlich ist Elias tot, sagt die Polizei

Es wird das Schlimmste befürchtet Wahrscheinlich ist Elias tot, sagt die Polizei

Es ist bitter, doch im Fall des verschwundenen Elias aus Potsdam geht die Polizei von einem Verbrechen aus. Chef-Ermittler Michael Scharf rechnet nicht damit, den Sechsjährigen noch lebend zu finden. Inzwischen gehen auch die Hinweise aus. Mehr als 900 sind abgearbeitet. Einigen, bisher nicht relevanten Tipps, wird nun allerdings doch nachgegangen.

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Der 6-jährige Elias aus Potsdam ist weiterhin spurlos verschwunden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. .Im Fall Elias hat die Polizei offenbar die Hoffnung aufgegeben, den Jungen noch wohlbehalten zu finden. „Wir rechnen nicht mehr damit, dass Elias noch lebt“, sagte Ermittlungsleiter Michael Scharf am Donnerstag gegenüber der Berliner Zeitung.

Michael Scharf von der Polizeidirektion West in Brandenburg ist der Chef-Ermittler

Michael Scharf von der Polizeidirektion West in Brandenburg ist der Chef-Ermittler. Doch er rechnet inzwischen mit dem Schlimmsten.

Quelle: dpa-Zentralbild

Polizeisprecher Christoph Koppe präzisierte im Gespräch mit der MAZ: „Das ist ein kriminalistischer Erfahrungswert. Je länger jemand vermisst wird, umso unwahrscheinlicher ist es, dass er noch lebend gefunden wird.“

Seit Wochen keine Spur

Der sechsjährige Elias ist seit mehr als einem Monat verschwunden – das letzte Lebenszeichen stammt vom 8. Juli. Der Erstklässler war an diesem Tag vor der Wohnung seiner Mutter zum Spielen in den Hof gegangen. Als sie ihn etwa eine Stunde später zum Essen hereinrufen wollte, war er verschwunden. Seitdem fehlt von Elias jede Spur.

Ein solcher Vermisstenfall ist mir in meiner polizeilichen Laufbahn bisher noch nicht begegnet“, sagt selbst Ermittlungschef Scharf. Ungewöhnlich sei vor allem, dass die Zeitspanne, in der Elias verschwunden sein muss, sehr gering sei und es dennoch weder Zeugen noch Spuren gebe, die auf das Geschehene schließen lassen.

Fast alle Hinweise abgearbeitet

„Wir haben fast alle Hinweise abgearbeitet“, sagt Polizeisprecher Koppe, „drei bis vier sind noch übrig.“ Die Ermittler erhoffen sich von diesen allerdings keine heiße Spur. Was dem kleinen Elias zugestoßen ist, bleibt unklar.

Koppe dementiert Berichte, nach denen die Polizei jetzt von einem Verbrechen ausgehe: „Wir schließen aus, dass der Junge von zu Hause weggelaufen ist, aber die beidem Ermittlungswege Unfall und Straftat behandeln wir gleichwertig.“ Koppe betonte zudem, dass kein Anfangsverdacht für ein Verbrechen vorliege.

In den vergangenen Tagen sind kaum noch Hinweise zu Elias eingegangen

In den vergangenen Tagen sind kaum noch Hinweise zu Elias eingegangen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Hunderte Einsatzkräfte hatten in den ersten Tagen nach dem Sechsjährigen gesucht. Auch viele freiwillige Helfer, die sich über die sozialen Netzwerke organisierten, waren dabei, verteilten Flyer und durchkämmten die Wälder. Doch obwohl die Polizei sie schon vor Wochen gebeten hat, die Suche einzustellen, sind einige weiterhin unterwegs. Die Ermittler sind nicht begeistert:„Wir haben von diesen Aktionen Kenntnis“, so Christoph Koppe. „Den Helfern wurden keine Suchgebiete zugewiesen, denn wir haben alles mehrfach abgesucht. Es gibt keine weißen Flecken mehr. Ansonsten möchte ich diese Suche nicht kommentieren.“

Die Arbeit der Ermittler geht laut Koppe trotz schwindender Hoffnung weiter. „Auch, wenn alle Hinweise abgearbeitet sind – die Akte Elias wird nicht geschlossen.“

Chronologie zum Fall Elias>>

Von MAZonline

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Chronologie der Ereignisse

Elias verschwand am 8. Juli 2015 spurlos. Die wochenlange Suche nach ihm brachte keinen Erfolg. Im November schließlich die schreckliche Gewissheit, der Junge wurde getötet. In der Chronologie haben wir die Ereignisse seit Elias' Verschwinden Woche für Woche zusammengefasst.

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